Zuzahlung

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Volljährige gesetzlich Krankenversicherte müssen sich an den Kosten von Leistungen der Krankenkasse beteiligen, indem sie eine Zuzahlung leisten. Die Zuzahlungspflicht ist pro Kalenderjahr begrenzt durch eine individuelle Belastungsgrenze. Mit der Zuzahlung soll erreicht werden, dass die Versicherten bei der Inanspruchnahme von Krankenversicherungsleistungen kostenbewusst sind. Zuzahlungen sind auch für Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, die durch die Pflegeversicherung erbracht werden, zu leisten.

Zuzahlung bei Medikamenten[Bearbeiten]

Gesetzlich Krankenversicherte müssen für jedes verordnete Medikament, dessen Kosten die Krankenkasse übernimmt, eine Zuzahlung in Höhe von 10 % des Abgabepreises leisten, mindestens aber 5 €, jedoch nie mehr als der Abgabepreis. Der Höchstbetrag der Zuzahlung liegt bei 10 €.

Zuzahlung bei Heilmitteln[Bearbeiten]

Die Zuzahlung bei Heilmitteln (z. B. Krankengymnastik, Ergotherapie) beträgt zehn Prozent der Kosten des Heilmittels zuzüglich weiterer zehn Euro je ärztlicher Verordnung (Rezept). Die Verordnung kann mehrere Anwendungen in dem Quartal umfassen.

Zuzahlung bei Hilfsmitteln[Bearbeiten]

Für Hilfsmittel, die durch oder beim Kassenmitglied verbraucht werden – das sind zum Beispiel Inkontinenzhilfen, Sonden oder Insulinspritzen –, sind zehn Prozent der Kosten pro Packung zuzuzahlen, maximal zehn Euro für den gesamten Monatsbedarf an solchen Hilfsmitteln. Für alle anderen Hilfsmittel gilt eine Zuzahlungsregel von zehn Prozent des von der Krankenkasse zu übernehmenden Betrags, jedoch mindestens fünf Euro und maximal zehn Euro (Aber nicht mehr als die Kosten des Mittels).

In der Pflegeversicherung müssen volljährige Versicherte zu den Kosten für technische Hilfen (z. B. ein Pflegebett) und für Pflegehilfsmittel, die keine zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind, eine Zuzahlung von 10 Prozent, maximal jedoch 25 Euro, leisten.

Zuzahlung bei vollstationärer Krankenhausbehandlung[Bearbeiten]

Für jeden Kalendertag der vollstationären Krankenhausbehandlung muss ein volljähriger Versicherter 10 € an das Krankenhaus als Zuzahlung leisten. Auch für den Aufnahme- und Entlassungstag sind je 10 € fällig. Innerhalb eines Kalenderjahres muss jedoch für längstens 28 Tage gezahlt werden.

Belastungsgrenze[Bearbeiten]

Pro Kalenderjahr müssen Versicherte bzw. ihre Familie höchstens 2% der jährlichen Familien-Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt als Zuzahlung leisten, bei chronisch Kranken liegt die Grenze bei 1%.

Bei der Ermittlung der Belastungsgrenze wird das Bruttoeinkommen des Ehegatten, der minderjährigen und der volljährigen familienversicherten Kinder berücksichtigt, soweit der Versicherte mit diesen Familienangehörigen in einem gemeinsamen Haushalt lebt. Von dem Familien-Bruttoeinkommen werden Freibeträge abgezogen, und zwar für den ersten in dem gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen des Versicherten 15% und für jeden weiteren Angehörigen 10% der jährlichen Bezugsgröße. Der Freibetrag beträgt zum Beispiel 2015 für den ersten Angehörigen 5.103 €, für die weiteren Angehörigen 3.402 €.

Der Versicherte muss seine geleisteten Zuzahlungen dokumentieren, zum Beispiel durch das Sammeln von Quittungen. Haben die Zuzahlungen im Laufe des Kalenderjahres die Belastungsgrenze erreicht, erteilt die Krankenkasse einen Befreiungsbescheid. Über die Belastungsgrenze hinaus geleistete Zuzahlungen kann sich der Versicherte erstatten lassen.

Alternativ kann der Versicherte, wenn er erwartet, dass seine Zuzahlungsverpflichtungen voraussichtlich die Belastungsgrenze überschreiten werden, schon am Jahresanfang einen Betrag in Höhe von 2% bzw. 1% des Bruttoeinkommen bei der Krankenkasse einzahlen. Er erhält dann sofort einen Befreiungsbescheid, braucht im konkreten Fall also keine Zuzahlungen mehr zu leisten.

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Weblinks[Bearbeiten]