Wundreinigung

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Die Wundreinigung ist Teil der Wundtherapie. Sie dient der Reduzierung von schädlichen Keimen und der Entfernung von bereits abgestorbenem Gewebe. Dadurch wird die Wunde auf weitere Behandlungsmaßnahmen vorbereitet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wundspülung

[Bearbeiten] Spüllösungen

Eine Wunde kann mit Hilfe von sterilen Spüllösungen mechanisch gereinigt werden. Eine geeignete Spüllösung ist

Spüllösungen, die diese Kriterien erfüllen (Auswahl):

Medizinischer Honig ist keine Wundspüllösung im eigentlichen Sinn. Der wundheilungsfördernde Effekt von Honig war zwar schon bei den alten Ägyptern bekannt und er besitzt eine osmotische und antibakterielle Wirkung, dennoch ist die Anwendung umstritten.

[Bearbeiten] Antiseptika

Antiseptisch wirksame Wundreinigungsmittel zerstören die Zellwand der Keime und hemmen die Enzymaktivität, sie zerstören aber auch gesundes Gewebe und sollten nur nach strenger Indikation (z.B. bei Biss-, Schuss-, Stichwunden) eingesetzt werden. Geeignete Antiseptika sind die Präparate, die von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene ohne Bedenken zugelassen sind. Alle anderen Antiseptika sind zelltoxisch.

Zu den geeigneten Antiseptika gehören:

"Auf Grund der guten Gewebeverträglichkeit und der klinisch offensichtlichen Wundheilungsförderung ist Polihexanid als Mittel der 1. Wahl für schlecht heilende chronische bzw. für sehr empfindliche Wunden (z.B. Verbrennungswunden 2. Grades) sowie für Lavagen einzuordnen.” (Quelle: Konsensusempfehlung zur Wundantiseptik, Expertengruppe, April 2004)

[Bearbeiten] Debridement

Ein Debridement kann mechanisch, chirurgisch, autolytisch, biochirurgisch oder ultraschallisierend erfolgen.

[Bearbeiten] Mechanisches Debridement

[Bearbeiten] Chirurgisches Debridement

[Bearbeiten] Autolytisches Debridement

Bei der autolytischen Wundreinigung wird der Selbstreinigungsprozess der Wunde durch Zuführen von Feuchtigkeit unterstützt. Alle hydroaktiven Verbände ermöglichen grundsätzlich ein autolytisches Debridement. Für Nekrosen ist das autolytische Debridement jedoch weniger bis gar nicht geeignet, da es auf Grund der mangelnden Durchblutung sehr lange dauert, oft ohne Erfolg bleibt und sehr kostenintensiv ist.

Verwendung findet das autolytische Debridement bei Ulcus cruris venosum; DFS (Diabetisches Fußsyndrom), Dekubitalulcera (ohne Nekrosen). Auch bei arteriellem Ulcus kann es eingesetzt werden wenn vorher eine Revaskulierung der Gefäße durchgeführt wurde. Zum autolytischen Debridement eignen sich

[Bearbeiten] Enzymatisches Debridement

Bis zu einem gewissen Grad ist der Körper selbst in der Lage, ein enzymatisches Debridement durchzuführen. Köpereigene Enzyme in der Wunde spalten Kollagen, Fibrin etc. Enzympräparate können diesen Vorgang unterstützen, z.B. Iruxol N (mindestens 1 mal tägl. dünn auftragen; nie auf gesundem Gewebe; verursacht Schmerzen bei Patienten). Weitere Produkte mit enzymatischer Wirkung: Varidase, Fibrolan.

Die Enzympräparate können in Ergänzung zu chirurgischen Maßnahmen angewendet werden. Sie lösen kleine Nekrosen (Wirkung wird nur erzielt, wenn sie unterhalb der Nekrose aufgetragen werden; auf trockenen Nekrosen sind Enzyme wirkungslos) und Fibrinbeläge. Da Enzympräparate relativ hohe Kosten verursachen und nur eine begrenzte Effektivität aufweisen, haben sie in der modernen Wundversorgung nur noch geringfügige Bedeutung.

[Bearbeiten] Bioenzymatisches Debridement

siehe Hauptartikel Madentherapie

Die bioenzymatische Therapie beruht auf Erkenntnissen aus der Natur: Die weibliche Schmeißfliege Lucilla sericata legt auf Aas oder Wunden in drei Wochen etwa 2000-3000 Eier. Aus diesen schlüpfen nach einem Tag 1-2 mm große Maden. Innerhalb 5-11 Tage wachsen sie zu 1 cm heran, dabei ernähren sie sich von totem Gewebe. Sie sondern ein Enzym (u.a. Kollagenase) im Speichel ab, das abgestorbenes Gewebe verflüssigt ohne gesundes anzugreifen. Der entstandene Wundbrei dient den Maden als Nahrung, enthaltene Bakterien werden verdaut. Die Wundheilung wird durch die Absonderug von Wachstumsfaktoren angeregt (Anregung der Fibroblasten) und durch die Bewegung der Maden auf der Wunde.

Anwendung in der Wundbehandlung: Die Maden werden unter sterilen Kautelen gezüchtet. Sie können in Plastikröhrchen á 200 Stück in der Apotheke bestellt oder gleich im Fliegengitter auf einer Gaze (Biopack) aufgetragen werden. Sie sollen innerhalb von 12 Stunden nach Auslieferung aufgetragen werden, ansonsten kühl bei 4-8°C und lichtgeschützt gelagert werden. Pro cm² Wunde werden 10 Maden eingebracht, die Nylon-Gaze wird lückenlos wie ein Käfig auf die Wunde aufgebracht, damit die Maden aus der Wunde nicht entfliehen können. Das Auftragen wird erleichtert, wenn die Maden direkt aus dem Kühlschrank kommen, sie sind dann nicht so beweglich. Kompressen decken die Wunde ab. CAVE: nicht okklusiv verbinden, da die Maden sonst absterben.

Die Maden werden 2-4 Tage auf der Wunde belassen, dann hat sich die Anfangsgröße um das 10-20-fache gesteigert. Die Anwendung werden bei größeren chronischen Wunden 3-5 mal wiederholt. Können aber noch öfter durchgeführt werden.

[Bearbeiten] siehe auch

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