Wechseln einer Trachealkanüle

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Dieser Artikel beschreibt den Trachealkanülen-Wechsel im häuslichen Bereich beim wachen Patienten

Eine Trachealkanüle wird nach Angaben des Herstellers gewechselt, in der Regel einmal in 29 Tagen, bei Bedarf (z.B. bei MRSA-Infektion) auch öfter. Die Innenkanüle kann bei Bedarf auch mehrmals am Tag gereinigt werden.

Der Träger einer Trachealkanüle sollte so bald wie möglich dazu angeleitet werden, den Wechsel selbst vorzunehmen. Sollte es zu Verstopfungen der Kanüle kommen (z.B. durch sich lösende Borken), muss der Tracheotomierte in der Lage sein, die Kanüle selbst zu enfernen.

Trachealkanüle (Außen- und Innenkanüle)

Arbeitsprinzipien[Bearbeiten]

Bei Tracheostoma-Trägern ist hygienisches Arbeiten Pflicht, da durch unvorsichtiges oder unsauberes Arbeiten ein Infekt im Atmungstrakt gefördert werden kann. Der Wechsel der Trachealkanüle erfordert daher keimarme Bedingungen und atraumatisches Vorgehen.

Indikation zum Kanülenwechsel[Bearbeiten]

  • Einhaltung des regelmäßig wiederkehrenden Wechseltermins
  • Pflege des Tracheostoma
  • direkte Absaugung der Trachea wegen starker Sekretion erforderlich
  • Luftnot aufgrund von
- Verlegung durch Fremdkörper
- Verborkung der Trachealkanüle

Material[Bearbeiten]

  • neue oder aufbereitete Trachealkanüle
  • ggf. 1 Trachealkanüle z. N. u. eine Sprechkanüle für den Tag
  • zweiteiliges Fixier- oder Halteband aus Schaumstoff mit Klettverbindungen
  • keimarme Handschuhe
  • sterile Handschuhe
  • sterile Pinzette
  • sterile Kompressen
  • NaCl 0,9%-Lösung
  • Gleitmittel (Stomaöl ist wegen der Gefahr der Ölpneumonie umstritten)
  • Tracheokompressen (Metalline-Kompressen gelten mittlerweile als obsolet)
  • Hautreinigungslösung, Hautpflegemittel
  • Absauggerät mit ausreichend sterilen, atraumatischen Kathetern
  • Waschlappen und Handtuch
  • Abwurf
  • Notfallset

Vorgehen[Bearbeiten]

Trachealkanüle einsetzen
Liegende Trachealkanüle
  • Schutzkleidung anziehen
  • hygienische Händedesinfektion durchführen
  • verpacktes Material unter Wahrung der Sterilität öffnen und griffbereit legen
  • Handschuhe anziehen
  • Reinigung der Innenkanüle: Innenkanüle am Ansatz fassen und herausziehen. Bei manchen Kanülen muss dazu erst eine Arretierung gelöst werden.
- Innenkanüle mit sterilen Kompressen außen reinigen bzw. in ein Reinigungsbad legen (nicht länger als 20 Minuten, wegen der Gefahr der Materialschädigung).
- Kanülenreinigungsbürste nur verwenden, wenn sich Beläge nicht von alleine lösen (Sekrete haften an einer verkratzten Oberfläche besonders gut).
- Anschließend gut mit keimfreiem Wasser abspülen.
  • Innenkanüle nach dem Trocknen zur besseren Gleitfähigkeit leicht mit NaCl 0,9% benetzen.
  • Fixierband der alten Kanüle entfernen
  • Alte Trachealkanüle unter Absaugen entblocken und entfernen.
  • Bei Bedarf nochmals absaugen, dazu sterile Handschuhe anziehen (in der häuslichen Pflege genügen keimarme Handschuhe).
  • Reinigung des Tracheostomas mit steriler Pinzette, sterilen Kompressen und NaCl 0,9%. Dabei keine Seife und keine Watte o.ä. verwenden. Bei Entzündung das Wundgebiet nach Arztanordnung versorgen (keine färbenden Mittel verwenden, diese behindern die Beurteilbarkeit des Stomas). Anwendung von Hautpflegemitteln nur bei Bedarf; stark wasserhaltige Cremes oder Lotionen fördern eher eine Mazeration der Stomaumgebung.
  • Beim Einfädeln der Haltebänder an der Schildplatte darauf achten, dass die Klettverbindungen nicht auf der Hautseite liegen.
  • Beim Anlegen der Tracheokompresse darauf achten, dass die beschichtete bzw. aufsaugende Seite auf der Haut aufliegt.
  • Außenkanüle zum sterilen Einführen nur am Verschluss anfassen und einsetzen. Wenn die Kanüle sich nicht leicht einsetzen lässt, kleinere Größe verwenden. Bei Hustenreiz zügig weiterarbeiten und Außenkanüle bis zum Anschlag, mit drehender Bewegung, einführen und festhalten, bis der Hustenreiz abgeklungen ist.
  • Halteband am Hals zusammenführen und fixieren. (Trageband nur so fest fixieren, dass noch zwei Finger knapp dazwischen passen).
  • Innenkanüle einsetzen.