Vorbereitung, Durchführung sowie Nachbereitung der Nahrungsaufnahme

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Die Vorbereitung der Essenseingabe, die Essenseingabe und die erforderlichen Abschlussarbeiten dazu sind:

Vorbereitung[Bearbeiten]

Allgemein ist die Vorbereitung der Nahrung abhängig von der Erkrankung des Patienten, das heißt, welche Ressourcen oder Defizite zu berücksichtigen sind. (Sind Schluckbeschwerden, Erkrankungen des Magen-Darmtrakts oder Stoffwechselerkrankungen bekannt? Weitere Defizite können sein; Patient ist blind? Allgemeine Lähmungen im Gesicht? Zahnprothese vorhanden? Speichelmangel? Ist das bereitgestellte Essen das Richtige?)

Die Menge der Nahrung muss für den Patienten angemessen sein, ebenso die Art der Kost.

Zuvor wird das Umfeld betrachtet ... muss gelüftet werden? Wird ein Nachbarpatient gerade gewaschen oder hat dieser in Anwesenheit Stuhlgang?

Als erstes wird dem Patienten das erwärmte Essen serviert und vorgestellt, um festzustellen, ob Appetit (Esslust) oder Hunger vorhanden ist. Bei pflegebedürftigen Menschen ist es nötig, die meist liegende Position in eine fast 90° sitzende Position zu ändern. Dabei sind in jedem Fall die Wünsche des Patienten zu berücksichtigen. Auch die Sitzhöhe ist von Bedeutung: sie sollte so eingestellt sein, dass Pfleger und Patient fast auf gleicher Ebene miteinander kommunizieren können. Als Nächstes wird dem sitzenden Patienten eine Serviette um den Hals gebunden, die dazu dient, die Kleidung sowie den Bettbezug des Patienten sauber zu halten. Alle wichtigen Esswerkzeuge sowie das Tablett werden in Griffweite für den Patienten ausgelegt, damit dieser möglichst bequem und leicht seine Nahrung aufnehmen kann. Für den Fall, dass der Patient dies nicht selbst durchführen kann, werden die nötigen Materialien so abgestellt, dass der/die Pfleger/in ohne Umstände damit hantieren kann und sich nicht ggf. behindert (durch den Nachtkasten oder Stühle).

  • Wichtig: Bei Patienten mit Schluckstörung darf die Nahrungsverabreichung erst nach ärztlicher Erlaubnis und unter Anleitung von geschultem Personal erfolgen. (Krankenpflegehilfe, Alle Fächer für Ausbildung und Praxis, Seite 392)

Durchführung und Nachbereitung[Bearbeiten]

Bei pflegebedürftigen Patienten, besonders bei älteren Menschen, ist zu beachten, dass diese unter Umständen Schluckbeschwerden haben können (für Apoplexie-Patienten ist es ebenso wichtig in Erfahrung zu bringen, ob eine Schluckstörung vorliegt. Falls ein Verdacht vorliegt, muss die Logopädin verständigt werden und der Grad der Schluckstörung ermittelt werden). Anfangs sollte man immer zunächst in Erfahrung bringen, wie der Patient seine Nahrung zu sich nehmen möchte - was er dazu trinken mag etc.

Zu beachten ist auch, dass bei der Nahrungsaufnahme die Medikamente eingenommen werden. Bestimmte Medikamente sind vor und andere nach dem Essen einzunehmen. Das muss vor der Nahrungseingabe überprüft bzw. geklärt sein.

Die Mundportionen auf dem Besteck sollten angemessen sein, dabei muss das Pflegepersonal darauf achten, wann der Patient den nächsten Bissen haben möchte. Das heißt, Vermeidung des Haltens des Bestecks vor dem Gesicht des Patienten. Er könnte somit unter dem Druck stehen, schnell essen zu müssen. Motivieren ist sinnvoll, jedoch die Geschwindigkeit des Essens legt der Patient selbst fest.

Bei Patienten, bei den eine Schluckstörung vorliegt, ist es nötig, wie verordnet, die Kost zu “verdünnen“ und kleine Löffelportionen anzubieten (weich, jedoch bissfest wie zum Beispiel Grießbrei.) -> Anleitung durch den/die Logopäden/in! Bei Aspirationsgefahr muss ggf. Nahrung sowie Flüssigkeit angedickt werden (je nach Zustand und Verfassung sowie Anordnung). Die Konsistenz (Beschaffenheit) des Essens wird dann individuell für den Patienten angepasst.

Verbesserungen und Verschlechterungen werden dokumentiert. Je nach Anordnung auch die gegessene Menge und die dazu getrunkene Flüssigkeit.

Aspirationsprophylaxe[Bearbeiten]

Bei Patienten mit Aspirationsgefahr bereits beim Essen und Trinken wird der Oberkörper zur Nahrungsaufnahme hoch gelagert und genügend Zeit zum Essen und Trinken eingeräumt! Nach dem Essen bleibt der Oberkörper einige Zeit erhöht, etwaige Essensreste werden gründlich aus dem Mund- und Rachenraum entfernt (mit Hilfe des Mundpflegetabletts). Dies zusammen wird Aspirationsprophylaxe genannt. Unter Umständen muss ein Absauggerät bereitstehen, um vor dem Essen Sekret aus dem Mund des Patienten entfernen zu können und nach dem Essen evtl. Speisereste abzusaugen.

Nach dem Essen, wenn der Patient fertig ist, wird dem Patienten dabei geholfen, seinen Mund und die Hände zu reinigen, anschließend wird er auf Wunsch wieder in eine für ihn angenehme Liegeposition gebracht (ca. 20-30 min nach dem Essen wegen der Refluxgefahr). Besteck und Tablett werden möglichst gleich danach eingesammelt. Zwischenzeitlich sollte man in Erfahrung bringen, ob dem Patienten das Essen geschmeckt hat und er noch etwas wünscht.

Prinzipien beim Essenverabreichen[Bearbeiten]

  • Informationssammlung (über des Patienten Defizite und Ressourcen)
  • Individuelle Planung der Essensverabreichung
  • Haben andere Lebensaktivitäten vorrang? (Muss der Patient noch auf die Toilette?)
  • Vorbereitung (Mag der Patient überhaupt etwas essen? Essgerechte Lage sicherstellen, zurechtlegen der Essensinstrumente, spezielle Kost?, Wünsche? [Getränke])
  • Nahrung gegebenenfalls anpassen (andicken, verdünnen)
  • Helfen beim Essen und bei der Einnahme der Medikamente (gerechte Kauportionen, Fleisch mundgerecht schneiden.)
  • Nachbereitung (Abräumen, säubern sowie nach weiteren Wünschen erkunden)
  • Lage sowie Nachttisch wieder in alte Position bringen, angepasst auf die Wünsche des Patienten!
  • Ziel: Ressourcen Förderung, ggf. wenn möglich Anleitung zum selbständigen Essen (Hilfe bei der Besteckführung)

Siehe auch[Bearbeiten]

Thematiken: • Vorbereitung, Durchführung sowie Nachbereitung beim Essen • Prinzipien beim Essenverabreichen