Verdauung

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Definition[Bearbeiten]

Kohlenhydratverdauung und -resorption[Bearbeiten]

Fettverdauung und -resorption[Bearbeiten]

Die mit der Nahrung aufgenommenen Fette bestehen zu 90% aus Triglyceriden, die übrigen 10% entfallen auf Cholesterin, Cholesterinester, Phospholipide, Sphingolipide und fettlösliche Vitamine. Eine Spaltung der Triglyceride beginnt bereits im Magen durch die vom Zungengrund sezernierten Lipasen, sodass bis zu 30% der Nahrungsfette dort verdaut werden. Unterstützend wirkt hierbei die Magenmotilität, also die peristaltischen Kontraktionswellen, die den Speisebrei gut durchmischen und somit das Zusammenfließen der einzelnen Fetttropfen verhindern (Fettemulgierung). Dies ist auch für die weitere Fettverdauung die wichtigste Voraussetzung, da hierdurch den Enzymen eine möglichst große Angriffsfläche geboten wird. Der Großteil der Verdauung von Fetten findet im Dünndarm statt. Hier werden dem Speisebrei Gallensäure und pankreatische Enzyme (im Pankreassaft) zugefügt. Die Enzyme Pankreaslipase, Phospholipase und nicht-spezifische Lipase (auch: Cholinesterase) zerlegen Triglyceride in Monoglyceride und freie Fettsäuren sowie Phospholipide und Cholesterin-Fettsäure-Verbindungen in kleinere Anteile. Diese Produkte bilden unter dem Einfluss der Gallensäure sogenannte Mizellen, also winzige Partikel, deren Eigenschaft es ist, den Kontakt zur Dünndarmschleimhaut herzustellen. Die Bildung der Mizellen geschieht dadurch, dass die Gallensäuremoleküle, die eine wasserlösliche (hydrophile) und eine fettlösliche (lipophile) Seite besitzen, sich über ihr lipophiles Ende mit den Fetttröpfchen verbinden und die hydrophilen Enden allesamt nach außen gerichtet sind. Legen sich die Mizellen zwischen die Mikrovilli der Dünndarmschleimhaut, gelangen die kurz- und mittelkettigen Fettsäuren durch Diffusion in das Kapillarnetz der Dünndarmzotten und damit in den Blutkreislauf. Größere Fettmoleküle und die übrigen Anteile der Mizellen werden in den Epithelzellen resynthetisiert, das heißt wieder zu Triglyceriden, Cholesterinestern und Phospholipiden zusammengesetzt, und mit einer Proteinhülle ummantelt (Chylomikronen). Diese Chylomikronen gelangen dann in das Lymphsystem der Dünndarmzotten, von dort in größere Lymphgefäße und letztlich über den Milchbrustgang Ductus thoracicus] in den Blutkreislauf.



Literatur[Bearbeiten]

  • Renz-Polster, Herbert / Krautzig, Steffen / Braun, Jörg (Hrsg.): Basislehrbuch Innere Medizin. Urban & Fischer Verlag, 3. Auflage, München 2004 (1. ND. 2006).
  • Schäffler, Arne / Schnidt, Sabine (Hrsg.): Mensch Körper Krankheit [Anatomie, Physiologie, Krankheitsbilder - Lehrbuch und Atlas für die Berufe im Gesundheitswesen - 2. Auflage, Ulm, 1995
  • Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch [260., neu bearbeitete Auflage]. Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin 2004.
Vgl. Pflegelehrbuch