Verah

Aus PflegeWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

VERAH® (Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis) ist eine auf den Deutschen Hausärzteverband zurückgehende Initiative zur Qualifizierung erfahrener Medizinische Fachangestellte (MFA). Entwickelt und ausgestaltet wurde sie vom Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IHF) e. V. in Zusammenarbeit mit dem Verband medizinischer Fachberufe (VmF). Innerhalb der Fortbildung, die sich sowohl aus theoretischen als auch aus praktischen Elementen zusammensetzt, werden die VERAH® speziell für die in der Hausarztpraxis anfallenden, nichtärztlichen Tätigkeiten weiterqualifiziert. Dazu zählen unter anderem Case-, Wund- und Praxismanagement. Die erweiterten Kompetenzen befähigen die VERAH® dazu, unterschiedliche, vom Hausarzt delegierte Aufgaben zu übernehmen. Dabei bilden Hausbesuche, neben der Praxistätigkeit, einen wichtigen Schwerpunkt ihrer täglichen Arbeit. Dies ist gerade in ländlichen Regionen entscheidend, wo Hausarztpraxen mobil sein müssen, um Patientinnen und Patienten auch zuhause zu erreichen. Als hochqualifizierte Fachkräfte können VERAH® die Hausärzte bei vielen Aufgaben unterstützen und so für Entlastung sorgen. Gleichzeitig wird die Berufszufriedenheit der MFA nachgewiesenermaßen gesteigert. Indem alle Kompetenzen in der Hausarztpraxis gebündelt bleiben, wird diese als zentraler Ort der Versorgung gestärkt. Die Patienten werden vom vertrauten Praxispersonal, das ihre Krankengeschichte oft schon über Jahre kennt, betreut und versorgt. Dadurch ist eine noch intensivere hausärztliche Versorgung möglich. In der Fortbildung werden die VERAH® optimal darauf vorbereitet, Patienten bei Fragen und Unsicherheiten beratend und unterstützend zur Seite zu stehen. Zugleich stellt die Fortbildung einen Beitrag zur Qualitätssicherung der hausärztlichen Versorgung dar. Das VERAH®-Konzept. Es wird bundesweit, von allen Ärztekammern und den Kassenärztlichen Vereinigungen, als Qualifikationsabschluss in der ambulanten Versorgung anerkannt.

Zahlen[Bearbeiten]

Aktuell gibt es knapp 8.800 VERAH® (Stand August 2016). Damit hat sich die Zahl seit 2015 um mehr als 1.000 VERAH®-Absolventinnen erhöht.

Aufbau der VERAH® Fortbildung[Bearbeiten]

Innerhalb der Fortbildung, die sich sowohl aus theoretischen wie auch aus praktischen Elementen zusammensetzt, werden die VERAH® speziell für die in der Hausarztpraxis anfallenden, nichtärztlichen Tätigkeiten weiterqualifiziert. Um die Fortbildung zur VERAH® zu absolvieren, müssen die MFA

  1. acht Fortbildungsmodule erfolgreich besuchen,
  2. eine acht- bis zehnseitige Hausarbeit (eine Fallbeschreibung eines Patienten in der eigenen Praxis) vorlegen,
  3. den Nachweis eines Praktikums / einer Hospitation über 40 Unterrichtseinheiten (vorzugsweise in einer anderen Einrichtung des Gesundheitswesens, z. B. Alten- und Pflegeheim, Pflegedienst, Krankenhausabteilung etc.) vorlegen,
  4. ein Prüfungsgespräch erfolgreich führen,
  5. sowie 54 Kompetenzstunden (Unterrichtseinheiten) absolvieren.

Ziel und Zweck der VERAH® Fortbildung[Bearbeiten]

Die steigende Anzahl chronisch kranker Patienten führt in den Hausarztpraxen zu einer zunehmenden zeitlichen Belastung. Indem VERAH® an sie delegierte, nicht-ärztliche Aufgaben übernehmen, entlasten sie die Hausärzte und unterstützen sie bei der Sicherstellung einer umfassenden und qualitativ hochwertigen Patientenbetreuung. Gleichzeitig wird die Mobilität der Hausarztpraxen erhöht, indem die VERAH® vom Hausarzt delegierte Hausbesuche eigenständig durchführt. Dadurch bleiben alle Kompetenzen in der Hausarztpraxis und es entstehen keine Kommunikationsbrüche bei der Behandlung der Patienten. Dies sichert die Versorgungsqualität und stärkt die Rolle der Hausärzte.

Vorteile der VERAH® Fortbildung[Bearbeiten]

für den Patienten In der Fortbildung werden die VERAH® optimal darauf vorbereitet, Patienten bei Fragen und Unsicherheiten beratend zur Seite zu stehen. So können sie die Patienten beispielsweise bei präventiven oder rehabilitativen Maßnahmen (Ernährungsberatung, etc.) unterstützen. Indem sie vom Hausarzt delegierte Hausbesuche vornehmen, wird der Patient in seinem gewohnten Umfeld und von den ihm bekannten Praxismitarbeitern qualifiziert betreut. Gleichzeitig bleibt den Hausärzten durch die Möglichkeit, nichtärztliche Tätigkeiten an die VERAH® zu delegieren, mehr Zeit für ihre ärztlichen Aufgaben.

für die VERAH® Die Vorteile, die mit der VERAH®-Fortbildung für die MFA einhergehen, wurden insbesondere bei einer Online-Befragung erfragt und ausgewertet. Darin bestätigten die teilnehmenden VERAH®, dass neben der Erweiterung der persönlichen und fachlichen Kompetenzen, sich auch ihre Arbeitszufriedenheit erhöht habe. Über 80 Prozent der Befragten gaben an, sowohl die berufliche Qualifikation durch die Fortbildung verbessert als auch sich persönlich weiterentwickelt zu haben.

für den Hausarzt / die Hausarztpraxis In den Verträgen zur Hausartzentrierten Versorgung (HZV) wird die Versorgungsleistung einer VERAH® berücksichtigt. Teilnehmende Hausärzte, die eine VERAH® beschäftigen, erhalten pro Quartal einen pauschalen Zuschlag von fünf Euro je eingeschriebenen chronisch kranken Patienten. Hierdurch wird die verbesserte Strukturqualität fair honoriert und die Gebühren für die Fortbildung sind schnell refinanziert.

Kosten der VERAH® Fortbildung[Bearbeiten]

Die Buchung des Kompaktseminars (enthält sämtliche Einzelmodule) kostet für Mitglieder des Deutschen Hausärzteverbandes etwa 1.700 Euro, für Nichtmitglieder 2.080 Euro. Hinzu kommen noch die Kosten für die Abschlussprüfung, die bei 150 Euro liegen. Genauere Informationen sowie die Preise für die Einzelmodule erhalten Sie unter: Teilnahmegebühren

Ansprechpartner / Weitere Informationen[Bearbeiten]

Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IHF) e.V.
Edmund-Rumpler-Straße 2
51149 Köln
Telefon: 02203/5756-3333
Telefax: 02203/5756-7000
E-Mail: ihf@hausaerzteverband.de

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Offizielle Informationsbroschüre zur VERAH®, 2015
  • Zeitschrift „Der Hausarzt“, 2009