Venenkompressionsverband

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Der Venenkompressionsverband (auch salopp als "Wickeln der Beine" bezeichnet) dient der Thromboseprophylaxe und der Behandlung der Veneninsuffizienz oder dem Ulcus cruris venosum.

Indikation[Bearbeiten]

Bettruhe oder Venenstauung verlangsamen den Blutstrom und begünstigen eine Thrombose. Durch das Tragen Medizinischer Thromboseprophylaxestrümpfe (auch MTPS, Antithrombosestrümpfe oder ATS genannt) werden die oberflächlichen Venen vor allem im Liegen komprimiert, so dass das Blut in die tieferen Venen gedrückt wird und dort schneller abfließt. Außerdem dienen die Strümpfe als Widerlager und verstärken so den Effekt der Muskel-Venen-Pumpe. Lassen sich aber für einen Patienten keine passenden MTPS finden, kann die Kompression auch durch einen fachgerecht angelegten Kompressionsverband erreicht werden. Ein Kompressionsverband wird so gewickelt, dass sein Druck die tiefen Venen und die Lymphgefäße erreicht und die Venen in voller Länge komprimiert werden. Dadurch nimmt die venöse Rückflussgeschwindigkeit zu.

Durchführung[Bearbeiten]

Der Patient wird vorher über die Maßnahmen der Thromboseprophylaxe und über den Kompressionsverband informiert und beraten.
Die Kompression erfolgt immer am entstauten Bein. Der Patient sollte vorher mindestens 30 Minuten mit ausgestreckten Beinen gelegen haben. Als günstiger Zeitpunkt empfiehlt sich daher, den Kompressionsverband morgens vor dem Aufstehen anzulegen. Gegebenenfalls ist ein kurzzeitiges Hochlagern der Beine erforderlich (20°-Winkel für 20 Minuten oder 80° für 1 Minute).

Vorbereitung des Verbandes[Bearbeiten]

  • Hygienische Bedingungen schaffen: Waschen und gründliches Abtrocknen der Beine; auf Eincremen nach Möglichkeit verzichten, nur bei sehr trockener Haut eine W/O-Emulsion oder eine kleine Menge Hautpflegeöl verwenden. Dabei auf eventuell vorhandene Druckzeichen achten.
  • Material: Kurzzugbinden mit hohem Arbeitsdruck und niedrigem Ruhedruck, Polsterwatte zum Unterpolstern druckgefährdeter Körperstellen, Pflasterstreifen zur Fixierung
  • Fuß muss im 90 Grad Winkel stehen

Verbandstechnik zur Venenkompression mit "Pütter-Binden"[Bearbeiten]

Die zirkuläre Verbandstechnik mit "Pütter-Binden" (Firma Hartmann) findet die häufigste Anwendung, da sie einfach durchzuführen ist und keine Einschnürungen verursacht, wie der früher verwendete Kornährenverband. Die Verbandstechnik nach Sigg kann auch angewandt werden, wobei hier die 2. Binde in sogenannten Achtertouren angelegt wird.

  • Grundsätzlich zu beachten:

Nur eine Kurzzugbinde ist geeignet, da diese einen hohen Arbeitsdruck und niedrigen Ruhedruck aufweist. Gewickelt wird mit einem Druckgefälle abnehmend von distal nach proximal ("herzfern zu herznah"). Die Binde so führen, dass in den Bindenwinkel geschaut werden kann. Die Bindenrollen immer unmittelbar auf der Haut führen, so dass sich die Binde an das Bein anmodelliert.

  • Vorgehen:

Die 1. Binde beginnt in der Knöchelgegend und wird am Bein anmodelliert von innen nach außen bis unterhalb des Knies. Im Anschluss daran wird nun eine 2. Binde ebenfalls in der Knöchelgegend beginnend, jedoch gegenläufig, also von außen nach innen bis unterhalb des Knies gewickelt und fixiert. Wichtig zu beachten ist, dass die 2. Binde das Zehengrundgelenk mit einschließt. Hierbei ist darauf zu achten, den Zugdruck der Binden rumpfwärts zu verringern.

Kompressionsverband nach Fischer[Bearbeiten]

  • Mit der ersten Bindentour an den Zehengrundgelenken beginnen, Zehen dabei frei lassen zur Kontrolle der Durchblutung
  • Nach 2 - 3 zirkulären Umwicklungen bzw. "Kornährentouren" um den Mittelfuß mit der nächsten Bindentour die Ferse umschließen; Binde über den Innenknöchel zum Fußrücken zurückführen
  • Nun mit zwei weiteren Achtertouren Ränder der ersten Fersentour zusätzlich fixieren
  • Anschließend Binde entsprechend der Form des Beines abrollen
  • Sind alle Lücken geschlossen, eine zweite Binde in entgegengesetzter Ablaufrichtung anlegen, dabei am Knöchel beginnen
  • Bindenende mit Pflasterstreifen fixieren

Nachbereitung des Verbandes[Bearbeiten]

  • Patienten fragen, ob er am betroffenen Bein Schmerzen oder andere Störungen empfindet. Wenn zu straff gewickelt wurde, muss der Verband komplett entfernt und neu angelegt werden.
  • Eine halbe Stunde nach Anlegen erneute Kontrolle des Verbandes und der Zehen: Bei Sensibilitätsstörungen, Schmerzen und kalten, bläulich verfärbten Zehen Verband entfernen und neu anlegen.
  • Äußert der Patient im Laufe des Tages Beschwerden oder der Wickel rutscht, sollte nochmals mit entsprechend niedrigerem oder stärkerem Druck verbunden werden. Ein korrekt angelegter Verband muss nur ein einmal täglich erneuert werden.

Kontraindikationen[Bearbeiten]

Ein Kompressionsverband ist kontraindiziert bei:

  • peripherer arterieller Verschlusskrankheit
  • dekompensierter Herzinsuffizienz
  • septischer Phlebitis
  • fortgeschrittener Neuropathie

siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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