Urolithiasis

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Urolithiasis ist eine Konkrementbildung in den ableitenden Harnwegen, die häufig mit typischen Schmerzanfällen (Nierenkoliken) verbunden ist. Von der Krankheit sind ungefähr 5% der mitteleuropäischen Bevölkerung betroffen und zwar Männer häufiger als Frauen. Urolithiasis darf nicht dem Nierensteinleiden (Nephrolithiasis) verwechselt werden, hierbei befinden sich die Konkremente im Nierenbecken oder Kelchsystem.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Krankheitsentstehung

Die Stoffwechselstörungen des Steinleidens sind noch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Der Stein soll sich aus einer Grundsubstanz zusammensetzen, die in den Tubuli der Nieren entsteht und später zur Anlagerung von kristallinen Substanzen führt. So kommt es zu mikroskopisch kleinen Steinchen (Mikrolithen), die in die Nierenkelche ausgeschieden werden und in ihren Hohlraumsystem durch Anlagerung von weiteren Kristallen mehr oder weniger schnell zu größeren Steinen heranwachsen. Begünstigende Faktoren sind Harnstauungen, Infektionen, Abflussstörungen, Narben und Stoffwechselveränderungen.


[Bearbeiten] Stoffwechselstörungen

Die Stoffwechselstörungen, die zur Steinbildung führen, sind:

  1. Die Vergrößerung der Nebenschilddrüsen führt zur Erhöhung des Phosphatspiegels. Dabei kommt es an den Nieren zu einer allgemeinen Verkalkung oder zu isolierten Kalziumsteinbildung.
  2. Störungen im Eiweißstoffwechsel können zu einer vermehrten Harnsäureausscheidung (z.B.: bei Gicht) führen und damit Harnsäuresteine hervorrufen. Hier sind auch nahrungsmittelbedingte Faktoren mit im Spiel.

[Bearbeiten] Steinarten

Man unterscheidet im wesentlichen drei Arten von Steinen:

  1. Kalziumoxalatsteine
  2. Kalziumammoniumphosphatsteine
  3. Harnsäuresteine

Seltene Steinarten sind Zystinsteine und Xanthinsteine. Bei allen Steinarten gibt es natürlich auch Milchsteine.

[Bearbeiten] Symptome

[Bearbeiten] Diagnostik und Differentialdiagnose

Stein, der im Harnleiter stecken geblieben ist

[Bearbeiten] Therapie

Die wichtigste Sofortmaßnahme beim Patienten mit einer Kolik ist die Gabe von krampflösenden und schmerzlindernden Medikamenten (nichts per os geben, weil der Patient unter Erbrechen und Übelkeit leidet)

Steine im oberen Harnleiter können zunächst über ein Ureteroskop in das Nierenbecken zurückgeschoben und wie Nierenbeckensteine behandelt werden.

[Bearbeiten] Pflege

Der Patient sollte viel trinken, mindestens 1,5 Liter, besser 2-3 Liter täglich. Außerdem ist dem Patienten körperliche Bewegung, z.B. Treppensteigen oder Hüpfen zu empfehlen, da hierdurch gelegentlich ein spontaner Abgang gelingt. Viele Patienten empfinden lokale Wärme als sehr angenhem. Diese Maßnahme erfordert jedoch die ärztliche Abklärung. Große Bedeutung hat die Urinbeobachtung. Für Untersuchungszwecke wird in der Regel ein 24 Stunden-Sammelurin benötigt. Der Urin wird auf Farbe und Menge kontroliert und der pH-Wert mittels Indikatorpapier oder im Labor bestimmt. Das spezifische Gewicht sollte unter 1012 -1015 liegen. Die chemsiche Analyse abgegangener Steine ist wichtig für die Rezidivprophylaxe. Daher soll der Patienten den Urin immer sieben, um abgehende Steine oder kleinste Konkremente (Harngries) zu erfassen.

[Bearbeiten] spezielle Maßnahmen beim Kalziumoxalatstein

  1. Flüssigkeit:
    • viel trinken, Mineralwasser, keinen schwarzen Tee und Pfefferminztee (oxalatreich)
  2. Diät:
    • Einschränkung von oxalatreichen Lebensmitteln: Spinat, Kakaoprodukte (Schokolade), Rhabarber,
  3. Medikamente:
    • Phosphat, Thiazide, Allopurinol usw. nach Angaben des Arztes

[Bearbeiten] spezielle Maßnahmen beim Kalzium-Ammonium-Phosphat-Stein

  1. Flüssigkeit: siehe oben
  2. Diät: Einschränkung von Milchprodukten, sowie Zitrusfrüchten
  3. Medikamente: Harnsäuerung, Infektbehandlung

[Bearbeiten] spezielle Maßnahmen bei Harnsäurestein

  1. Flüssigkeit: reichlich Tee, Mineralwasser
  2. Diät:
    • (tgl. nur bis zu 200 mg Purin)
    • darum purinarme Kost - keine
      • Innereien,
      • Heringe, Sardinen,
      • Hülsenfrüchte,
      • Kohl,
      • Pilze,
      • Schwarzbrot usw.
  3. Medikamente:
    • Uralyt-U, das pH-Wert-Optimum soll zwischen 6,2 und 6,8 liegen, nie über 7,0.
    • Allopurionol bei Erhöhung des Harnsäurespiegels

[Bearbeiten] Pflege bei ESWL

Eine ESWL kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Die Vorbereitung: Am Vortag sollte der Patient keine blähenden Speisen zu sich nehmen. Eventuell ist die Gabe von entblähenden Medikamenten, z.B. Sab-Simplex erforderlich. Ob der Patient vor der Untersuchung nüchtern sein muss, hängt von der Art der Anästhesie (Allgemein- oder Lokalanästhesie) und der weiteren Medikation (Sedativa oder Analgetika i.v. oder oral) ab. Nach dem Eingriff wird der Patient für einige Zeit überwacht. Dabei achtet man besonders auf die Herz-Kreislauf-Situation des Patienten, die Ausscheidung und Bewusstseinslage des Patienten. Nach einer ambulanten ESWL darf der Patient die Klinik bei unkompliziertem Verlauf nach 2-4 Stunden verlassen und wieder essen. Wichtig ist v.a. die ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mind. 2l) und die körperliche Bewegung des Patienten. Der Patient ist darüber aufzuklären, dass er blutigen Urin haben kann. Der Urin soll unbedingt gesiebt werden, um Urinsegmente herauszufinden.

[Bearbeiten] Prognose

Die Prognose Nierensteinleidens ist trotz der Rückfallneigung für die meisten Patienten gut. Allerdings besteht bei jeder Steineinklemmung die Gefahr einer Infektion und damit der Urosepsis und /oder Abzessbildung in der Niere.

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