Therapeutisches Klettern

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Therapeutisches Klettern, auch Klettertherapie genannt, ist eine Therapieform, die sich des Kletterns bedient. Sie wird insbesondere angewandt in der Kinderheilkunde, Orthopädie und als Bestandteil der Psychotherapie. Angeboten wird es unter anderem von Physio-, Ergo- oder Psychotherapeuten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entwicklung

Therapeutisches Klettern wurde anfangs vor allem in der Orthopädie sowie der Neurologie zur Rehabilitation eingesetzt. Inzwischen wird Klettern zusehends von Psychologen im Rahmen einer Psychotherapie oder Verhaltenstherapie genutzt. Dabei geht es weniger um den sportlichen Effekt des Trainings, sondern um verschiedene therapeutische und rehabilitive Ansätze: Im Bereich der Motorik gehören dazu die Behandlung von Koordinationsstörungen, die Förderung der Fein- und Grobmotorik, Kraft, Ausdauer, sowie Reaktion und Belastbarkeit. In der Wahrnehmung werden das Gleichgewicht, die Tiefen- und Oberflächensensibilität, die räumliche Wahrnehmung sowie das Körperschema gefördert. Durch die Förderung von Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein und Selbsteinschätzung wird der Sozioemotionale Bereich angesprochen und gestärkt. Geistige Fähigkeiten (Kognition) werden durch das Definieren eines Ziels, Handlungsplanung, Gedächtnis, Konzentration und das Erstellen von Problemlösungsstrategien verbessert.[1]

Das Therapeutische Klettern ist eine relativ neue Therapieform, die trotz bereits vorliegender Erfahrungen und einer positiven Prognose im Bezug auf den Krankheitsverlauf noch verhältnismäßig selten genutzt wird.[2]

[Bearbeiten] Anwendungsbereiche

[Bearbeiten] Effekte und Wirkungsprinzip

Klettern besitzt einen hohen Motivationscharakter. Die Patienten gewinnen Selbstvertrauen in ihre körperlichen Fähigkeiten, da sowohl in Standhöhe als auch darüber hinaus gearbeitet werden kann.

Klettern wirkt ganzheitlich auf den Bewegungsapparat durch die nötige Kombination dynamischer Muskelarbeit (dynamisch-konzentrisch, dynamisch-exzentrisch) - denn für das Klettern ist abwechselnd statische und dynamische Muskelarbeit notwendig -sowie dass man sich in geschlossenen Muskelfunktionsketten bewegt und durch das Abrufen dreidimensionaler Bewegungsmuster, bei denen Druck- und Dehnungsrezeptoren in Muskeln, aber auch Sehnen, Gelenkkapseln und Bindegewebe, z.B. durch Druck, Dehnung, Entspannung oder auch durch Streckung stimuliert werden (PNF-ähnliche Muster).

Der Gleichgewichtssinn wird durch die ständige Körperschwerpunktkontrolle und Stabilisierung gefördert.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Dieter Lazik, F. Bittmann: Erfahrungsbericht zum therapeutischen Klettern. Institut für Sportmedizin und Prävention der Universität Potsdam, o. J., Abschnitt „2. Theoretische Grundlagen“.
  2. Dieter Lazik, F. Bittmann: Erfahrungsbericht zum therapeutischen Klettern. Institut für Sportmedizin und Prävention der Universität Potsdam, o. J., Abschnitt „1. Einleitung und Problemstellung“.
  3. Therapeutisches Klettern verbessert Selbständigkeit, Mobilität und Gleichgewicht bei geriatrischen Patienten, Abstract von Helene Fleissner u. a., Studie am Landeskrankenhaus Laas in Kötschach-Mauthen, Österreich; Beitrag zum 4. Österreichisch-Deutschen Geriatriekongress 2009; auf der Website der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (abgerufen am 10. März 2009).
  4. SeniorInnen in der Kletterwand. Klettern in der Geriatrie – eine Therapieform mit Zukunft, Bericht von Markus Brunner im Servive-Magazin der Geriatrischen Gesundheitszentren, 2007, auf www.ggz.graz.at (PDF-Datei; 565 kB; abgerufen am 10. März 2009).


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