Theodor Fliedner

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Der evangelische Pfarrer Theodor Fliedner (* 21. Januar 1800 in Eppstein, † 4. Oktober 1864 in Kaiserswerth, mit vollem Namen Georg Heinrich Theodor Fliedner) gründete 1836 eine Bildungsanstalt für evangelische Pflegerinnen, die als Kaiserswerther Diakonie bekannt wurde.

Elternhaus, Schulzeit[Bearbeiten]

Fliedners Eltern waren der Pfarrer Jakob Ludwig Fliedner und dessen Ehefrau Henriette, die außer ihm noch weitere neun Kinder hatten.

Fliedner wurde nicht nur in der Schule unterrichtet, sondern auch von seinen Eltern zu Hause. Ihm war schon früh klar, dass er wie sein Vater Pfarrer werden wollte. 1813 verstarb der Vater. Mit Unterstützung von Freunden der Familie konnte Fliedner trotzdem das Gymnasium besuchen. 1817 studierte er zusammen mit seinen Bruder evangelische Theologie in Gießen. Es kam zu einen Wechsel nach Göttingen. Schließlich beendete er das Studium 1820 am Predigerseminar in Herborn.

Pfarrer, Sozialwerke[Bearbeiten]

1822 wurde er Pfarrer in Kaiserswerth bei Düsseldorf. Die Gemeindemitglieder waren von Arbeitslosigkeit und Armut geprägt. Fliedner versuchte seiner armen Gemeinde Hilfe zu verschaffen, dafür sammelte er Spenden bei wohlhabenden Nachbargemeinden und bei Erweckungsbewegungen in den Niederlanden und England. Dort begegnete ihm Elisabeth Fry, die sich in der evangelischen Gefängnisfürsorge engagierte.

1826 gründete Fliedner die Rheinisch-Westfälische Gefängnisgesellschaft und engagierte sich für Reformen zur Verbesserung der Lebensumstände Inhaftierter. Unter seiner Leitung wurde eine Gefängnisseelsorge eingerichtet.

1833 gründete er ein Asyl für entlassene weibliche Strafgefangene. Er ernannte Friederike zur Vorsteherin. Außerdem erichtete er eine Strickschule,eine Kleinkinder Schule und das dazugehörige Kleinkinder-Lehrerinnenseminar, um die Bildung der Kinder und Jugendlichen zu verbessern und um Straffälligkeiten zu vermeiden.

1836 gründete er eine evangelische Pflegeschule, da die Verhältnisse in den Krankenhäusern so schlecht waren. Anstelle von Pflegerinnen waren dort Wärter angestellt und somit die Patienten größtenteils auf sich alleine gestellt. Diese Schule sorgte für Verbesserung der pflegerischen Zustände. 1841 eröffnete er ein Seminar für Lehrerinnen und gründete zusammen mit seiner Frau Friederike ein Waisenstift für Mädchen aus den mittleren Ständen.

Friederike Fliedner[Bearbeiten]

Die erste Frau Fliedners war Friederike Münster (* 25. Januar 1800 in Braunfels; † 22. April 1842 in Kaiserswerth), die er 1828 heiratete. Mit ihr hatte er 11 Kinder, davon starben 8 im Kindesalter. Friederike Fliedner arbeitete als Lehrerin und Krankenpflegerin. Sie leitete bis zu ihrem Tod die Diakonissenanstalt und das Mutterhaus in Kaiserswerth.

Zweite Ehe[Bearbeiten]

Ein Jahr nach Friederikes Tod heiratete Fliedner Karoline Bertheau, die die Arbeit von Friederike fort führte. Aus der Pastoralgehülfenanstalt, die 1844 in Duisburg entstand, ging die heutige Theodor Fliedner Stiftung hervor. Er begleitete 1846 die ersten Diakonissen in ein Krankenhaus nach England und Nordamerika. Sein Amt als Pfarrer gab er 1849 auf. 1851 ging er mit Schwestern nach Jerusalem in Israel. Dort gründete er Talitha Kumi, ein Kinderheim für arabische Mädchen, das heute ein Bildungszentrum für Mädchen und Jungen ist.

Zurück in Kaiserswerth eröffnete er dort 1852 eine Heilanstalt für weibliche Gemütskranke.

Lebenswerk[Bearbeiten]

1861 feierte er das 25-jährige Jubiläum des Diakonissenwerkes. Es umfasste 83 Stationen im Ausland und 26 eigenständige Häuser. Theodor Fliedner starb am 4.10.1864 in Kaiserswerth.

Theodor Fliedner Stiftung[Bearbeiten]

Die Theodor Fliedner Stiftung ist eine privatrechtliche Stiftung mit den Schwerpunkten Alten- Kranken- und Behindertenhilfe mit ihrem Hauptsitz in Mülheim an der Ruhr, die im Jahre 1844 als eine "Pastoralgehülfen- und Diakonenanstalt" in Duisburg gegründet wurde. Die "Diakonenanstalt Duisburg" war Ausbildungsstätte männlicher Diakone.

Heute betreibt die Fliedner Stiftung 28 Einrichtungen in fünf Bundesländern.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietmar Kruczek: Theodor Fliedner: Mein Leben, für das Leben. Eine Biographie über den Gründer der Kaiserswerther Diakonie; Neukirchen-Vluyn: Aussaat, 2002; ISBN 3-7615-5005-7 <a href="javascript:Pick it!ISBN: 3761550057"><img style="border: 0px none ;" src="http://www.citavi.com/softlink?linkid=FindIt" alt="Pick It!" title='Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt übernehmen'></a>

Weblinks[Bearbeiten]