Terminalphase
Die Terminalphase (lat. terminus = Grenze) ist eine noch nicht einheitlich definierte Bezeichnung für eine der letzten Lebensphasen eines Menschen mit einer unheilbaren und zum Tode führenden Erkrankung. Nach der Definition der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin werden mit dem Begriff die letzten Monate bis Wochen eines Schwerkranken vor seinem Tod bezeichnet.[1]
Nach Jonen-Thielemann gehen der Terminalphase zwei anderen Phasen voraus: Nach einer längeren Rehabilitationsphase mit einem weitgehend normalen Alltag folgt die Präterminalphase, bei der die Aktivität des Kranken schon sehr eingeschränkt ist. Die anschließende Terminalphase ist gekennzeichnet von zunehmender Inaktivität, Rückzug oder Ruhelosigkeit. Auf die Terminalphase folgt das endgültige Sterben, die Finalphase.[2]
Als Anzeichen für das Eintreten in die Terminalphase kann gelten, wenn der Patient
- - an einer fortgeschrittenen, progressiven Krankheit mit schlechter Prognose leidet,
- - zunehmend bettlägerig und extrem geschwächt ist,
- - neue Symptome beklagt (z.B. Unruhe, Dyspnoe, Angst, Schmerz, Somnolenz),
- - zeitweise desorientiert erscheint,
- - immer weniger Interesse für Essen und Trinken aufbringt,
- - immer weniger Interesse für seine Umgebung und sein Leben zeigt,
- - eine oder mehrere lebensbedrohende Komplikationen entwickelt (beispielsweise eine Pneumonie).
Wenn die meisten oder alle oben genannten Punkte erfüllt sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß der Patient im Laufe der nächsten sechs Monate sterben wird (s.a. Karnofsky-Index). Diese Phase verläuft gewöhnlich in langsamen Schritten, kann aber auch plötzlich und für alle mehr oder weniger unerwartet ablaufen.
[Bearbeiten] Literatur
- Marianne Kloke, Klaus Reckinger, Otto Kloke (Hrsg.): Grundwissen Palliativmedizin: Begleitbuch zum Grundkurs Palliativmedizin. Deutscher Ärzte Verlag, Köln 2009
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Definitionen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin vom 13. Oktober 2003
- ↑ I. Jonen-Thielemann: Die Terminalphase. In: Lehrbuch der Palliativmedizin. Stuttgart 2007, S. 1019-1028