Symptomkontrolle

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Bei der Symptomkontrolle geht es in der Palliative Care darum, dem Patienten unangenehme Begleiterscheinungen seiner Erkrankung bzw. die Therapienebenwirkungen erträglich(er) zu gestalten. Dies geschieht durch das Wahrnehmen, das dokumentarische Erfassen, Zuordnen und Behandeln der Krankheitszeichen und Begleiterscheinungen. Es wird eine individuell angepasste gemeinsame Strategie, auch zur Vermeidung unnötiger oder unangemessener Therapien, entworfen.

Symptomkontrolle als pflegerische und ärztliche Aufgabe[Bearbeiten]

Voraussetzung für eine effiziente Symptomkontrolle ist geschultes und erfahrenes Personal, das im Idealfall multiprofessionell (aus verschiedenen Berufsgruppen) und interdisziplinär (aus verschiedenen Fachrichtungen innerhalb einer Berufsgruppe) zusammengesetzt ist und regelmäßig miteinander unter Einbeziehung des Patienten (und evtl. seiner Angehörigen) kommuniziert. Ein sogenanntes Palliative Care Team erfüllt in der Regel diese Voraussetzung, aber auch das Pflegepersonal eines stationären Hospizes sowie einige niedergelassene Ärzte verfügen über die entsprechende Fortbildung in Palliative Care.

Grundlage ist die genaue Krankenbeobachtung und deren präzise Dokumentation, anhand derer sich Wirkung oder Neben-/Nicht-Wirkung der gewählten Therapie nachweisen lässt. Eine Umstellung der Therapie bei Nicht-Wirkung bzw. zu heftiger Nebenwirkung erfolgt zeitnah und wird wieder überprüft, bis die für den jeweiligen Patienten optimale Einstellung erreicht ist. Entscheidend ist aber immer, was der Patient für sich (subjektiv) als angemessen empfindet .

In der palliativen Therapie und Pflege wird neben der direkten Symptombehandlung auch die psychische und spirituelle Dimension der Person betrachtet und miteinbezogen, so dass die ganzheitliche Pflege einen Schwerpunkt in der Symptomkontrolle darstellt.

Symptome in der Palliativmedizin[Bearbeiten]

Zu den häufigsten Symptomen, die durch palliative Therapie kontrolliert werden sollen, gehören Übelkeit, Erbrechen, Dyspnoe, Fatigue, Schmerz und Obstipation. Hierbei stehen spezielle Assessmentinstrumente zur Verfügung, wie z. B. Skalen zur Einschätzung der Symptome Schmerz oder Appetitlosigkeit.

Weitere Aspekte der Symptomkontrolle beziehen sich auf psychische Beeinträchtigungen wie Angst, Depression und Unruhe, die auch in Zusammenhang mit den körperlichen Symptomen stehen können (z.B. durch Angst bedingte Luftnot oder Luftnot, die Angst auslöst).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eberhard Aulbert, Friedemann Nauck, Lukas Radbruch (Hrsg.): Lehrbuch der Palliativmedizin, Schattauer-Verlag, Stuttgart, 2. Auflage 2007. 1423 Seiten. ISBN 3-7945-2361-X