Subjektive Krankheitstheorien

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[Bearbeiten] Definition:

werden nach Filipp et al. (1987) „als individuelle Wissens- und Überzeugungssysteme aufgefasst, in denen krankheitsbezogenen Vorstellungen, Assoziationen, Sinndeutungen, Ursachenzuschreibungen und Verlaufserwartungen, organisiert sind“. Sie entstehen durch die Wahrnehmung einer Krankheit und helfen diese besser zu verarbeiten, es zu verstehen und als Teil des Lebens zu akzeptieren. Sie können den Krankheitsverlauf und die Therapie stark beeinflussen.


[Bearbeiten] Subjektives Erleben

Aus subjektiver Sicht ist Krankheit eine Einschränkung von Wohlbefinden und Handlungsvermögen. Für jeden Menschen ist das subjektive Erleben von Krankheiten individuell. Man nimmt medizinische Hilfe (ärztliche Hilfe) meist erst dann in Anspruch, wenn man körperliche Empfindungen wahrnimmt (Körperwahrnehmung) und sie als Symptome interpretiert (Symptomwahrnehmung):

- Propriozeption (Wahrnehmung der Körperhaltung und -bewegung),

- Viszerozeption (Wahrnehmungen aus den inneren Organen) und

- Nozizepition (Wahrnehmung von Schmerzen)


[Bearbeiten] Subjektive Krankheitstheorien

Auch die Patienten selbst entwickeln Vorstellungen von ihrer Krankheit- diese Vorstellungen nennt man Subjektive Krankheitstheorien: subjektiv, weil es sich um persönliche Modelle handelt. Oft werden sie von Patienten auch nicht direkt ausgesprochen, sind also implizit und müssen vom Arzt erfragt werden. Auch sind sie von Emotionen sowie den Bedürfnissen in der jeweiligen Situation beeinflusst und können sich dementsprechend schnell ändern. Subjektive Krankheitstheorien spielen bei der Interpretation von Beschwerden auch eine wichtige Rolle: „Was bedeutet dieses Zeichen im Brustkorb?“ „Könnte es das Anzeichen eines Herzinfarkts sein?“ Sie betreffen folgende Bereiche:


Ursachen: „Woher kommt meine Erkrankung?“

Krankheitsbild: „Woran leide ich eigentlich?“

Verlauf: „Ist diese Krankheit akut oder chronisch?

Behandlung: „Was wird mir am besten helfen?“

Auswirkungen: „Wird diese Krankheit bleibende Schäden hinterlassen?“


[Bearbeiten] Wissenschaftliche Erfassung der subjektiven Krankheitstheorien

-Akteur: "die situativen Umstände sind für mein Verhalten entscheidend"

-Beobachter: "seine Persönlichkeit ist für sein Verhalten entscheidend"

-Internal – external

-Global – spezifisch

-Stabil – variabel

-Kontrollierbar – unkontrollierbar

Beispiel für externale, spezifische, variable Attribution: "Ich habe diese Prüfung ausnahmsweise (spezifisch) nicht bestanden, weil der Prüfer viel zu schwere Fragen gestellt hat (external); er wird sich aber bessern (variabel)."

Beispiel für internale, globale, stabile Attribution: "Ich habe diese Prüfung nicht bestanden, weil ich nie (stabil) irgendwelche (global) Prüfungen bestehe; ich bin einfach zu dumm dazu (internal)." Ein internaler Attributionsstil von Misserfolg mündet eher in Resignation als in Veränderungsbereitschaft.

[Bearbeiten] Einflüsse auf die Arzt-Patient-Beziehung

Subjektive Krankheitstheorien sind wichtig für die medizinische Behandlungen und die Arzt-Patient-Beziehung:


[Bearbeiten] Quellen

Medizinische Psychologie und Soziologie, von Hermann Faller, Hermann Lang

http://www.meb.uni-bonn.de/psychiatrie/medpsy/manuskripte/ss05_psychoonkologie_kurs_3b.pdf

http://de.wikibooks.org/wiki/Elementarwissen_medizinische_Psychologie_und_medizinische_Soziologie:_Entstehung_und_Verlauf_von_Krankheiten:_Bezugssysteme_von_Gesundheit_und_Krankheit

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