Spitzfuß

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Definition[Bearbeiten]

Der Begriff Spitzfuß oder Pes equinus bezeichnet per Definition eine Fehlstellung des Fußes, die durch einen sogenannten Fersenhochstand gekennzeichnet ist. Ein Spitzfuß ist eine Kontraktur. Die Ferse ist durch eine dauerhafte Beugung des Fußes in Richtung Fußsohle hochgestellt, sodass der Fuß den Boden ausschließlich mit dem Fußballen berührt; auch durch passive Bewegung kann man einen Spitzfuß nicht in eine gerade Form bringen. Die dauerhaft bestehende Beugung des Fußes in Richtung Fußsohle bezeichnet man auch als Plantarflexion.

Ursachen[Bearbeiten]

Für einen Spitzfuß (Pes equinus) kommen vielfältige Ursachen infrage. Bei der Entstehungsweise unterscheidet man zwischen dem angeborenen Spitzfuß und dem erworbenen Spitzfuß. Ein angeborener Spitzfuß hat meist eine Fehlbildung als Ursache, so können zum Beispiel eine Unterentwicklung (Hypoplasie) der Unterschenkelknochen, ein angeborenes ausgerenktes Kniegelenk oder Veränderungen durch Zwangsfehlhaltungen im Mutterleib für die Fußfehlstellung beim Baby verantwortlich sein. Ein erworbener Spitzfuß kann folgende Ursachen haben:

  • Langandauernde Fehlhaltung des Fußes bei Immobilität, hierbei kommt es kommt zum physiologischen Überwiegen des Ruhetonus der Beugemuskeln; diese Haltung wird durch den Druck der Bettdecke und den Einfluss der Schwerkraft verstärkt.
  • Zerebrale Kinderlähmung (infantile Zerebralparese, spastische Lähmung, spastisch = mit erhöhter der Muskelspannung verbunden): tritt durch ein Trauma während der Geburt auf und beinhaltet als häufigste Fehlbildung den Spitzfuß
  • Störungen des Nervensystems (neurologische Störungen): lähmend (paralytisch), zum Beispiel bei Halbseitenlähmung nach einem Schlaganfall oder verkrampft (spastisch), wie beispielsweise bei der Friedreich-Krankheit oder Myelodysplasie.
  • Krankheiten, die den gesamten Organismus betreffen (sog. Systemerkrankungen): beispielsweise Bluterkrankheit (Hämophilie), bei der Einblutungen in die Wadenmuskulatur die Beschwerden auslösen
  • Störungen nach Verletzungen (posttraumatische Störungen): Verletzungen des Unterschenkels im Bereich des Sprunggelenks oder des ganzen Fußes, die zu einer verkürzten Achillessehne führen
  • Mechanische Ursachen: zum Beispiel längere Bettlägerigkeit, bei welcher der Fuß nicht abgestützt ist, oder Verbände, die den Fuß längere Zeit in Spitzfußstellung fixieren

Pathogenese[Bearbeiten]

Meist hat ein erworbener Spitzfuß seine Ursachen in einer gestörten Nervenfunktion, die (über eine schlaffe Lähmung) einen verkürzten Wadenmuskel (Musculus gastrocnemius) oder (über eine spastische Lähmung) eine übermäßige Muskelspannung in den Waden durch übersteigerten Streckreflex zur Folge hat. Auch bei einer Lähmung der Muskeln an der Vorderseite des Unterschenkels kann es zur Spitzfußstellung kommen: Diese sogenannten Extensoren heben den Fuß und führen, wenn sie gelähmt sind, zum Spitzfuß. Diese Lähmung entsteht, wenn der die Muskeln versorgende Nerv (sog. Nervus peronaeus) geschädigt ist. Eine häufige Ursache dafür sind Unfälle wie beispielsweise der seitliche Zusammenprall eines Fußgängers mit einem Auto. Verschiedene Infektionskrankheiten wie die spinale Kinderlähmung (Poliomyelitis) oder Diphtherie können ebenfalls den Nervus peronaeus schädigen und zu einer Muskellähmung mit Pes equinus führen. Wenn für den Spitzfuß keine Grunderkrankungen als Ursachen zu erkennen sind, liegt ein sogenannter habitueller Spitzfuß vor (habituell = gewohnheitsmäßig): Hier ist die Entstehung des Pes equinus darauf zurückzuführen, dass sich die anfängliche Phase des Laufenlernens, in der Kinder vorübergehend häufig auf den Zehen gehen, verlängert.

Prophylaktische Maßnahmen[Bearbeiten]

  • Die Füße des Immobilen werden während der Rückenlage im Rechten Winkel zu den Unterschenkeln gelagert
  • Zusätzlich werden Zehen mittels Deckenheber von der Bettdecke entlastet - bei geeigneter Temperatur Füße nicht zudecken
  • Das sitzen im Stuhl sollte als "natürliche" Spitzfußprophylaxe gefördert werden
  • Die Lagerung in der "Funktionellen Mittelstellung" ist keine wirksame Prophylaxe.

Achtung: Bei spastischen Lähmungen sollte diese Prophylaxe nicht durchgeführt werden, da kontinuierlicher Druck auf den Fußballen die Spastik fördern, dies ist jedoch nicht Wissenschaftlich belegt.

Fotos[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]