Snoezelen

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Snoezelen-Raum
Snoezelen-Raum
Tastwand

Der Begriff "Snoezelen" ist ein Kunstwort. Es leitet sich aus zwei niederländischen Worten ab:

  1. "snuffelen" (schnüffeln = tun, was man will) und
  2. "doezelen" (dösen = entspannen).

Es beschreibt eine Methode, die 1978 in Holland durch zwei Zivildienstleistende als Freizeitangebot für Schwerst- und Mehrfachbehinderte entwickelt wurde.

Aufgrund eigener Erfahrungen mit einem demenzkranken Menschen plädiert E. Schoenfeld-Schotte dafür, die durch "Snoezelen" möglichen primären Sinneserfahrungen dementen Patienten grundsätzlich zugänglich zu machen.

"Auch im Umgang mit Menschen im Koma oder auch Wachkoma (schwerste Schädelhirntraumata) findet das Snoezelen immer mehr Anklang und bietet eine einzigartige Selbsterfahrung für den Betroffenen und den Therapeuten. Die Reise ins Ich, eine Reise der Sinne. Es wird eine Vertrauensbasis aufgebaut, welche Bezugspflegekraft und den Betroffenen noch näher zusammenbringt. Man begegnet sich anders ..."

Was kann das Snoezelen bewirken? Snoezelen kann zur Tonusregulation bei Menschen mit schwersten Schädelhirntraumata beitragen, dadurch dass Betroffene die Grenzen ihres Körpers wahrnehmen. Zudem ist es auch ganz wichtig, dass eine angenehme und geborgene Atmosphäre hinzugebracht wird. Einige Vitalparameter können zudem auch gesteuert werden. Die Inspirationszeit und das Inspirationsvolumen vergrößern sich, die Sauerstoffsättigung steigt an und der Puls sinkt. Dies könnte durchaus für Weaningversuche von Respiratoren genutzt werden, um dem Betroffenen ein Leben ohne Monitor, Beatmungsgeräte und Sauerstoffkonzentratoren zu ermöglichen.

Projekt [EBN (evidence based nursing)]http://de.wikipedia.org/wiki/Evidence-based_Nursing:COCHRANE Studien belegten, dass bei kontinuierlicher Anwendnung von Snoezelen ein vorher dauerhaft erhöhter Blutdruck und somit die Gefahr für einen Infarkt verringert sind.

"Snoezelen" erfolgt meist in speziell ausgestatteten Räumen. In einer ruhigen, entspannten und stimmungsvollen Atmosphäre werden dort die primären Sinne durch Musik, Lichteffekte, leichte Vibrationen, taktile Stimulationen und angenehme Gerüche angesprochen. Sie fördern ein Gefühl von Wohlbefinden, Sicherheit und Entspannung, ohne irgendwelche intellektuellen Anforderungen zu stellen. Mögliche Gestaltungselemente sind:

  • Tastbretter,
  • Riechsäulen,
  • Klangwerkzeuge,
  • Kissen,
  • Decken,
  • Schaumstoffblöcke,
  • sanftes Licht,
  • Leuchtschnüre,
  • Aromalampen,
  • Spiegelkugeln
  • Meditationsmusik.

Letztendlich ist der Phantasie keine Grenze gesetzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jan Hulsegge, Ad Verheul: Snoezelen - eine andere Welt. Marburg 1997. 6.Aufl.
  • Krista Mertens: Snoezelen - Eine Einführung in die Praxis. verlag modernes lernen. Dortmund 2004. 2.Aufl.
  • Krista Mertens (unter Mitarbeit von Ad Verheul, Sandra Köstler, Ulrich Merz): Snoezelen - Anwendungsfelder in der Praxis. Dortmund 2005.
  • Krista Mertens et al.: Snoezelen-Eintauchen in eine andere Welt. verlag modernes lernen. Dortmund 2008.
  • Krista Mertens.: Snoezelen. In: Geistige Behinderung. Zf. 4/2006. 45. Jg.. 344-348
  • Krista Mertens.; I. Stephan: Tiere und Snoezelen - Snoezelen mit Tieren. In: Praxis der Psychomotorik. Jg 32(4). November 2007.
  • Sybille Günther: Snoezelen - Traumstunden für Kinder. Ökotopia-Verlag. Münster 2002.
  • Ad Verheul: Snoezelen-Materialien selbstgemacht. Ede 2004
  • Bernd Reuschenbach & Anna Mallau (2005). Snoezelen bei Demenz. Disco im Altenheim oder sinnvolles therapeutisches Angebot. Pflegezeitschrift, 58, 304-307.
  • E. Schoenfeld-Schotte: Inseln der Ruhe. In Snoezelen-Räumen finden Demenzkranke Entspannung und Geborgenheit. Altenpflege 1996 (21), 526-529
  • Claudia Löding: Snoezelen Elsevier Urban & Fischer Verlag ISBN 3-437-46590-2

Weblinks[Bearbeiten]