Ritual

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Rituale sind stets wiederkehrende Bewegungs- und Handlungsabläufe und Worte, die individuell oder gesellschaftlich mit ganz bestimmten Personen oder Rollenträgern und mit einer ganz bestimmten Bedeutung verknüpft sind (z. B. ein Gebet). Durch die immer gleiche Art und Weise, in der Rituale durchgeführt werden, können sie dem Menschen Halt und Sicherheit vermitteln. Dazu kann das morgendliche Kaffeekochen gehören, aber auch feierlich-festliche Zeremonien mit hohem Symbolgehalt.

Einige Rituale, meist religiöse Zeremonien oder magische Beschwörungen, dürfen nur von „Eingeweihten“ (Priester, Schamane) ausgeübt werden.

Begrüßung[Bearbeiten]

In sehr vielen Kulturen sind genau bestimmte Körperberührungen Teil von Willkommens- oder Abschiedsritualen.

Übergangsrituale[Bearbeiten]

(seltener auch: Passagenriten, von frz. rites de passage) Der Beginn eines neuen Lebensabschnittes wird häufig zum Anlass für eine Feier genommen: Schulabschluss, Lossprechung (Handwerk), Hochzeit, Berufsende. Selbst ein Einsatzortswechsel innerhalb der selben Einrichtung geht oft mit einem Ritual einher (Beispiel: "Entlassungsbad" in der Stationswanne in voller Dienstkleidung).

Beim Wechsel von Winter in den Frühling steht traditionell der Frühjahrsputz an.

Reinigungsrituale[Bearbeiten]

Reinigungsrituale (Beispiel: Fußwaschung) sind häufig religiös begründet.

Initiationsritual[Bearbeiten]

Die Initiation ist ein Schwellenritus. Das Wort kommt vom lateinischen Wort für Anfang. Initiation bezeichnet dabei die Einführung eines Außenstehenden (eines Anwärters) in eine Gruppe oder Gemeinschaft, z.B. vom Kind zum Mann, vom Kind zum Gemeindemitglied (Konfirmation), vom Novizen zum Priester oder vom Laien zum Schamanen. Die Initiation ist gewöhnlich in einen vorgegebenen rituellen Rahmen eingebunden.

Nichtreligiöse Beispiele: die Jugendweihe der FDJ in der damaligen DDR; „Mutproben“ oder Ekel- und Gewaltproben, um die Unterwerfung des Neuen unter die Gruppennorm zu erzwingen.

Bestattungsrituale[Bearbeiten]

Bestattungsrituale schaffen den Rahmen für den Umgang mit dem Tod (Totenkult) und der Trauer. Dazu gehören unter anderem die Totenwache, die Leichenwäsche, die Einsegnung, die Bestattung, der Leichenschmauss, die Festlegung der Trauerzeit.

Rituale in der Pflege[Bearbeiten]

Rituale in der Pflege können zweierlei sein: Rituale von Pflegenden und Rituale der gepflegten Personen, die beachtet werden sollen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Burckhard Dücker: Rituale. Formen - Funktionen - Geschichte. Eine Einführung in die Ritualwissenschaft. Metzler Verlag 2006. ISBN 978-3-476-02055-0
  • Mary Douglas: Ritual, Tabu und Körpersymbolik. Sozialanthropologische Studien in Industriegesellschaft und Stammeskultur. S. Fischer, Frankfurt am Main 1974, ISBN 3-10-815601-2.
  • Victor Turner: Das Ritual. Struktur und Anti-Struktur. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2005.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch:[Bearbeiten]