Rhagade

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Eine Rhagade (griech. rhagas, rhagados = Riss) ist eine schmaler, spaltförmiger Riss, der alle Schichten der Epidermis durchtrennt. Synonyme: Schrunde, Cheilitis angularis (auch Angulus infectiorus oris oder Perléche), Faulecken.

Sie zählt zu den Sekundäreffloreszenzen.

Rhagaden treten häufig an den Mundwinkeln auf. Die Heilung ist recht langwierig, da die Wunden gerade an dieser Körperstelle durch Bewegung immer wieder aufreißen können. Andere Körperstellen, an denen Rhagaden auftreten können, sind z.B. Handrücken/Finger (beim Abnutzungsekzem), zwischen den Zehen (im Zusammenhang mit Intertrigo); im Analbereich spricht man statt von Rhagade eher von Fissur.

Ursachen[Bearbeiten]

Meist entstehen Rhagaden durch Überdehnung der entsprechenden Hautstelle, die durch verschiedene Gründe weniger elastisch als normal ist. Dies kann durch Flüssigkeitsmangel bedingt sein, trockene Raumluft und Kälte im Winter, Eisen- oder Riboflavin-Mangel (Vitamin B2). Rhagaden sind auch Symptom der Cheilitis vulgaris, können aber auch bei der Nahrungsaufnahme durch scharfkantige Kunststoffbecher oder Brötchenkrusten entstehen. Sekundärinfektionen bei Erwachsenen entstehen oft durch Hefepilzinfektionen (Candidose) und bei Kindern durch Streptokokkeninfektion.

Therapie[Bearbeiten]

Die Behandlung ist abhängig von der Ursache.

  • Führen äußere Einflüsse zu den Beschwerden, ist meist die Anwendung einer dexpanthenolhaltigen Salbe ausreichend, alternativ auch Ringelblumen- oder Zinksalbe. Die jeweilige Salbe sollte aber einen möglichst hohen Fett-Anteil aufweisen (Wasser-in-Öl-Emulsion).
  • Vitamin-und Eisenpräparate sind notwendig bei Mangelerscheinungen.
  • Eventuelle Infektionen oder Grunderkrankungen müssen ärztlicherseits behandelt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Ekzem


Weitere Artikel: Primäreffloreszenzen: Sekundäreffloreszenzen: