Rasur

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Männern sollte Gelegenheit zur täglichen Rasur gegeben werden. Ist ein Patient/Bewohner nicht in der Lage es selbst durchzuführen, so ist es Aufgabe des Pflegepersonals Ein Bart muß genauso gepflegt werden wie die Kopfhaare. Gesichtshaare bei Frauen können infolge von Krankheit (Nebennierenerkrankungen) oder häufiger durch Hormonbehandlungen auftreten. Frauen mit einer bartähnlichen Gesichtsbehaarung dürfen auf keinen Fall sofort rasiert werden, sondern man muß sich immer erst nach den individuellen Gewohnheiten erkundigen.

Wird ein Bart einfach so (ohne Zustimmung) abrasiert, begeht man eine Körperverletzung!

Vorbereitung[Bearbeiten]

Der Patient/Bewohner ist über die Maßnahme zu informieren und sein Einverständnis ist einzuholen (die mündliche Zustimmung reicht - es ist kein Aufklärungbogen und keine schriftliche Einverständniserklärung nötig. Die Pflegekraft informiert sich über die Gewohnheiten des Patienten/Bewohners bezüglich bestimmter Pflegemittel und die Art der Rasur (Nass oder Trocken). Vorallem Männer, die es gewohnt sind sich Nass zu rasieren werden dies auch oftmals einfordern, da die Nassrasur gründlicher ist als die Trockenrasur. Im Idealfall hat der Patient/Bewohner seine eigenen Utensilien (Rasierzeug) dabei, diese sind dann unbedingt zu verwenden.

Auf keinen Fall aus Gewohnheits- oder Bequemlichkeitsgründen die kliniküblichen Einmalrasierer verwenden, ausser der Patient/Bewohner stimmt diesem zu.

Trockenrasur[Bearbeiten]

Material[Bearbeiten]

  • ein Rasierapparat
  • ein Spiegel
  • ein Handtuch
  • Rasierwasser

Durchführung[Bearbeiten]

  • Elektrorasierer dürfen nicht in der Nähe von mit Wasser gefüllten Behältern, wie z.B. Badewanne, Waschbecken und Waschschüsseln verwendet werden.
  • Handtuch über die Brust legen, um die Verschmutzung der Kleider zu verhindern.
  • Gerät mit dem Schalter einschalten. Gerät im rechten Winkel zur Haut halten.
  • Die Haut mit der freien Hand straffen. Rasierer mit sanftem Druck zügig gegen die Bartwuchsrichtung führen.
  • Problemhaare und Mehr-Tage-Bärte können mit zugeschaltetem Langhaarschneider rasiert werden.
  • Nach der Rasur trägst Du dem Patienten evtl. Rasierwasser oder Hautcreme auf.

Zur Reinigung und Pflege sollte der Scherkopf durch Knopfdruck abgenommen und ausgeklopft werden. Das Scherblatt darf nicht mit dem Bürstchen gereinigt werden, wohl aber die Klingen. Ein beschädigtes Scherblatt kann Verletzungen an der Haut verursachen. Deshalb ist nach jeder Rasur die Schutzkappe wieder auf den Scherkopf aufzusetzen.

Vorsicht bei Trägern mit Herzschrittmachern! Von Elektrorasierern können starke Störfelder ausgehen. Es ist schwer vorauszusagen, wie sich die Störfelder auf den Schrittmacher auswirken. (Quelle: Thiemes Altenpflege in Lernfeldern 2008)

Naßrasur[Bearbeiten]

Material[Bearbeiten]

  • Naßrasierer, Einmalrasierer
  • Rasierschaum, Rasiercreme
  • evt. Rasierpinsel
  • Waschschüssel
  • Waschlappen
  • Handtuch
  • evt. Rasierwasser

Durchführung[Bearbeiten]

  1. Überprüfe, ob in dem Klingenhalter eine Klinge eingesetzt ist und diese auch sauber ist. Im Zweifelsfall, wenn Du Dir nicht sicher bist frage einen Kollegen ob er Dir beim Einsetzen der Klinge hilft, da es unzählige Varianten und Hersteller gibt. Allgemein gilt: Nur die Klingen desselben Herstellers passen in den Klingenhalter.
  2. Um die Verschmutzung der Bettwäsche zu verhindern, lege das Handtuch über die Brust und an den Hals.
  3. Befeuchte mit einem warmen nassen Waschlappen die zu rasierende Hautpartie.
  4. Nun trage die Rasierseife mit Hilfe des Rasierpinsels auf die Haut. Sie sollte in etwa 2 mm dick sein.
    • Oder verreibe mit den Händen Rasierschaum oder Rasiergel aus der Dose auf der Haut.
  5. Nachdem Du mit der freien Hand die Haut etwas gespannt hast, beginne mit der Rasur an den Schläfen und ende am Kinn (von oben nach unten).
  • Rasiere immer mit leichtem Druck gegen die Bartwuchsrichtung.
    • Hierbei solltest Du möglichst den Patienten/Bewohner nach seinen Gewohnheiten befragen. Die Rasur gegen die Wuchsrichtung schneidet die Barthaare tiefer ab und sie sinken unter die Hautoberfläche. Dies kann zu Einwachsungen und Entzündungen führen. Auf der anderen Seite führt eine Rasur "gegen den Strich" zu einem besseren, also glatteren Ergebnis.
  • Die Rasierklingen müssen regelmäßig von Schaum und Haaren befreit werden. Spüle deshalb die Klingen in dem Behälter mit warmen Wasser ab. Am besten ist es, die Klingen unter fließendem, heissen Wasser auszuspülen.

Eine Rasur mit einem Rasiermesser bedarf viel Übung und Können. Sie sollte also vom Pflegepersonal in der Regel abgelehnt werden, da die Verletzungsgefahr zu groß ist.

Nachbereitung[Bearbeiten]

Nach dem Rasieren reinige die Rasurfläche mit einem sauberen Waschlappen und tupfe sie gründlich mit einem Handtuch trocken.

Das Rasierwasser wird ein Zusammenziehen der Haut bewirken. Der Patient bevorzugt meist eine eigene Sorte. Gieße ca. 2 cl Rasierwasser in Deine Handpalme und reibe dies auf die rasierten Hautflächen. Achte darauf, daß der Patient kein Rasierwasser in die Augen oder offene Wunden bekommt. Mikroverletzungen, die durch die Rasur entstanden können bedenkenlos mit Rasierwasser behandelt werden.

Ist die Rasur im Bett erfolgt, also kein fließendes Wasser vorhanden sind die Klingen nach der Rasur unbedingt unter heissem, fließenden Wasser zu reinigen. Einstellung des Wasserhahnes: Ganz heiss, ganz auf. Werden die Klingen nicht ausreichend gereinigt, werden sie in kurzer Zeit stumpf. Das Rasieren mit stumpfen Klingen ist für den Patienten/Bewohner sehr schmerzhaft da die Haare nicht mehr abgeschnitten, sondern ausgerissen werden.

Verletzungen[Bearbeiten]

Patienten mit großflächigen Hautdefekten im Gesicht oder vielen Pickeln (z.B.Akne) sind schwer zu rasieren und es bedarf einiger Übung. Frage möglicherweise einen erfahrenen Kollegen/eine erfahrene Kollegin. Es besteht die Gefahr von Verletzungen die über das Maß der üblichen Mikroschnitten bei der Rasur hinausgehen. Jeder Patient/Bewohner hat seine eigenen "Mittelchen" um Blutungen zu stillen. Wende diese dann auf Anleitung des Patienten/Bewohners an. Ein gutes Mittel, welches jedoch stark brennt ist Alaun, welches Handelsüblich als Alaunstift vorliegt.