RICH-Nursing Studie

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Die RICH-Nursing Studie ist eine Multicenter-Querschnittstudie, die mit einer Stichprobe aus 8 Akutkrankenhäusern in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz Folgendes untersuchte: das Ausmaß von impliziter Rationierung der Pflege sowie die Zusammenhänge zwischen Rationierung, Arbeitsumgebungsqualität und der Zusammensetzung von PatientInnen und Pflegepersonen.

Die RICH-Nursing Studie[Bearbeiten]

Es wurden 2 052 Pflegefachpersonen und 1 190 stationäre Patienten befragt.

Spitaldaten und Patientenaustrittsdaten des Schweizer Bundesamtes für Statistik lagen vor.

Die Forscher definieren implizite Rationierung als "das Vorenthalten oder das Nicht-Ausführen notwendiger Pflegemaßnahmen aufgrund von Zeitmangel, Personalmangel oder fehlender Ausbildung".


Ergebnisse[Bearbeiten]

Es werden klare Zusammenhänge zwischen einer guten Qualität der Arbeitsumgebung (Arbeitszufriedenheit), einer an den Pflegebedarf angemessenen Stellenbesetzung des Pflegepersonals (Personalschlüssel)einerseites und guten Behandlungsergebnissen bei Patienten nachgewiesen. Andrerseits hängen geringere Arbeitsunzufriedenheit, Burnout, Fluktuation und arbeitsbedingten Verletzungen beim Pflegepersonal zusammen.

Je besser die Pflegenden ausgebildet sind und je mehr Zeit sie am Patientenbett verbringen können, desto besser funktioniert die Früherkennung von Komplikationen und desto schneller kann reagiert werden.


Forscherteam, Ort[Bearbeiten]

Das Forscherteam der RICH-Nursing Studie (Rationing of Nursing Care in der Switzerland, CH) vertreten durch Prof. Sabina De Geest, der Leiterin des Instituts für Pflegewissenschaft (IPW) der Universität Basel.

Internationaler Vergleich, IHOS[Bearbeiten]

11 Länder (USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Neuseeland, Belgien, Schweiz, Japan, Österreich, Russland, Armenien) sind an der IHOS-Studie beteiligt.

Die verschiedenen nationalen Zweige werden durch das "Center for Health Outcomes and Policy Research (CHOPR)" der Universität Pennsylvania, USA, koordiniert.

Sean Clarke vun der Pennsylvania-Uni wies auf die Ähnlichkeit bei den beteiligten Krankenhäusern aus der Schweiz und den anderen IHOS-Ländern hin - trotz der unterschiedlichen Gesundheitssysteme. "Beispielsweise zeigt die Auswertung von Krankenhausdaten aus Pennsylvania (von n = 232 342 Patienten), dass mit jedem Patienten, den eine Pflegekraft zusätzlich betreuen muss, das Risiko für die Patienten um sieben Prozent ansteigt, innerhalb von 30 Tagen nach Eintritt ins Krankenhaus oder in Folge einer unerwarteten Komplikationen zu sterben. ... . Es wurde gezeigt, dass ein Stellenschlüssel von vier Patienten pro Pflegekraft (4 : 1) mit der niedrigsten Patientensterblichkeit verbunden ist. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein Stellenschlüssel von 8 : 1 am kostengünstigsten ist, jedoch auch die höchste Patientensterblichkeit aufweist."


Siehe auch[Bearbeiten]


Literatur[Bearbeiten]

  • Aiken L. H, Clarke S. P, Sloane D. M, Sochalski J, Silber J. H. (2002): Hospital Nurse Staffing and Patient Mortality, Nurse Burnout, and Job Dissatisfaction. JAMA: 288 (16), 1987–1993.
  • Aiken L. H, Clarke S. P, Cheung R. B., Sloane D. M, Silber J. H. (2003): Educational levels of hospital nurses and surgical patient mortality. JAMA: 290 (12); 1617–1623
  • McClure M, Hinshaw A. S. (2002): Magnet Hospitals Revisited: Attraction and Retention of Professional Nurses. Washington, American Nurses Publishing.
  • Grossmann Florian F. : Rationierung von Pflege bedingt höhere Patientensterblichkeit. In: Die Schwester/Der Pfleger 44: 11/2005 S. 886-888
  • Rothenberg M. B, Abraham I, Lindenauer P. K, Rose D. N. (2005): Improving nurse-to-patient staffing Ration as a cost-effective safety intervention. Medical Care: 43 (8), 785–791
  • Download der Studie hier


Weblinks[Bearbeiten]