Pulsoxymetrie (Pulsoximetrie)

Aus PflegeWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Definition[Bearbeiten]

Die Pulsoximetrie ist ein nicht-invasives Verfahren, mit dem die Sauerstoffsättigung des arteriellen Blutes (Oximetrie) und die Herzfrequenz (Puls) ermittelt werden.

Bewertung[Bearbeiten]

Die Pulsoxymetrie ist ein in der Praxis etabliertes, schnelles, sicheres, nichtinvasives und mobiles Verfahren zur Messung der arteriellen Sauerstoffsättigung des Blutes und der Pulsfrequenz innerhalb des Patientenmonitorings. Sie wird vorwiegend in der Intensivmedizin, Notfallversorgung, Anästhesie und zunehmend auch in der häuslichen Intensivpflege eingesetzt.

Messgerät[Bearbeiten]

Das Messgerät ist das Pulsoxymeter. Moderne Geräte sind inzwischen kleiner als eine Zigarettenschachtel. Größere Geräte benötigen einzelne Sensoren. Die Verbindung zwischen Gerät und Sensor(Patient) erfolgt dann durch ein Überleitungskabel.

Sensoren[Bearbeiten]

Sensoren arbeiten auf der Grundlage der Absorptionsspektrometrie, die 1974 von dem Japaner Takuo Aoyagi entwickelt wurde. Die durch die Pulswelle verursachte Volumenverschiebung in den Arteriolen zeigt das Gerät als Pulsfrequenz an. Bekannt sind die Clip-Sensoren, die nach dem Wäscheklammerprinzip arbeiten. Diese werden an den Fingern, Zehen und Ohrläppchen der Patienten befestigt und eigenen sich für Erwachsene. Andere Sensoren werden mittels Klettmanschette oder Klebestreifen am Körper der überwachungspflichtigen Patienten fixiert. Klebesensoren sind grundsätzlich für den Einsatz bei Kindern geeignet.

Fehlerquellen[Bearbeiten]

  1. Technisch erhobene Parameter haben zunächst nur einen informatorischen Charakter.
  2. Fachpflegekräfte interpretieren die angezeigten Werte unter Einbeziehung der bekannten Diagnosen (COPD) und des klinischen Bildes der Erkrankung. Daher ist, trotz eines vorhandenen technischen Monitoring, immer auch die visuelle Überwachung (Krankenbeobachtung) unerlässlich.
  3. Bei lackierten Nägeln ist eine Pulsoxymetrie nicht aussagekräftig und erscheint daher sinnlos, doch muss der "Fingerclip" einfach nur gedreht werden, um die eigentliche Messstelle im Bereich des lackierten Fingernagels zu umgehen und nun die seitliche Stelle des Fingers genutzt wird, um einen Wert zu erheben.
  4. Der häufigste Messfehler ist die Dislokation des Sensors durch Zittern, Eigenbewegungen des Patienten oder pflegerische Handlungen.
  5. Bei einer Hypothermie der Peripherie bzw. der Extremitäten entsprechen die angezeigten nicht unbedingt den tatsächlichen Werten. Letzteres kommt häufiger bei älteren Menschen vor.
  6. Bei Kohlenmonoxidintoxikationen ist zu beachten, dass auch dieser Stoff an das Hämoglobin gebunden wird und so normale „Sättigungswerte“ (ohne eine Differenzierung zwischen Kohlenmonoxid und Sauerstoff) angezeigt werden. Innerhalb einer arteriellen Messung können moderne Geräte allerdings differenzieren.

Selbsttest[Bearbeiten]

Geht das Gerät oder nicht? Ein Selbsttest kann diese Frage beantworten.

Wissen[Bearbeiten]

Den Anwendern müssen nicht nur die Funktion und die Einsatzmöglichkeiten der Pulsoxymetrie bekannt sein, sie sollten auch die Fehlerquellen erkennen können und über ein solides Fachwissen innerhalb der Krankenbeobachtung und Krankheitslehre verfügen.

Bei der Patientenzuordnung innerhalb der Diensteinteilung gilt daher auch hier der Grundsatz: Die richtige Pflegekraft am richtigen Bett![1]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Artikel folgt in großen Teilen der Publikation: Herbert Mannel, Pulsoxymetrie: Patienten sicher überwachen, Heilberufe 1/20011, 21, und wurde teiweise ergänzt

Externe Links[Bearbeiten]

  • Pulsoxymetrie erkennt Herzfehler bei Neugeborenen: [1]
  • Pulsoximetrie in doccheck flexikon: [2]

Siehe auch[Bearbeiten]