Pflegeplanung

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Pflegeplanung ist eine zentrale Arbeitsmethode professioneller Pflegekräfte mit dem Ziel, eine systematische und nachvollziehbare Pflege im Rahmen des Pflegeprozesses zu ermöglichen. Seit der Novellierung des Krankenpflegegesetzes von 1985 ist die geplante Pflege verbindlich.

Mit der schriftlichen Erstellung eines individuellen Pflegeplans werden bei jedem Patienten dessen Pflegeprobleme und Ressourcen erfasst und die Pflegeziele und dazu notwendige Maßnahmen festgelegt. Jeder an der Pflege des Patienten Beteiligte hat Einblick in die Planung und führt sie entsprechend der Vorgaben aus. Der individuelle Pflegeplan ist Teil der Pflegedokumentation, mit der der Erfolg der Pflege bei einem bestimmten Patienten festgestellt oder auch die Gründe für ein eventuelles Nichterreichen von Pflegezielen erkennbar werden. Mit der regelmäßigen Aktualisierung und Anpassung von Problemen, Zielen und Maßnahmen im Pflegeplan soll die Qualität der Pflege verbessert werden.


Inhaltlich gibt es in weiten Teilen Überschneidungen mit dem Begriff Pflegeprozess - dieser beschreibt allerdings mehr das theoretische und das praktische Gesamtgeschehen und zielt weniger auf die Arbeitstechnik ab. Der Pflegeprozess umfasst deutlich mehr Aspekte als die Pflegeplanung.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Ursprünge der Pflegeplanung stammen aus den USA der 1950er Jahre. Vor allem war Virginia Henderson, die neben der Entwicklung und der Einführung der "Basic Principles of Nursing" (Grundregeln der Krankenpflege) auch berufspolitische Ziele und einen höheren Berufsstatus verfolgte, an dieser Entwicklung sehr interessiert.

[Bearbeiten] Begriffe und Intentionen

Zunächst wird unterschieden zwischen didaktischer und praktischer Pflegeplanung. Während die an den Krankenpflegeschulen gelehrte Pflegeplanung anhand von Fallbeispielen detailliert und damit sehr zeitaufwändig ausfällt, ist die praktische an den Prioritäten und den individuellen Gegebenheiten der Situation sowie den Wünschen und Bedürfnissen des "echten" Patienten orientiert.

Für die Einführung der Pflegeplanung in der Praxis ist es sinnvoll, sich auf eine Pflegetheorie und ein Klassifikationsmodell (z.B. AEDL) in einer Einrichtung zu einigen, oder sich zumindest Teile einer (oder mehrerer) Theorie(n) zu nutze zu machen. Dies können beispielsweise die an Bedürfnissen orientierten Pflegetheorien von Orem, Roper, Logan & Tierney oder Henderson sein. Orientierung können aber auch Pflegediagnosen der NANDA und das sogenannten RUMBA-Prinzip mit dessen Qualitätskreislauf bieten.

Unter dem Begriff "Pflegeplanung" versteht man eine geplante, für jeden am Pflegeprozess Beteiligten nachvollziehbare und systematische Arbeitsweise. Letztendlich ist es die praktische Umsetzung des Pflegeprozesses, die Sichtbarmachung pflegerischer Prozesse in der Arbeit mit Patienten. Da der Pflegeprozess ein patientenorientiertes und problemlösendes System ist, in dem die Patienten eng einbezogen werden müssen, ist auch die Pflegeplanung eine patientenorientierte Arbeitsweise. Diese Art der Problemlösung wurde von der Wirtschaft übernommen (Kybernetik) und an die Pflege angepasst. Systematische und planvolle Arbeitsweisen sind in allen Bereichen der modernen Arbeitswelt anzutreffen. In der Pflegeplanung werden häufig Pflegestandards verwendet, die jedoch individuell an den Patienten angepasst werden müssen.

Der Pflegeprozess in der Kranken- oder Altenpflege entsteht durch eine systematische, auf die Bedürfnisse des jeweiligen Menschen orientierte Planung und Durchführung der Pflege. Die Dokumentation ist dabei das Werkzeug für diese notwendige pflegerische Arbeit. Sie ist mit der Arbeitsvorbereitung in der Industrie oder dem Kostenvoranschlag im Handwerk durchaus vergleichbar.

Der Begriff "Pflegeprozess" betont das Gesamtgeschehen. Er bezeichnet das theoretische Konstrukt, die Abfolge von Auswertung gesammelter Informationen, daraus resultierender Planungen und Handlungen und wiederum deren Auswertung und Anpassung. Es ist ein sich ständig wiederholender Prozess.

Das Wort "Pflegeplanung" bezeichnet mehr die intellektuelle Vorbereitung und Verarbeitung der Pflegehandlungen sowie die Dokumentation durch die verantwortliche Pflegeperson. Das kann je nach Organisation der Pflege die Fachkraft, die Bezugspflegeperson, die Schichtleitung oder die Bereichspflegekraft sein.

In diesen Ablauf müssen die anderen beteiligten Berufsgruppen (z. B. Ärzte, Physiotherapeuten) eingebunden werden.


[Bearbeiten] Sechs-Phasen-Modell (nach Fiechter/Meier)

Die Pflegeplanung besteht aus folgenden Schritten:

  1. Informationen sammeln
  2. Fähigkeiten und Pflegeprobleme beschreiben
  3. Pflegeziele festlegen
  4. Pflegemaßnahmen planen
  5. Pflege durchführen
  6. Erfolg der Pflege bewerten (Evaluation)

[Bearbeiten] Die einzelnen Schritte der Pflegeplanung

Gesundheits- und Krankenpflegerin grübelt über Problem, Ziel und Maßnahme

Es werden hier die einzelnen Schritte dargestellt, die aus einer spontanen, ungeplanten Pflege einen geplanten Prozess werden lassen. Dieses gesamte Vorgehen ist prozesshaft und nicht nur einmalig zu erledigen. Eine fachgerechte, ausführliche Pflegeplanung benötigt aber etwa zwei bis drei Wochen Zeit, vorher müssen aber schon Pflegeinterventionen im Sinne einer Kurzplanung erfolgen, beispielsweise die Minimierung der Sturzgefahr oder die Dekubitusprophylaxe.[1]

Alle Unterlagen zur Pflegeplanung - z. B. Pflegeanamnese, Pflegebericht, etc. sind Teil der individuellen Pflegedokumentation. Die Pflegedokumentation ist im Krankenhaus Teil der Patientenakte und unterliegt damit den Vorgaben zum Datenschutz und der Schweigepflicht.


[Bearbeiten] Informationssammlung

Der Pflegeprozess beginnt mit der Informationssammlung zum Ist-Zustand des pflegebedürftigen Menschen - dabei werden nach Möglichkeit geeignete Assessmentinstrumente (z.B. RAI, ePA© usw.) eingesetzt.

[Bearbeiten] Erkennen von Ressourcen und Pflegeproblemen

Im Pflegeplan werden auf Basis der im Assessment gewonnenen Daten und unter Berücksichtigung von Fähigkeiten / Ressourcen und Problemen die Pflegediagnose(n) gestellt und je nach Dringlichkeit in eine Rangfolge gebracht.

[Bearbeiten] Festlegen von Pflegezielen

Auf der Grundlage der vorangegangenen Schritte werden realistische (d. h. erreichbare) Pflegeziele festgelegt und in den Pflegeplan geschrieben. Dazu sollte ein Gespräch zwischen Pflegenden und Patient/Klient geführt werden (siehe auch: Pflegefachgespräch).

[Bearbeiten] Planung der Maßnahmen

Es folgt die Nennung der pflegerischen Maßnahmen, die zum Erreichen der vorgegebenen Ziele angewendet werden sollen. Zeitpunkt und Personalaufwand (Qualifikation, Anzahl) dafür sind anzugeben (i. d. R: ein Zeitrahmen oder die Häufigkeit). In den Pflegeplan können an dieser Stelle Pflegestandards einbezogen werden. Sie ersetzen aber nicht die individuelle Planung.

[Bearbeiten] Durchführung der geplanten Pflege

Der zentrale Schritt des Pflegeprozesses ist die fachgerechte Durchführung der Pflegemaßnahmen. Dies wird anschließend im Pflegebericht und/oder Leistungsnachweis dokumentiert, um die tatsächlich erbrachte Pflegeleistung zu belegen.

[Bearbeiten] Evaluation

Eine regelmäßige Überprüfung des Pflegeplanes, um Wirksamkeit, Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Pflegemaßnahmen zu beurteilen, ist von Anfang an vorzusehen. Ihre Häufigkeit richtet sich nach Krankheitsbild und Behandlungs- bzw. Pflegevertrag. Sie erfolgt in der letzten Spalte des Pflegeplans und hält das Ausmaß des erreichten Erfolgs fest. Der Fachausdruck dafür ist Evaluation . Dazu wird der Pflegeplan in regelmäßigen Abständen, bzw. wenn sich neue Informationen ergeben, überprüft und überarbeitet und damit der neuen Situation angepasst. Der genannte Kreis schließt sich damit.

[Bearbeiten] Qualität der Pflegeplanung

Worin liegt die Qualität der Pflegeplanung? - Woran ist die Qualität erkennbar?

Gute Qualität der Pflege und eine entsprechende Qualität der Pflegeplanung und der Pflegedokumentation liegt vor, wenn Pflege im Sinne der ganzheitlichen Behandlung berücksichtigt ist. Das betrifft den

unter Berücksichtigung der subjektiven und objektiven Eindrücke und individueller Bedürfnisse.

[Bearbeiten] Merkmale der Qualität der Pflegeplanung


Das Kriterium der Vollständigkeit der Dokumentation:


[Bearbeiten] Vorgehen zur Überprüfung dieser Merkmale

Die Überprüfung der Merkmale kann in einem Organisationsstandard der Einrichtung geregelt sein, wie z. B. in einer Dienstanweisung oder einem Handbuch zur Pflegeplanung/-dokumentation für alle Mitarbeitenden.

Sie gehört zu den Führungsaufgaben der verantwortlichen Pflegefachkraft. Neben stichprobenartigen Überprüfungen sind auch systematische Auswertungen durchzuführen.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Bücher

[Bearbeiten] Zeitschriften

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Henke, Horstmann: Pflegeplanung exakt formuliert und korrigiert. 2010, S. 15
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