Pflegewissenschaft

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Die Pflegewissenschaft ist die Wissenschaft vom Phänomen Pflege.(Dassen und Baist 1994) Sie beansprucht, die wissenschaftliche Basis für die Praxisdisziplin Pflege zu sein. (Bartholomeyczik)


Definition[Bearbeiten]

Pflegewissenschaft ist eine Handlungswissenschaft, die den Sozialwissenschaften zugeordnet ist und umfasst

  • Pflegeforschung (Wie oder was wirkt bei der Pflege? in Bezug auf die Pflegepraxis,
  • Pflegepädagogik (Unterricht in typischen Pflegeberufen …),
  • Pflegetheorie und
  • Versorgungswissenschaft (Bedarfe, Organisationsformen, Finanzierung u.ä.).

Sie hat als Bezugswissenschaften die Medizin, Soziologie, Psychologie, Biologie, Philosophie und Geschichte. Aus diesen Wissenschaftsgebieten erhält sie viele Grundlagen und die Methoden der Forschung/Wissensdarstellung.

Nach Meyers Lexikon verfolgt die Pflegewissenschaft das Ziel, "das umfangreiche Erfahrungswissen der Pflegenden begrifflich zu fassen, zu systematisieren, Konzepte und Theorien zu entwickeln und damit zur wissenschaftlichen Fundierung, zum Erhalt und zur Erweiterung pflegerischen Wissens beizutragen."

Forschungsmethoden in der Pflegewissenschaft[Bearbeiten]

vgl. Sozialwissenschaften bei Wikipedia

Bereiche der Pflegewissenschaft[Bearbeiten]

In diesen Bereichen kann pflegewissenschaftliche Forschung mit sehr verschiedenen Methoden betrieben werden

Themen in der Pflegewissenschaft[Bearbeiten]

Pflegewissenschaftliche Gruppierungen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Pflegewissenschaft wurde in Deutschland in den 1990er Jahren mit großer Verspätung gegenüber Nordamerika und Westeuropa etabliert, weil man erst spät die Notwendigkeit erkannt hat, Pflege wissenschaftlich zu untersuchen. Inzwischen wurden rd. 50 Studiengänge überwiegend an Fachhochschulen, in wenigen Universitäten mit Pflegebezug und unterschiedlichen Schwerpunkten entwickelt worden.

Bis dahin war die Erfahrung der Pflegekräfte die Grundlage des Handelns. Die ist aber nicht wissenschaftlich abgesichert. Daher ergibt es Sinn, systematisch zu erforschen, welche Methoden in einer bestimmten Situation die beste Wirkung erzielen. Außerdem steigen die Anforderungen an die Pflege und das Pflegemanagement. Der Anteil alter Menschen wächst, chronische Krankheiten nehmen immer mehr zu. Auch erfordern die ökonomischen Bedingungen im Gesundheitswesen, dass Maßnahmen zur Pflege und Betreuung möglichst zielgerichtet eingesetzt werden. Und schließlich wird Pflege auch in Deutschland nicht mehr nur als Zuarbeit zur Medizin gesehen, sondern als eigenständige Disziplin.

In den USA gab es schon vor hundert Jahren Pflegestudiengänge, in Großbritannien gibt es sie seit 1970. Die Pflegewissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland verwendete zunächst einige Energie darauf, sich die angelsächsischen Forschungsergebnisse anzueignen, bevor sie eigene Forschungsprojekte verfolgte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Bücher:

  • Hermann Brandenburg, Stephan Dorschner (Hrsg.): Pflegewissenschaft 1. Lehr- und Arbeitsbuch zur Einführung in wissenschaftliches Denken in der Pflege. Unter Mitarbeit von Gerd Bekel, Volker Fenchel, Reinhard Lay, Meridean Maas, Marcel Remme und Janet Specht; Verlag Hans Huber, Stuttgart-Bern, 2001, 2006 - 2. Auflage. ISBN 3-456-84161-2
  • Nancy Burns, Susan K. Grove: Pflegeforschung verstehen und anwenden. Elsevier, München 2005, ISBN 3-437-25996-2
  • Geri Lobiondo-Wood, Judith Haber: Pflegeforschung. Methoden, Bewertung, Anwendung. Elsevier, München 2005, ISBN 3-437-25936-9
  • Hanna Mayer: Thema Pflegeforschung 2006. Facultas, Wien 2006, ISBN 3-85076-756-6

Zeitschriften:

  • Sabine Bartholomeyczik (1999): Zur Entwicklung der Pflegewissenschaft in Deutschland In PFLEGE 12:158–162
  • Silvia Käppeli(1999): "Was für eine Wissenschaft braucht die Pflege?" in PFLEGE 12:153–157
  • Doris Schaeffer](1999): "Entwicklungsstand und -herausforderungen der bundesdeutschen Pflegewissenschaft" in PFLEGE 12:141–152

Weblinks[Bearbeiten]