Pflegequalität
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Pflege ist eine Dienstleistung und unterliegt im Wirtschaftskreislauf denselben Einflüssen wie jedes andere Produkt oder jede andere Dienstleistung auch. Mit dem Begriff "Qualität" ist immer die Güte oder Beschaffenheit eines Produktes oder einer Dienstleistung in Bezug zu seiner Eignung für bestimmte Zwecke gemeint (nach DIN ISO 8402 und DIN ISO 9004) .
In der Pflege wird die besondere Qualität einer Dienstleistung in erster Linie vom Patienten oder Heimbewohner wahrgenommen und bewertet. Aber auch die Angehörigen, die Fachkräfte, das Management oder der Träger einer Einrichtung, und nicht zuletzt die Kranken- und Pflegekassen, setzen bestimmte Erwartungen in die Qualität der erbrachten Dienstleistungen.
Im Alltag wird die Pflegequalität vor allem beeinflusst von Fragen:
- des Zugangs zur Pflege,
- der zeitlichen Verfügbarkeit
- der wirtschaftlichen Angemessenheit
- der sozialen Vernetzung
- und vor allem der Wirksamkeit der Pflege
Diskutiert werden vor allem folgende Perspektiven von Pflegequalität:
- aus der Sicht der professionellen Fachkräfte Themen wie Pflegevisite, Pflegeplanung und deren Effektivität etc.
- aus der Sicht der Pflegebedürftigen Themen wie "Vor und Nachteile des betreuten Wohnens" und ähnliches.
In erster Linie müssen die Zufriedenheit und Lebensqualität der Pflegebedürftigen in den Mittelpunkt gerückt werden.
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[Bearbeiten] Definitionen
Es gibt verschiedene Ansätze den Begriff Pflegequalität zu definieren:
[Bearbeiten] 1933 - Lee + Jones
- Hochqualifizierte Pflege ist die Pflege, die alle relevanten Kenntnisse und Techniken anwendet, die der Pflege zu Verfügung stehen.
[Bearbeiten] ca 1965 - Vier Qualitätsstufen des SRK
- Die Wegleitung der Kaderschule des Schweizer Roten Kreuzes war im deutschsprachigen Raum die erste spezifische Definition für Pflegequalität. Ihre Abstufungen:
- Optimal
- Gut
- Ausreichend
- Mangelhaft
Bei der Übernahme in die BRD wurde das Wörtchen "ausreichend" allerdings nicht als Schulnote aufgefasst sondern von der Gesundheitspolitik als bereits ausreichende Form der Leistungserbringung interpretiert. Denn die Schulnote geht von deutlichen Fehlern in der Leistung aus! Dabei wurde also "übersehen", dass sich Pflege dann bereits im Graubereich zur "gefährlichen Pflege" befindet.
[Bearbeiten] 1966 - Donabedian
(zunächst unabhängig vom Berufsfeld Pflege)
- Qualität ist der "Grad an Übereinstimmung zwischen den Zielen des Gesundheitswesens und der wirklich geleisteten Versorgung" (so noch sehr abstrakt)
- akzeptiert ist seine Unterteilung der gesamten Qualität in
- Strukturmerkmale (vorhandene Rahmenbedingungen, Ausstattung, zu beachtende Regelwerke)
- Prozessmerkmale (wie die Pflege erbracht wird, auch Zwischenkontrollen)
- Ergebnismerkmale (Jeweils klare Kriterien erforderlich, Outcome-Forschung)
Danach geht auch der Medizinische Dienste der Krankenversicherung (MDK) bei seinen Prüfungen vor.
[Bearbeiten] 1978 - Williamson
- Qualität ist der Umfang des Erfolges der - unter optimalen Verhältnissen und vertretbaren Kosten - tatsächlich zu erreichen ist.
- Wiliams fügt dem evaluativen Bereich von Donabedian das Element der Zweckmäßigkeit hinzu.
[Bearbeiten] 1981 - Exchaquet
- Einteilung in
- gefährliche Pflege
- Routienepflege
- angemessene Pflege
- optimale Ausgestaltung
[Bearbeiten] 1984 - Hilde Steppe
- Pflegequalität ist der individuelle Anteil der krankenpflegerischen Versorgung, also wie wird der Patient behandelt, beraten, informiert, versorgt.
- Demnach ist Pflegequalität kein statischer Wert, sondern bezieht sich immer auf die Bedürfnisse des Patienten, die Zielsetzung des Trägers und die der Pflege gegebenen Möglichkeiten.
[Bearbeiten] 2001, 2004 - Reinhard Lay
- "Pflegequalität (in der direkten Pflege) gibt den Grad der Verwirklichung von pflegerischen Zielen an, die sich auf die Förderung bzw. Erhaltung von Selbständigkeit und Wohlbefinden der Klienten beziehen und mit verantwortlichem zwischenmenschlichen Umgang und vertretbarem Einsatz von Mitteln angestrebt werden." (Lay 2001: 20; 2004: 155)
[Bearbeiten] Siehe auch
- Heimnote
- Beschwerdemanagement, Gesundheitssystem, Pflegebedarf, Qualität - Qualitätsmanagement - Pflegequalitätssicherungsgesetz
- Pflegefehler, Fehlerberichtssystem
- Professionalität, Qualitätssicherungsbesuch
- Berufs- oder Klienten-Zufriedenheit, Kundenzufriedenheit
- Zertifizierung
[Bearbeiten] Literatur
- Reinhard Lay: Ethik und Pflegequalität. In: Bergener, Manfred; Fischer, Hellmuth; Heimann, Marita; Thiele, Günter (Hrsg.): Management Handbuch Alteneinrichtungen (MHA), R. v. Decker's Verlag Heidelberg, 17. Erg.-Lieferung Mai 2001, 925, S. 1-23
- Reinhard Lay: Ethik in der Pflege. Ein Lehrbuch für die Aus-, Fort- und Weiterbildung. Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 2004. ISBN 3899931157, Rezensionen finden sich hier
- Marcus Heining, Hans Böhme: Der PDL-Vorlagenmanager. Arbeitshilfen, Pflegerechtswissen, relevante Gesetzestexte. WEKA Media , Kissing. ISBN 978-3-8276-3799-4
- Marcel Faißt (2010): Der Pflege-TÜV: Was stationäre Pflegeeinrichtungen über die MDK-Noten wissen müssen, ISBN 9783839185865 (Leitfaden zur Umsetzung der Pflegetransparenz-Kriterien des MDK mit Praxisempfehlungen, Checklisten, Rechenmethode zur Pflegenote, etc.)
[Bearbeiten] Weblinks
- Christine Sowinski: Gute Pflege – schlechte Pflege. Erläuterungen zum Poster „Stufen der Pflegequalität“. (pdf-datei)
Artikel dazu bei Wikipedia:
- Beschwerdemanagement
- http://de.wikipedia.org/wiki/Zufriedenheit dabei besonders: Meßproblematik
- Stand der Technik
- State of the art
