Pflegemanagement

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Die Bezeichnung Pflegemanagement findet sich in Deutschland an w:Fachhochschulen für Studiengänge im Fachgebiet der praxisorientierten Pflegewissenschaften wieder. Die Studiengänge richten sich an bereits berufserfahrene Pflegefachkräfte, die schon als stellvertretende oder leitende Stationsleitungen in Krankenhäusern/Altenheimen arbeiten. Teilweise ist es aber auch schon möglich ohne Leitungserfahrungen zu studieren und direkt nach der Ausbildung mit dem Studium zu beginnen. Ziel des Studiums ist es, den Studierenden vertiefte Kenntnisse im Management von Pflege- und Gesundheitseinrichtungen zu vermitteln, insbesondere soll die Akademisierung bis zum Jahre 2020 erfüllt werden (Zielsetzung des deutschen Pflegerats).

Studienstruktur[Bearbeiten]

In den ersten Semestern (Grundstudium) werden die Grundlagen der Pflegewissenschaften sowie der Bezugswissenschaften (z. B. Soziologie, Psychologie etc.) vermittelt und geübt. Hier erfolgt auch der Einstieg in die Betriebswissenschaft und das Personalmanagement. In den folgenden Semestern werden die rechtlichen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen, die Führungskräfte im täglichen Pflegemanagement berücksichtigen müssen, vorgestellt und an Praxisbeispielen diskutiert.

In den letzten Semestern (Hauptstudium) erhalten die Studierenden die Möglichkeit zur individuellen Vertiefung ihrer Interessensgebiete. Je nach Neigung und Berufswunsch können Sie sich zwischen mehreren Wahlpflichtfächern (Personal-, Organisations-, Qualitätsmanagement) und Studienschwerpunkten des Pflegemanagements (Stationäre Krankenversorgung, Stationäre Altenpflege, Ambulante Dienste) entscheiden und dabei ihr individuelles berufliches und wissenschaftliches Profil entwickeln. Das Studium wird im 8. Semester mit der Diplomarbeit abgeschlossen.

Berufsperspektive[Bearbeiten]

Durch das im letzten Studienabschnitt vermittelte Fachwissen haben die zukünftigen "Pflegeprofis" die Fertigkeiten, die sie brauchen, um Verantwortung im Funktionsbereich der Pflegedienstleitung zu übernehmen. Mit diesem Rüstzeug des Pflegemanagements erlangen die Absolventen eine erhöhte Arbeitsplatzsicherheit sowie erhebliche Wettbewerbs- und Karrierevorteile gegenüber Pflegefachkräften ohne ein akademisches Studium. Potentielle Arbeitsbereiche sind z.B Führungsaufgaben im mittleren Management, die Implementierung von Qualitätsmanagement-Systemen, qualitätssichernde Aufgaben, gutachterliche Tätigkeiten sowie Beratung, Anleitung und Schulung. Mögliche Arbeitgeber sind Pflege- und Versorgungseinrichtungen, Verbände, Unternehmen aus dem Bereich der Heil- und Hilfsmittelindustrie, Fachverlage, Kranken- und Pflegekassen sowie Beratungsstellen.

Aktuell wird der Studiengang an Fachhochschulen noch als Diplom-Studiengang (FH) angeboten (mit Grund- und Hauptstudium). Der Abschluss hierbei lautet Diplom-Pflegewirt/-in (FH). Alle deutschen Fachhochschulen stellen bis zum Sommersemester 2009 den (alten) Diplom-Studiengang (FH) auf den neuen Bachelor-Studiengang um.

Verdienst[Bearbeiten]

Das Anfangsgehalt (direkt nach bestandener Diplom-Abschlussprüfung) liegt in Deutschland zwischen 2500 € und 3000 € brutto. Ein Diplom-Pflegewirt/in (FH) mit 20 Jahren Berufspraxis kann bis zu 6000 € brutto verdienen. (Quellen?)

Weiterbildung[Bearbeiten]

Für die Zulassung zu einem Master-Studiengang in Pflegemanagement oder Pflegewissenschaft an einer Universität ist es egal, ob FH-Diplom oder Bachelor-Abschluss, beide Abschlussarten berechtigen zur Aufnahme eines Masterstudiengangs an jeder deutschen Universität.

Berufsorganisation für Ltg.[Bearbeiten]

Eine wichtige Organsisation für das Pflegemanagement ist der BALK, der in berufspolitischen Fragen auch mit dem Deutschen Pflegerat zusammenarbeitet.

Aus dem Verband Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen (BALK) wurde 2012 der Bundesverband Pflegemanagement. Ziel und Zweck des Verbands bleiben jedoch unverändert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eisenreich, BALK (Hrsg., 2002): Handbuch Pflegemanagement, Neuwied
  • Wolfgang Schäfer; Peter Jacobs: Praxisleitfaden Stationsleitung: Handbuch für stationäre und ambulante Pflege. Stuttgart, Kohlhammer. 2002. ISBN
  • R. Tewes: "Führungskompetenz ist lernbar. Praxiswissen für Führungskräfte in Gesundheitsfachberufen", 2. Aufl., Springer 2011 ISBN 978-3-642-12648-2
  • A. Kerres, B. Seeberger: "Gesamtlehrbuch Pflegemanagement", Springer 2005. ISBN 978-3-540-23736-5

Andere siehe auch: Pflegelehrbuch

Sonstige Themen

  • Marcel Faißt (2010): Der Pflege-TÜV: Was stationäre Pflegeeinrichtungen über die MDK-Noten wissen müssen, ISBN 978-3-8391-8586-5 (Leitfaden zur Umsetzung der Pflegetransparenz-Kriterien des MDK mit Praxisempfehlungen, Checklisten, Rechenmethode zur Pflegenote, etc.)
  • Regina Frömming-Ohmke: So gestalten Sie einen Leitungswechsel kompetent und erfolgreich. Schlütersche; 2005. 206 S. ISBN 3-87706-686-0
  • Karl-Heinz List: Praxisbuch Personalmanagement in der Pflege, Medizinisch-Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Berlin 2010, ISBN 978-3-941468-21-4
  • Georg Neumann: Rettung aus Polen. Wie Pflege zu Hause tatsächlich gelingt, Kreuz-Verlag, Freiburg, 2010, ISBN 978-3-7831-3402-5 (Erfahrungen mit demenzkranker Mutter und Ratgeber)

Weblinks[Bearbeiten]

pflegedienstleiter.info also-akademie.de Fachakademie für Pflegemanagement

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