Pflege bei Enterostoma

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Enterostoma (veraltet Anus praeter naturalis) wird im umgangssprachlichen Gebrauch als künstlicher Darmausgang übersetzt und ist ein Sammelbegriff für die Stomata:

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Präoperative Vorbereitung

Die Festlegung der Lokalisation des zukünftigen Stomas treffen Stomatherapeut/in, Patient und Arzt gemeinsam. Bei Notfalloperationen ist dies jedoch nicht immer möglich. Dann trifft in der Regel der operierende Arzt die Entscheidung, an welcher Stelle das Stoma angelegt wird. Bei der Markierung der geplanten Stomaanlage ist darauf zu achten, dass das Stoma nicht in Hautfalten liegt oder von überhängenden Hautarealen oder Fettschürzen überdeckt wird. Der Patient sollte es gut sehen können und es sollte nicht stören. Bei der Markierung sollte der Patient verschiedene Positionen einnehmen, also stehen, sitzen und liegen (damit Hautfalten oder auch überhängende Hautareale sichtbar werden) und möglichst auch eine Hose tragen, damit das Stoma nicht ausgerechnet unter dem Hosenbund angelegt wird (ein weiterer Faktor, der Stomapatienten sehr in ihrem Befinden einschränken kann). Der Arzt markiert dann die voraussichtlich günstigste Lokalisation mit einem wasserfesten Stift. Sinnvoll ist es, mehrere mögliche Positionen zu markieren für den Fall, dass sich eine vorgesehene Position während des Operationsverlaufes als nicht praktikabel aufgrund des Krankheitsgeschehens herausstellt.

Die Einführung in den Umgang mit den Stomaversorgungsartikeln erfolgt zumeist über eine Fachpflegekraft.

[Bearbeiten] Postoperative Versorgung

[Bearbeiten] Allgemein

[Bearbeiten] Beutelsysteme

[Bearbeiten] Ileostoma

[Bearbeiten] Colostoma

[Bearbeiten] Pflege

Das Stoma erreicht erst nach ca. 8-12 Wochen nach der Operation seine endgültige Größe und Form. Während dieser Zeit muß die Versorgung regelmäßig angepasst werden, um einen optimalen Schutz der Haut zu erreichen.

Wischrichtung zum Stoma hin

Es muss in Richtung des Enterostoma gewischt werden. ACHTUNG, bei Urostomata ist es umgekehrt!!!


Beutelplatte so auflegen, dass keine Haut hervorsteht

Die Beutelplatten müssen immer so aufgetragen werden, dass keine Haut mehr hervorsteht


ovale Stomata

Bei ovalen Stomata muss die Beutelplatte entsprechend zugeschnitten werden

Tipp: Die Schutzfolie einer passend zugeschnittenen Platte als "Muster" zurücklegen.

[Bearbeiten] Beratung und Anleitung

[Bearbeiten] Allgemeine Hinweise

Der Patient sollte auf folgende Dinge hingewiesen werden:

[Bearbeiten] Irrigation

Wenn der Patient mit einem Colostoma ohne Beutel außer Haus gehen möchte, so ist dies durchaus möglich. Hierfür werden verschiedene Dinge und Vorbereitungen benötigt. Eins davon ist die Irrigation, was nichts weiter als einen Einlauf über das Stoma bedeutet. Vorraussetzung hierfür ist ein mindestens 1 Meter langer Colonrest, es dürfen keine Knicke vorhanden sein und der Patient sollte die Durchführung beherrschen (und entsprechend angeleitet worden sein). Weiterhin ist ein stabiler Kreislauf unbedingt erforderlich. Die Irrigation ist nur nach vorheriger Genehmigung des Arztes möglich. Außerdem sollte die Stuhlkonsistenz fest-breiig bis geformt sein, denn bei weichem Stuhl und Durchfall darf die Irrigation nicht durchgeführt werden. Bei der Irrigation wird das Stoma mit warmen Wasser gespült, dieses wird wieder abgelassen und das Stoma mit einer sog. Stomakappe verschlossen. Eine Stomakappe ist eine kleine beutelartige Abdeckung mit einem Fassungsvolumen von etwa 50 ml je nach Hersteller, die ebenfalls mittels Hautschutzplatte um das Stoma angebracht wird. So können eventuell vorhandene minimale Stuhlreste aufgefangen werden. Generell ist ein Schwimmbadbesuch mit allen Stomaversorgungen möglich, jedoch stellt die Versorgung mit einer Stomakappe die diskreteste Versorgung unter den Beutelsystemen dar. Die Irrigation wird je nach persönlichen Darmaktivitäten alle 24-48 Stunden wiederholt. Während dieser Zeit bleibt der Betroffene ausscheidungsfrei.

[Bearbeiten] Ernährung

Die Kost sollte so angepasst werden, dass ein regelmäßiger Stuhlgang und keine Mangelerscheinungen resultieren. Der Patient muß daher aufgeklärt werden, wie er sich passend ernährt. So sollte man auf stark blähende Speisen hinweisen, stopfende Nahrungsmittel erwähnen und auch abführende Stoffe besprechen. Eine besondere Beachtung verdienen stark faserreiche Nahrungsmittel, da diese zu einer Verstopfung des Darms (Ileus) führen können. Weiterhin ist es von enormer Bedeutung, dass genug Flüssigkeit über die Trinkmenge zugeführt wird, da durch das Fehlen von Darmanteilen die Aufnahme von Flüssigkeit über den Darm eingeschränkt sein kann.

[Bearbeiten] Verdauungsstörungen

Wenn der Patient eine Diarrhoe hat, sollte man von ein- auf zweiteilige Systeme umsteigen. Denn dann müssen nicht so oft die Platten abgezogen werden, und es kommt nicht so schnell zu Hautirritationen. Besondere Aufmerksamkeit bei Diarrhoe widmet man dem Patienten mit einem Ileostoma, denn dieser ist einem starken Elektrolytverlust ausgesetzt. Ein Elektrolytausgleich ("Cola und Salzstangen"), Kohletabletten und vor allem eine Flüssigkeitssubstitution sind angebracht.

Patienten mit einer Obstipation sollten ausreichend abführende Nahrung zu sich nehmen, viel Flüssigkeit zu sich nehmen und sich ausreichend bewegen. Bei Trägern eines Ileostomas ist unbedingt eine mechanische Verengung auszuschließen.

Im Falle von Blähungen (Flatulenzen) sind die meisten Stomabeutel mit einem Filter ausgestattet. Durch diese Filter werden Gase nach außen geleitet und deren Geruch gehemmt. Jedoch ist das Volumen der Darmgase, die auf einmal aus dem Beutel nach außen geleitet werden können, begrenzt, so dass sich hier ggf. der Stomabeutel selbst aufbläht. In diesem Falle ist es möglich, den Beutel bei einem zweiteiligen System kurz von der Hautschutzplatte zu lösen und aufgestaute Darmgase entweichen zu lassen. Danach wird der Stomabeutel wieder auf der Platte befestigt. Generell jedoch sollte darauf geachtet werden, blähende Nahrungsmittel nur in geringen Mengen zu sich zu nehmen. Auf keinen Fall ist die Zuführung von faserreichen Nahrungsmitteln zu empfehlen, da diese zu einem Darmverschluss (Ileus) führen können, der im Ernstfall eine Stomaneuanlage durch eine Notoperation zur Folge haben kann.

Resorptionsstörungen treten vor allem auf, wenn das terminale Ileum resiziert wurde (denn hier findet normalerweise die Vitamin B12-Resorption statt). In diesem Falle muß man Vitamin B12 substituieren oder je nach Symptom vorgehen.

[Bearbeiten] Körperliche Belastungen

Um einen Darmprolaps zu vermeiden, muss der Patient besondere Sicherheitsmaßnahmen einhalten. So sollte er nicht mehr als 10 kg Gewicht anheben und auch andere schwere Belastungen meiden. Daher ist die Anlage eines Stomas auch Grund für eine Umschulung.

Bei der sonstigen Bewegung und vor allem beim Sport ist auf eine starke Belastung der Bauchdecke zu verzichten. Dies ist vor allem bei Kampfsportarten (wie Boxen und Ringen) der Fall.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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