PflegeWiki-Blog
Aus PflegeWiki
Blogger "Bert Trautmann" hat die Zusammenarbeit mit PflegeWiki beendet. Wer hat Interesse das Blog neu zu beleben? Bereitschaftserklärungen bitte auf der Diskussionsseite: Klick hier: Diskussion:PflegeWiki-Blog
Inhaltsverzeichnis |
Junge Pflege Kongress 2012
- Am 15. Mai ist es wieder so weit. Junge Pflege Kongress des DBfK Nordwest in Duisburg. Es ist mal wieder gelungen Promis zum Kongress zu holen: Prof. Frank Weidner sagt was zu den Arbeitsbedingungen in der Pflege. Dr. Liliane Juchli berichtet unter der Überschrift Erlebte Pflegegeschichte. Und der Junge Pflege Preis wird auch dieses Jahr wieder vergeben. Zum Programm.
- Für wiki-Neulinge ist es nicht so einfach, sich die Formatierungsanweisungen zu merken, die Nötig sind. Ich habe ein paar davon aufgeschrieben und 200fach auf Karton gedruckt. Diese Kurzanleitung sollte es leichter machen. Vielleicht bleiben ja auch ein paar davon für einige Wochen neben einer Tastatur liegen ... Auch 100 Flyer von der Seite PflegeWiki:Promotion sind gedruckt. Die OrganisatorInnen schreiben, sie erwarteten 1500 Leute zum Junge Pflege Kongress. Mal sehen, ob ich ausreichend Zeugs habe ... JungePflege2012 15:10, 14. Mai 2012 (CEST)
- Um 8:47 Uhr funxt auch endlich die Netzwerkanbindung. Das war wieder magisch. Jetzt ist das Foyer voll aber die meisten gucken bei den großen, bunten Ständen und nicht bei der Pflegewiki. JungePflege2012 08:49, 15. Mai 2012 (CEST)
- 9:30 Uhr - Die Menge strömt in den Saal. Unser Stand ist unauffällig aber es gab schon einige Leute, die von der "Wikipedia für die Pflege" sehr angetan waren. Die Flyer werden gern genommen. Auch ein "Alter Haase" war hier, der gern Grüße an Produnis ausrichten möchte. Schön wärs. JungePflege2012 09:33, 15. Mai 2012 (CEST)
- Die Vorträge laufen - da hat man Zeit. Zum Beispiel, um den Pflegewikieintrag zu Frank Weidner zu bearbeiten ;-)) Leider konnte ich seinen Vortrag nicht hören, aber er bekam zum Abschluss tosenden Applaus. JungePflege2012 10:54, 15. Mai 2012 (CEST)
- Eine Dame von der Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar war eben hier am Stand und freute sich, dass Ihre Einrichtung auch einen Eintrag in der Pflegewiki hat. Aber ach: da fehlte ja einiges. Jetzt hat sie den Eintrag schon ergänzt! So soll es sein! JungePflege2012 11:04, 15. Mai 2012 (CEST)
- Einige SchülerInnen waren hier und meinten: Unsere Lehrer erlauben keine Zitate aus der Wikipedia! Dreie wollten die DozentInnen mal zu uns an den Stand schicken. Bisher ist leider noch keinR gekommen. Schade. JungePflege2012 11:54, 15. Mai 2012 (CEST)
- Gerade war ein Schüler hier: eine Aufgabe im Unterricht war es, Beiträge aus dem Pflege Heute mit Wikipedia und Pflegewiki zu vergleichen. Ob er das nicht als Hausarbeit hätte, frage ich ihn. Wäre doch schön, wenn es einen Text dazu in der Pflegewiki gäbe. Schade. So weit wurde es im Unterricht nicht getrieben. JungePflege2012 11:59, 15. Mai 2012 (CEST)
- Im Flyer der Pflegewiki ist auch ein Foto aus der Serie zur Venenverweilkanüle. Sie meinten, so wie gezeigt, könnte trotz Transparenzpflaster die eigentliche Einstichstelle nicht beobachtet werden ... aber keineR traute sich dass mal eben einzutragen. JungePflege2012 12:11, 15. Mai 2012 (CEST)
- Eine Gruppe aus Köln ist hier: "Nee, die Zettel brauch ich nicht. Auf die Pflegewiki müssen wir die Schülerinnen unserer Schule nicht mehr hinweisen! Das ist die erste Adresse die eingegeben wird!" Das hört man gern ;-) JungePflege2012 12:25, 15. Mai 2012 (CEST)
- Die Preise sind verliehen und mit viel Hallo ließen sich die preistragenden Gruppen auf der schönen Freitreppe fotografieren. Ein schöner Anblick. JungePflege2012 13:55, 15. Mai 2012 (CEST)
- "Sach ma, habt ihr eigentlich einen Eintrag zu ..." Gut, dass das das Laptop im Netz ist. Wir können nachsehen. Es gibt einen verwandten Artikel aber zu genau seiner Fragestellung gibt's keinen Eintrag. "Ja dann schreibe ich noch was." So soll es sein! JungePflege2012 14:39, 15. Mai 2012 (CEST)
- Nu is Schluss. Geschätzt die Hälfte der Angesprochenen kannten die Pflegewiki schon und hatten sie auch schon genutzt. Nur mit dem selber Schreiben haperts. Da haben wir mit unseren "freundlichen Einladungen" zur Mitarbeit vielleicht den einen oder die andere angeschupst. JungePflege2012 17:23, 15. Mai 2012 (CEST)
- Richtig schön war die freundliche Atmosphäre. Die Gespräche, auch mit den Anderen AusstellerInnen waren richtig nett. 100 Flyer und 200 Karten waren eine gute Menge ... bei 1700 Teilnehmenden. JungePflege2012 17:23, 15. Mai 2012 (CEST)
Im Zweifel für den Zweifel
So, es ist Ostern, und ich schreibe wieder. Es hat etwas gedauert, aber ich hatte aucheiniges zu entdecken. Eines zum Beispiel weiß ich inzwischen ganz genau: Dass ich nicht weiß. Und auch wenn ich für diese Erkenntnis keinen Preis verdient habe (eher schon Sokrates), so wird sie für mich doch nicht unwahrer. Nicht-Wissen bezieht sich in meinem Fall aber nicht auf Ansichten über die Welt (obwohl ich in dieser Hinsicht natürlich auch nicht weiß), sondern ganz konkret: Auf meine Arbeit, und das in zweierlei Hinsicht.
Da wäre zuerst einmal das Fachwissen. Als Springer bin ich nicht in einer Disziplin zuhause, sondern gleichzeitig immer überall. Ich schnappe hier etwas auf und da auch, aber bevor ich es – bzw. es sich selbst – vertiefen kann, heißt es: Auf Wiedersehen, jetzt geht es mal wieder ganz woanders hin. So weiß ich von allem immer nur häppchenweise; Fachidiot werde ich auf diese Weise ganz sicher nicht. Ich muss auf detaillierte Fragen stets antworten, dass ich dies und das nicht ganz so genau weiß. (Wenn es hingegen um eine Frage aus einem anderen Fachgebiet geht, bin ich der sprichwörtliche Einäugige unter Blinden – besser als gar nichts, aber gut?). Das ist auf Dauer sehr anstrengend, und es untergräbt Moral, Selbstbewusstsein und Motivation.
Werde ich für voll genommen? Wo stehe ich? Was denken die Kollegen von mir? Wie sehe ich mich selbst? Ich habe wieder die Bücher meiner Ausbildung hervorgekramt und lese und lese und ich frage mich, wie viel ich davon auf einer theoretischen Ebene wissen kann und wie viel sich als Erfahrungswissen mit der Zeit „automatisch“ einstellt (Bzw. bei mir aus oben beschriebenen Gründen eben nicht). Muss man alles wissen oder „nur“ auf seinem Spezialgebiet fachkundig sein? Daraus ergibt sich Nicht-Wissen, Teil zwei: Wie soll es weitergehen? Schließe ich mich wieder fest einer Station an und werde Spezialist? Oder lasse ich alles so, wie es ist, bequem und unabhängig, ohne nervendes Team, abwechslungsreich und mit einem großen Maß an Selbstbestimmung, zum Preis des Selbstzweifels, der Unsicherheit und des (gefährlichen?) Halb-Wissens? Ist mir der Beruf überhaupt noch wichtig genug? Sollte ich etwas komplett Neues machen? Und, wenn ja, WAS? Die Sonne scheint, ich gehe jetzt raus, um auf andere Gedanken zu kommen. Wie ich mich kenne, werde ich die Entscheidung auf Herbst vertagen. Ein halbes Jahr mehr oder weniger nicht wissen, was macht das schon für einen Unterschied?
Bert Trautmann, 9.4.2012
Können Decken auf Köpfe fallen?
Vor gut einer Woche hatte ich mir noch eine Prise Langeweile in meinem Leben gewünscht, in der Zwischenzeit hatte (und habe ich immer noch) so viel davon, dass ich nicht mehr weiß wohin damit – ich bin nämlich krank und muss die Wohnung hüten. Ein grippaler Infekt hätte mich um ein Haar dahingerafft; zwischendurch hab ich mich tatsächlich so elend gefühlt wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr – körperlich zumindest. Jetzt ist alles wieder einigermaßen okay; es ist ein gutes Gefühl, wenn der Schmerz nachlässt und der Schleim sich löst.
Die beste Krankheit taugt nichts, sagt man. Das ist korrekt. Und das Dümmste am Kranksein ist, dass man Dinge, die man seit Jahren tun will und für die man normalerweise nie Zeit hat, gerade jetzt auch nicht in Angriff nimmt. Denn erst ist man zu schwach, und später, wenn man physisch wieder dazu in der Lage wäre, hat die Langeweile hinterrücks längst das Zepter an sich gerissen und zersetzt auf ihre perfide Art jegliche Aufbruchsstimmung. Eine geradezu diabolische Volte! Man ist in der Folge nur damit beschäftigt, die Decke zu beobachten und ob sie einem nicht doch irgendwann auf den Kopf fällt. Diese zweite Krankheitsphase hält dann so lange an, bis man wohl oder übel wieder aus dem Haus muss. Und just in diesem Moment ärgert man sich dann, dass man wieder nichts auf die Reihe gekriegt hat, jetzt, wo man doch wirklich alle Zeit der Welt gehabt hätte! So gesehen bin ich sehr froh, dass ich heute zumindest diesen Text geschrieben habe… Bert Trautmann, 28. Feb 2012
P.S.: Wie es sich für einen guten Arbeitnehmer gehört, hätte ich sowieso die ganze Zeit (bis auf einen Tag) frei gehabt. Bis zur nächsten Schicht übermorgen bin ich dann wieder völlig fit und auskuriert und leistungsfähig und wenn nicht, dann gehe ich trotzdem hin.
Samstag ist Selbstmord
Gestern hab ich mich mit einer Freundin getroffen. Es war ein sehr schöner Abend, aber weil sie, wie jeder normale Mensch, heute früh raus musste, war er auch recht schnell wieder vorbei. Da lob ich mir meinen Schichtdienst: Ich konnte gestern weiter Bier trinken, während sie auf Johannisbeersaftschorle umgestiegen ist. Und als ich dann nach Hause kam, hab ich noch ein bisschen Radio gehört und dann hab ich noch gelesen und dann ging ich auch ins Bett. Freiwillig. Heute hab ich ausgeschlafen und wenn dieser Text geschrieben ist werde ich in aller Ruhe einkaufen gehen. Die Massen werden mich nicht durch die Läden schieben, denn die Massen sind ja erst morgen wieder da. Und da bin dann wiederum ich in der Arbeit.
Wer hat das Wochenende erfunden? fragten Tocotronic einst und stellten fest: Die ganze Menschheit ist dadurch geschunden. Verwandten- und Flohmarktbesuche, Ausgehzwang, Kaffee und Kuchen, Sportverein, Gartenarbeit, das Streben nach Gemütlichkeit, zu viel Freizeit – die man dann vollpackt bis auf die letzte Minute. Sonntagabend fragt man sich letztlich, was man eigentlich gemacht hat die letzten zwei Tage. Und man nimmt sich vor, dass man das nächste Wochenende mal ein bisschen ruhiger angehen lässt…
All diese Probleme habe ich nicht. Vielleicht wird mir heute sogar noch ein bisschen langweilig. Darüber würde ich mich sehr freuen. Danke, Schichtdienst!
Bert Trautmann, 17.02.20012
WG gesucht
Ich bin gerade aus meiner WG ausgezogen, aber irgendwann werde ich wieder in eine ziehen. Wenn ich alt bin nämlich, also ziemlich bald.
Hoffentlich ist bis dahin Daniel Bahr als Gesundheitsminister noch nicht zurückgetreten, abgesetzt oder abgewählt worden (wobei letzteres angesichts der massiven Umfragewerte seiner Partei eher unwahrscheinlich ist), denn, wie ich soeben in den Nachrichten gehört habe, will Herr Bahr Alten- WGs finanziell fördern. So könnten Wohngemeinschaften Pflegebedürftiger monatlich pro Person (schon in Pflegestufe 1) bis zu 850 Euro an Leistungen zur Verfügung stehen. Das hört sich erst einmal gut an. Menschen in der ersten Pflegestufe haben bisher Anspruch auf 685 Euro an Geld- und Sachleistungen, der neue Ansatz brächte also immerhin eine Steigerung um gut 25 Prozent.
In einer Zeit, in der traditionelle Werte immer mehr erodieren, entstehen neue, an die Stelle der klassischen Vater-Mutter-Kind-Familie treten dann eben Freunde und WG-Partner. Dieser Entwicklung Rechnung zu tragen und sie zu fördern halte ich für sinnvoll und wichtig. Dass ich das noch einmal über den Vorschlag eines FDP-Politikers sagen würde…
Kann sich noch jemand an den Münchener Tatort vor Jahren erinnern, in dem es um eine Alten-WG ging? „Nicht jugendfrei“ hieß der, und darin versuchten die Senioren, sich mit allerlei legalen und nicht ganz so legalen Mitteln und Mittelchen ihre letzten Jahre so angenehm wie möglich zu machen. So will ich das auch einmal. Mit staatlicher Förderung.
Bert Trautmann, 07.02.2012
Eine nicht ganz ernst gemeinte "Fortsetzung"
Da könnte es für so manche Langzeit-Studenten-WG einen direkten Übergang in eine förderungswürdige Alten-WG geben. Nur nicht verwechseln: Der Antrag wird nicht mehr für Leistungen nach BAföG gestellt, sondern nach BAGföG (BundesAlten- und Gebrechlichenförderungsgesetz). Das Amt für Ausbildungsförderung ist dann auch nicht mehr zuständig, da es aber aufgrund der demographischen Entwicklung zusammen mit dem Jugendamt abgeschafft wird, sind wieder Ressourcen frei für ein neues Altenamt. Dessen Aufgabe ist, dafür Sorge zu tragen, dass die Alten die Fördersummen nicht für unnütze Sachen (Alkohol, Drogen, Ballerspiele, Magnetfeldtierkreiszeichenblasenstärkungsheizdecken, Frauen) ausgeben oder beim Bingo verprassen, was bei nicht angemeldeten Hausbesuchen in der Mittagsschlafzeit überprüft wird. Bei Verstößen gegen die Auflagen entfällt die freie Pflegekraftwahl; das Amt entscheidet dann, wer aus dem Pool der Pflichtpfleger zur Versorgung abgeordnet wird.
--Birgit 19:57, 13. Feb. 2012 (CET)
You can hardly tell a worried man from a coward
I’m in trouble trouble trouble, deep deep deep trouble, und ich kann nichts dagegen tun. Jetzt kann ich nicht mehr schlafen, und ich stehe auf und habe keine Lust einzuspringen aber tu es trotzdem, heute Nachmittag. Muss ich mein Telefon denn auch immer angeschaltet lassen? Ich verpasse ja doch keinen wichtigen Anruf, nur die ärgerlichen kommen rein und ich fühle mich verpflichtet ranzugehen. Es ist Frühling, ich habe frei und mache am Freitagnachmittag doch eine Spätschicht. Doof. Ich glaube, es ist Zeit aufzuhören und was ganz anderes zu tun. Oder ich fahre in Zukunft immer sofort weg, wenn ich einen Tag frei habe, irgendwohin, vielleicht auch nur in einen anderen Stadtteil oder in einen nahe gelegenen Wald meiner Wahl, dann kann ich wenigstens ohne schlechtes Gewissen sagen, dass ich nicht da bin. Sollen die doch ihren Scheiß selber machen, sollen sie sich doch selbst mal wieder ans Bett stellen und sich den Wahnsinn antun. Aber sie wissen ganz genau: Mit uns können sie es ja machen. Ich mag es nicht, aber ich kann nicht anders. Wenn ich nicht aufhöre, wird sich da nie etwas ändern. Ich hätte Verwaltungsangestellter werden sollen, schön pünktlich Feierabend und wenn jemand ausfällt bleibt die Arbeit halt liegen. Und wenn ich krank bin, häng ich noch ein zwei Tage hinten dran, bleibt die Arbeit halt liegen. Wär ich ja schön blöd, halb krank in die Arbeit zu rennen. Können die Deppen auf Station ja gerne machen, aber nicht mit mir.
17° heute Nachmittag, funk.
Den Rhythmus wiederfinden
Heute bin ich um kurz vor fünf aufgewacht. Wie an den letzten sieben Tagen auch. Doch diesmal klingelte mich kein Wecker aus dem Schlaf, denn heute habe ich keine Frühschicht. Ein Glück.
Sieben Mal Früh am Stück sind mir einfach zu viel. Bin ich das Arbeiten nicht mehr so gewohnt oder werde ich alt? Ich präferiere Möglichkeit Eins, finde aber auch die zweite Variante nicht von der Hand zu weisen. Jedenfalls: Wenn es mir jetzt schon so schwer fällt, wie soll denn das erst in zwanzig Jahren werden oder in dreißig oder – Gott bewahre! – noch später? Ich will es gar nicht wissen. Vielleicht sollte man es mit dieser Frage halten wie mit der täglichen Arbeit auch: Es wird schon irgendwie gehen, auch wenn man vorher noch nicht weiß wie. Und schon ist es kurz vor zwei und ich kann mich gar nicht mehr an den ersten Durchgang knappe acht Stunden vorher, um zwanzig nach sechs, erinnern – das muss in irgendeinem anderen Leben gewesen sein, denn in der Zwischenzeit ist so viel auf mich eingeprasselt, dass das Gehirn automatisch ausmistet. Flüchtige Erinnerungen müssen Platz machen, und wenn ich nicht zeitnah dokumentiert hätte, dass ich dem Patienten in Zimmer 19 am Fenster zum Frühstück acht Einheiten Insulin gespritzt habe, dann wüsste ich es bei der Übergabe tatsächlich nicht mehr.
Zu diesem Phänomen trägt auch bei, dass man nach ein paar Tagen mit derselben Schicht in eine Art Autopilotmodus umschaltet: Die eigene Wahrnehmung wird selektiver oder, um es weniger vornehm auszudrücken, viele Dinge interessieren mich einfach nicht mehr, und so passiert vieles wie von selbst. Manchmal muss ich sogar kurz kontrollieren, ob mir nicht inzwischen Fäden aus den Extremitäten und dem Kopf wachsen.
Jetzt habe ich frei. Der Verdacht, ich sei nur Werkzeug eines unsichtbaren Marionettenspielers, hat sich als unbegründet erwiesen, und so muss ich dringend wieder den Rhythmus wechseln. Ich möchte ja auch wieder einmal länger schlafen als bis 4.55 Uhr. / Bert Trautmann, 27.Januar 2012