Persönlichkeitsstörung

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Vorweg - Allgemeine Aspekte[Bearbeiten]

Trotz ihrer enormen Bedeutung in Klinik und Praxis stellen die Persönlichkeitsstörungen wissenschaftlich wie therapeutisch ein unterentwickeltes Gebiet dar. Mehr als in anderen Bereichen der Psychiatrie begegnet man hier terminologischen und konzeptionellen Unschärfen. Gesichertes Wissen über nosologische Konzeptionen, Ätiologie und Pathogenese der unterschiedlichen Persönlichkeitsanomalien liegt kaum vor.

Begriffe und Definitionen zur Persönlichkeit[Bearbeiten]

Der umfassendste Terminus dieses Feldes ist sicherlich "Persönlichkeit", einer der komplexesten Begriffe unserer Sprache überhaupt. Auswahl von Definitionen:

  • Persönlichkeit wird in der Allgemeinheit häufig im Sinne von Charakter oder Temperament als Wertbegriff in ethisch-pädagogischer Hinsicht gebraucht, etwa wenn es heißt, jemand habe Persönlichkeit oder sei ein Mensch von Charakter. Auch moralische Aspekte finden ihren Eingang, wenn es heißt: Zwar sei jeder Mensch eine Person, aber lange nicht jeder eine Persönlichkeit, die gekennzeichnet werde durch bewussten, angestrengten Denk- und Willenseinsatz.
  • Im psychologischen und psychiatrischen Verständnis bedeutet Persönlichkeit nach einer gängigen Definition die Summe aller psychischen Eigenschaften und Verhaltensbereitschaften, die dem Einzelnen seine eigentümliche, unverwechselbare Individualität verleihen.
  • In einer früheren Umschreibung unterschied man die Gesamtheit des individuellen seelischen Seins in die Eigenschaftskomplexe der Intelligenz, des Gefühls- und Trieblebens sowie der Persönlichkeit. Dabei fasste man unter Persönlichkeit das Ganze des nichtleiblichen Fühlens, Streben und Wollen zusammen.
  • Als weiterere Begriffe im Umfeld von Persönlichkeit begegnet man den Ausdrücken "Temperament" und "Charakter". Einer langen Tradition folgend meint Temperament mehr die Antriebsseite, vitale Aktivität, ein konstitutionell fundiertes dynamisches Prinzip, das sich in der Sphäre des Gefühls-, Willens- und Trieblebens äußert.
  • Der Begriff Charakter wird demgegenüber traditionsgemäß mehr beim strukturellen Aspekt der Persönlichkeit herangezogen, also für moralisch-ethische Einstellungen, für Selbstkonzept, Bindung an Normen und Gewissensinstanzen, Werthaltungen sowie daraus resultierende Verhaltensdispositionen.
  • Fasst man alle diese Bausteine zusammen, so gelangt man zu einer inzwischen allgemein anerkannten Definition aus dem angelsächsischen Bereich. Sie lautet:

"Persönlichkeit ist eine mehr oder weniger stabile und überdauernde Organisation einer Person hinsichtlich Charakter, Temperament, Intellekt und Physis, ihre einzigartige Anpassung an die Umwelt.

Therapie der Persönlichkeitsstörungen[Bearbeiten]

Es bieten sich für die Behandlung der Persönlichkeitsstörungen 3 Hauptzugangswege an:

Untersuchung[Bearbeiten]

Das allgemeine Vorgehen bei der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen folgt den üblichen Regeln der Psychiatrie. Wichtig ist eine ausführliche Anfangsuntersuchung, bei der eine genau medizinische und psychiatrische Anamnese erhoben wird. Die Wahrnehmungsfähigkeit der Patienten kann wegen der fehlenden Ich-Dystonie geringer sein als für die Beeinträchtigungen durch akute psychopathologische Symptomatik. Deshalb ist bei der Persönlichkeitsstörungen eine Fremdanamnese von Angehörigen oder Bezugspersonen auch zur Abschätzung der sozialen Konflikte besonders wichtig. Bei der Untersuchung geht es vor allem um die Exploration von episodischen Verstimmungen, von überschießender emotional-affektiver Reagibilität, von Angst- und Paniksyndromen oder von psychotischen Randphänomenen mit vorübergehenden Störungen der Realitätskontrolle und dynamischen Entgleisungen. Es geht immer eine intensive anamnestische und neurologische Abklärung in Richtung auf mögliche frühkindliche Hirnschädigungen oder spätere Noxen voraus, um körperlich begründbare Persönlichkeitsstörungen zu erkennen, deren Behandlung sich dann nach der Grunderkrankung zu richten hat.

Die wichtigsten Persönlichkeitsstörungen:[Bearbeiten]

  • Paranoide (wahnhafte) Persönlichkeitsstörung
  • Schizoide Persönlichkeitsstörung:
  • Schizotypische Persönlichkeitsstörung:
  • Antisoziale (dissoziale) Persönlichkeitsstörung
  • Emotional instabile Persönlichkeitsstörung Die WHO führt in ihrer ICD-10 zwei Untertypen an:

1. Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ

2. Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus

  • Histrionische (hysterische) Persönlichkeitsstörung:
  • Narzisstische Persönlichkeitsstörung
  • Ängstliche (vermeidende) bzw. selbstunsichere Persönlichkeitsstörung
  • Dependente (abhängige) Persönlichkeitsstörung
  • Zwanghafte (anankastische) Persönlichkeitsstörung

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]