Percutan endoskopische Gastrostomie

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Perkutan endoskopische Gastrostomie

Die perkutane (lateinisch für durch die Haut) endoskopische (mittels Magen-Spiegelung) Gastrostomie (Öffnung zum Magen), kurz PEG, ist die Einlage einer Sonde durch die Haut der Bauchdecke in den Magen. Dabei wird die Sonde mittels Kanülen und Endoskop im Magen implementiert und mit einer inneren und äusseren Halteplatte fixiert. Diese Sonde wird meistens zur teilweisen oder kompletten enteralen Ernährung verwendet (deshalb oft nur verkürzt Ernährungs-Sonde genannt), kann aber auch als Ablaufmöglichkeit aus dem Magen bei anhaltendem Erbrechen genutzt werden.

Bei der Pflege ist unter anderem während des Verbandwechsels regelmäßig darauf zu achten, dass es nicht zum gefürchteten Einwachsen der Halteplatte (Buried-Bumper-Syndrom) kommt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Indikationen zum Legen einer PEG

Das Legen einer PEG ist bei Patienten indiziert, bei denen eine ausreichende orale Nährstoff- und Flüssigkeitsversorgung nicht dauerhaft gewährleistet werden kann und eine Langzeit-Infusionstherapie bei intaktem Verdauungstrakt nicht nötig ist. Mit dieser Maßnahme wird versucht, weiteren Gewichtsverlusten und Mangelernährung entgegenzuwirken sowie die Lebensqualität wiederherzustellen. Daraus ergeben sich eine Vielzahl von Indikationen.

Laut dem Hessischen Ärtzeblatt stellen Patienten mit neurologischen Erkrankungen statistisch gesehen mit 50 Prozent die größte Gruppe der Patienten dar, die eine PEG erhalten. Zu diesen Erkrankungen zählen Schädel-Hirn-Traumata, Hirntumore, Apoplexie, M. Parkinson, Multiple Sklerose, das apallische Syndrom und die Bulbärparalyse (motorische Störung der Kaubewegungen und Zungenatrophie).

Desweiteren lassen stenosierende, tumorartige Erkrankungen im HNO- und oberen Gastrointestinaltrakt mit 30 Prozent den nächst größeren Bereich erkennen.

Die restlichen Prozente setzen sich aus Patienten mit verschiedenen Erkrankungen, wie z.B. AIDS oder Kurzdarmsyndrom zusammen. Auch nach rekonstruktiven oder ästhetischen operativen Eingriffen im Gesicht oder unter spezieller Strahlen- und Chemotherapie sowie bei Langzeitbeatmung kann die Einlage einer PEG angezeigt sein.

Palliativ kann eine schon liegende PEG bei anhaltender Ileussymptomatik genutzt werden: im Hinblick auf die individuell empfundene Lebensqualität (wenn der Patient trotz Darmverschluss weiterhin "essen und trinken" möchte), außerdem bei Miserere, da durch die PEG Magensaft und Dünndarmsekret abgeleitet werden können.

[Bearbeiten] Kontraindikationen

Absolute Kontraindikationen sind:

Relative Kontraindikationen sind:

[Bearbeiten] Vorteile


[Bearbeiten] Nachteile

[Bearbeiten] Rechtliche Aspekte

Da eine PEG/PEJ-Anlage ein medizinischer Eingriff mit entsprechenden Risiken ist, muss der Patient oder sein Vertreter (Betreuer) nach entsprechender Aufklärung eine Einverständniserklärung unterschreiben. Bei planbaren Eingriffen nehmen Krankenhäuser in der Regel gerne vorher die entsprechenden Anmeldungen und unterschriebenen Aufklärungsbögen entgegen, um den Aufenthalt so kurz wie möglich zu halten.

Innerhalb einer Patientenverfügung kann festgelegt werden, dass die Anlage einer PEG bzw. PEJ unterbleibt oder die Nutzung einer schon liegenden Sonde zur Ernährung unter bestimmten Voraussetzungen eingestellt wird.

[Bearbeiten] Eingriff zur Anlage einer PEG

[Bearbeiten] Vorbereitung

[Bearbeiten] Durchführung

Zu Beginn der Maßnahme erhält der Patient ein beruhigendes Medikament (z.B. Midazolam). Im Anschluss wird er an einen Monitor angeschlossen, wo Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung engmaschig überprüft werden. Außerdem erhält er eine Sauerstoff-Nasensonde, um die Sauerstoffzufuhr kontinuierlich zu gewährleisten. Der Patient bekommt einen Beißring in den Mund, damit er diesen nicht im Reflex schließt. Über den Mund und die Speiseröhre wird nun das Endoskop bis in den Magen vorgeschoben. Per Endoskop wird Luft in den Magen geblasen, damit sich dieser komplett entfalten kann und gut einsehbar ist. Der Raum wird abgedunkelt, damit der Lichtschein des Endoskops durch die Bauchdecke sichtbar gemacht werden kann. Gleichzeitig wird die Bauchdecke von außen manuell abgetastet. Innen wird mit Hilfe des Endoskops sichergestellt, dass sich keine Darmschlingen zwischen Bauchdecke und Magen befinden.

Wenn die Punktionsstelle für die PEG gefunden ist, wird die Bauchregion desinfiziert, das OP-Feld mit sterilen Tüchern abgedeckt und anschließend ein Lokalanästhetikum injiziert. Mit einem Skalpell wird ein 3-4 cm kleiner Schnitt in die Bauchdecke gesetzt und die Punktionsnadel in ihrer Plastikhülse durch die Bauchdecke in den Magen geschoben. Im Anschluss wird die Punktionsnadel wieder herausgezogen und ein Führungsfaden durch die verbliebene Plastikhülse in den Magen eingeführt. Dadurch kann eine Biopsiezange durch das Endoskop geschoben werden. Diese greift den Faden und zieht ihn mit dem Endoskop heraus. Dabei wird der Faden langsam durch die Magendecke eingelassen und über die Speiseröhre und dem Mund nach außen befördert. Das Fadenende im Mund wird mit der Ernährungssonde verknotet. Durch vorsichtiges, langsames Ziehen des Fadenendes am Bauch wird die Sonde in den Magen bis auf die innere Halteplatte heraus gezogen. Diese Rückhaltescheibe am Ende der Sonde legt sich von innen an die Magenwand an und verhindert das komplette Herausziehen der Sonde. Von außen, auf die Bauchdecke, wird eine äußere Halteplatte angelegt und die Sonde mit der Schlauchklemme befestigt. Dies verhindert ein Abrutschen der Sonde in den Magen. Die Zugbelastung der Sonde sollte so stark sein, das Magenwand und Bauchdecke verkleben können, aber nicht so stark, dass es zu Drucknekrosen kommt.

Die Überprüfung der korrekten Lage der Sonde erfolgt endoskopisch oder mittels Röntgen und ist unbedingt erforderlich. Nun wird an der Sonde eine Fixierschraube angebracht, auf der dann der Luer-Lock-Anschluss platziert und gesichert wird.

[Bearbeiten] Nachbereitung

[Bearbeiten] Pflege

Wundbehandlung und Körperpflege:

Ein Verbandwechsel sollte in den ersten Tagen nach dem Eingriff täglich erfolgen, ab dem zweiten Tag wird dabei die Sonde mobilisiert. In der Folgezeit ist bei normalem Wundheilungsverlauf und reizlosen Wundverhältnissen ein Verbandwechsel nur alle 2-3 Tage nötig, auch Duschen und Baden ist dann möglich (Verband vorher entfernen)[1]. Eine ausführliche Beschreibung des Verbandwechsels ist hier nachzulesen.
Die Mundpflege und die Parotitisprophylaxe sind besonders bei Menschen zu beachten, deren Ernährung komplett über eine Sonde verabreicht wird.

Kostaufbau:

Die Sondenkost wird anfangs über langsam über eine Ernährungspumpe verabreicht, später per Schwerkraft oder in Bolusgaben. In seltenen Fällen ist weiterhin eine Pumpe erforderlich (v.a. bei Säuglingen). Wenn es keine Kontraindikation für orale Nahrungsaufnahme gibt, empfiehlt sich immer auch ein Verabreichen auf "normalem" Weg, wobei die Nahrungs- bzw. Flüssigkeitsmenge dann nachträglich über die Sonde ergänzt werden kann.
Treten Verdauungsstörungen wie Obstipation oder Diarrhoe auf, kann denen mit einem Wechsel der Sondenkost oder anderen Maßnahmen begegnet werden. Ausführlichere Hinweise zum Thema Sondenernährung sind unter Enterale Ernährung zu finden.

[Bearbeiten] Verabreichen von Medikamenten durch die PEG

Achtung, nicht alle Medikamente dürfen gemörsert werden!

Das nicht fachgerechte Verabreichen von Arzneimitteln kann zu Komplikationen führen, wie z.B. Verstopfen der Sonde oder Wirkungsveränderungen bei den zugeführten Medikamenten. Daher sind folgende Hinweise zu beachten:

Nach der Gabe den zuführenden Schlauch mit mindestens 50 ml Wasser spülen, damit keine Reste der Medikamente im Schlauch bleiben.

Für weitere Hinweise zur Medikamentenapplikation über eine Ernährungssonde siehe hier.

[Bearbeiten] Entfernung einer PEG

Die Entfernung einer PEG findet im Rahmen einer Gastroskopie statt:

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

Die entsprechenden Abschnitte in allen

[Bearbeiten] Weblinks


[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Hessisches Ärzteblatt 04, 2003, S.178



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