Paraplegie

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Paraplegie ist definiert als eine totale Lähmung der unteren Extremitäten oder der oberen Extremitäten. Sie ist das Resultat einer Schädigung des Rückenmarks unterhalb von C4 (Cervikal- Halswirbel Nr. 4), auf Höhe der Brust – oder Lendenwirbelsäule mit Lähmungen der Beinmuskulatur und Verlust des Empfindungsvermögens.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ursachen

Aufteilung der Ursachen einer Paraplegie

Die Ursachen für eine Paraplegie lassen sich in traumatische und krankheitsbedingte Ursachen aufteilen:

[Bearbeiten] traumatische Ursachen

[Bearbeiten] krankheitsbedingte Ursachen

[Bearbeiten] Patho-/Physiologie

Paraplegie entspricht einer Unterbrechung des Rückenmarks auf Höhe der mittleren Wirbelsäule (Brustwirbelsäule) und bedeutet motorischer und sensibler Ausfall der unteren Körperhälfte. Die oberen Extremitäten bleiben funktionsfähig und die Atemmuskulatur ist in günstigen Fällen kaum beeinträchtigt.

Die physiologische Übertragung von Reizen erfolgt vom Hirn über das Rückenmark bis in die Organe und Muskeln und auf dem selben Weg wieder zurück. Wird diese Bahn unterbrochen, so können die Organe und Muskeln nicht mehr auf die Befehle des Gehirns reagieren und keine Informationen mehr zurück senden. Ist diese Kommunikation völlig verstummt, spricht man von einer kompletten Läsion. Ist die Leitungsfunktion noch partiell vorhanden, spricht man von einer inkompletten Läsion.

Der Unterbruch kann auf verschiedene Weise geschehen:

[Bearbeiten] Folgen/Symptome


[Bearbeiten] Komplikationen

Es können verschiedene Komplikationen auftreten, die entweder direkte Konsequenz der Paraplegie oder Folgeerscheinungen sind.

[Bearbeiten] Therapie

Die Ziele der Paraplegie-Therapie sind:

[Bearbeiten] erste Hilfe

Vakuummatratze zum Transport
Transport eines Verletzten, wenn keine flache Unterlage vorhanden ist

Die Paraplegie-Therapie beginnt nicht erst im Spital; Bereits am Unfallort ist ein korrekter Umgang mit dem Patienten wichtig. Dazu gehört das Vermeiden von:

Dies wird erreicht durch:

Grundsätzlich gilt: den Patienten bei Verdacht auf Rückenmark-Verletzungen nicht anrühren, bis professionelle Hilfe eintrifft. Schwebt der Patient aus anderen Gründen (z.B. Feuer) in Lebensgefahr, so kann er durch mindestens 4-5 Personen auf eine stabile, flache Unterlage (z.B. eine Tür) aus dem Gefahrengebiet getragen werden. Wichtig bei der Umlagerung ist vor allem die Fixierung des Genicks mit zwei Händen.

[Bearbeiten] Fixierung

Im Spital angekommen wird die Wirbelsäule des Patienten je nach Stabilität der Verletzung innerlich und/oder äusserlich stabilisiert:

[Bearbeiten] Medikamente

Da bei einer Paraplegie Begleiterscheinungen wie Schmerzen oder psychische Störungen auftreten können, wird die Therapie durch Medikamente unterstützt. Sie sollen:

[Bearbeiten] längerfristige Therapie

Wichtig ist auch die längerfristige Therapie. Als Beispiel dient die Giger MD©-Therapie. Folgende Punkte werden in einem schwerelosen Zustand trainiert:

Die Vorteile dabei sind:

[Bearbeiten] Prognosen

Der langfristige Verlauf ist deutlich abhängig vom Versorgungsniveau bei der Rettung, dem Transport und der klinischen Erstversorgung, die möglichst bereits in einem spezialisierten Zentrum erfolgen soll.

Eine vorsichtige Prognose kann frühestens nach etwa 6-8 Wochen abgegeben werden und muss den bisherigen Lähmungsverlauf miteinbeziehen. Je kompletter die Ausfälle bei Lähmungseintritt und je früher die Reinnervationen beginnen, desto günstiger ist die Gesamtprognose und umgekehrt. Rückenmarksverletzungen könne bis heute nicht rückgängig gemacht werden. Eine Vielzahl von Therapien soll jedoch ein möglichst unabhängiges Leben ermöglichen. Nachdem in den letzten 25 Jahren die adäquate medizinische Versorgung im Vordergrund stand, wird seit 10-15 Jahren eine zielgerichtete Forschung im Bereich des Rückenmarkstraumas betrieben. Forscher gehen davon aus, dass eine Behandlung von Rückenmarksverletzungen beim Menschen stets eine Kombination von Stimulation und Regeneration auf molekularer Ebene und motorischem Training ist.

[Bearbeiten] Pflege

Auflistung nach den LAs, bzw. ATLs (nach Roper bzw. Juchli)


[Bearbeiten] Atmen

Probleme:

=> Pneumoniegefahr!

Maßnahmen: atemunterstützende Lagerungen etc.

[Bearbeiten] Ausscheiden

Probleme:

=> Inkontinenz

Maßnahmen: allgemeine Maßnahmen bei Inkontinenz, ev. Arbeiten an einem Wiedererlangen der Fähigkeiten, Unterstützung in der Handhabung

[Bearbeiten] Sich bewegen

Probleme:

Maßnahmen: Unterstützung in der Mobilisation (z.B. nach Kinästhetik). Psychische Unterstützung im Annehmen der Situation

[Bearbeiten] Schlafen:

Probleme:

Maßnahmen: grundsätzliche Maßnahmen, psychische Unterstützunge, Behandlung der Ursachen

[Bearbeiten] sich sauber halten und kleiden

Probleme:

Maßnahmen: Unterstützung beim Ankleiden, jedoch nur dort, wo es nötig ist => Selbständigkeit des Patienten fördern!

[Bearbeiten] Regulieren der Körpertemperatur

Probleme:

Maßnahmen: bei Schwitzen: Patient regelmässig erfrischen, evtl. ständig feuchten Lappen bereit legen; bei Frieren: auf genügende Isolierung durch Decken achten, warme Getränke anbieten

[Bearbeiten] Für eine sichere Umgebung sorgen

Probleme:

=>Unsicherheit statt Kontrolle!

Maßnahmen: Umgebung so gestalten, dass der Patient möglichst selbständig seinen Tagesablauf gestalten kann; Utensilien wie Lektüre, Zwischenverpflegung, Klingel, etc. in Reichweite legen; zudem: bei Transfer/Umlagerung auf Sicherheit achten, Patient eventuell zu zweit mobilisieren

[Bearbeiten] sich als Frau & Mann fühlen

Probleme:

Die Frau bleibt jedoch fruchtbar!

Maßnahmen: Dem Patienten Platz für Intimität mit dem Partner schaffen, Gespräche anbieten, Partner miteinbeziehen; Wichtig zudem bei der Körperpflege: Intimbereich schützen!

[Bearbeiten] Arbeit und Spielen

Probleme:

Maßnahmen: Möglichkeiten zu Zeitvertreib und/oder Arbeit schaffen; Brett- und Kartenspiele bereitstellen, auf speziell für Paraplegiker ausgerichtete Aktivitäten aufmerksam machen wie z.Bsp. die Arbeit an einem Computer. Es gibt mittlerweile sehr ausgereifte technische Lösungen wie die Integra-Maus. Dieses Gerät funktioniert als Mausersatz und kann mit dem Mund bedient werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten, wenn auch oft erst nach einem Einspruch und einem Schreiben durch medizinisch geschultes Personal über die Notwendigkeit dieses Hilfmittels.

Ein gutes Beispiel ist in diesem Zusammenhang der Astrophysiker Stephen Hawking.


[Bearbeiten] Sinn finden im Werden, Sein und Vergehen

Probleme:

Maßnahmen: psychologische Betreuung durch Gespräche, den Patienten über Selbsthilfegruppen informieren, dem Patienten das Gefühl von Mitbestimmung vermitteln => Patient soll seinen Tagesablauf oder ähnliches mitbestimmen dürfen, Information über Therapie, usw.

==> Beinahe alle LA’s (bis auf 3) sind von der Paraplegie betroffen!!!

[Bearbeiten] Weblinks

vielleicht Hinweise auf spezialisierte Behandlungszentren aufnehmen.

Das wären gute Arbeitsplätze zur Fortbildung und aus Betroffenensicht Referenzstellen für eine "zweite Meinung" bei allen Fragen.

[Bearbeiten] verwendete Literatur

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