Norton-Skala

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Die Norton-Skala ist eine Dekubitusrisikoskala, die von Doreen Norton 1962 in England entwickelt wurde.


5 Kriterien[Bearbeiten]

  • körperlicher Zustand
  • geistiger Zustand
  • Aktivität
  • Beweglichkeit
  • Inkontinenz

Je 1-4 Punkte; weniger als 14 Punkte -> Dekubitusrisiko

Allgemeines[Bearbeiten]

  • als Erhebungsbogen über den Gesundheitszustand des Patienten geplant
  • rasch zu überblicken, nimmt nur wenig Zeit in Anspruch
  • bei Durchführung Zusammenhang zu Dekubitus erkannt
  • basiert auf Erfahrungen
  • unklare Begriffe(Hauptkritikpunkt: Interpretationsbreite)
  • Definitionen nicht gegeben
  • inter-rater Reliabilität nicht gegeben

Die Erweiterte Norton-Skala[Bearbeiten]

- wurde 1985 in Deutschland von Christel Bienstein entwickelt
- dient zur besseren Erkennung der Dekubitusgefahr

Aufbau[Bearbeiten]

Punkte
4 Punkte
3 Punkte
2 Punkte
1 Punkte
Bereitschaft zur Kooperation / Motivation voll wenig teilweise keine
Alter <10 <30 <60 >60
Hautzustand in Ordnung schuppig, trocken feucht Wunden, Allergie- Risse
Zusatzerkrankungen keine Abwehrschwäche, Fieber, Diabetes MS, Adipositas Arterielle Verschluss- krankheit
Körperlicher Zustand gut leidlich schlecht sehr schlecht
Geistiger Zustand klar apathisch, teilnahmslos verwirrt stuporös
Aktivität geht ohne Hilfe geht mit Hilfe rollstuhlbedürftig bettlägerig
Beweglichkeit voll kaum eingeschränkt sehr eingeschränkt voll eingeschränkt
Inkontinenz keine manchmal meistens Urin Urin und Stuhl

Quelle: http://www.thomashilfen.de/thevo/inhalt/basics/skalen/norton_skala.htm

Richtlinien zum Gebrauch der Tabelle[Bearbeiten]

Erläuterung der einzelnen Punkte[Bearbeiten]

Bereitschaft zur Kooperation/Motivation
4 = eine hohe Bereitschaft ist durch die kontinuierliche Mitarbeit gekennzeichnet
3 = Patient zeigt nach Aufforderung Bereitschaft zur Mitarbeit
2 = Patient zeigt bei Aufforderung eine wechselnde Bereitschaft zur Mitarbiet
1 = Patient zeigt keine Bereitschaft

Alter
4 = jünger als 10 Jahre
3 = zwischen 10 und 30 Jahren
2 = zwischen 30 und 60 Jahren
1 = älter als 60 Jahre

Hautzustand
4 = vollkommen gesunde/intakte Haut
3 = leichte Veränderungen
2 = mittlere Veränderungen
1 = schwere Veränderungen

Zusatzerkrankungen
4 = keine
3 = leichte Form
2 = mittlere Form
1 = schwere Form

körperlicher Zustand
4 = gut
3 = leidlich (geschwächt)
2 = schlecht (z.B. Adipositas, Kachexie)
1 = sehr schlecht (z.B. extreme Kachexie)

geistiger Zustand
4 = klar
3 = apathisch/verwirrt
2 = verwirrt/desorientiert in Zeit, Ort, Person
1 = stuporös

Aktivität
4 = geht ohne Hilfe
3 = geht mit Hilfe
2 = rollstuhlbedürftig
1 = bettlägerig

Beweglichkeit
4 = voll
3 = kaum eingeschränkt
2 = sehr eingeschränkt
1 = voll eingeschränkt

Inkontinenz
4 = keine
3 = manchmal
2 = meistens Urin
1 = ständig Urin und Stuhl

Berechnen der Dekubitusgefahr[Bearbeiten]

Zu jedem Kriterium wird die entsprechende, auf den Bewohner/Patienten, Einschätzung abgegeben. Somit kann ein Bewohner z.B. unter dem Punkt Aktivität nicht die "4" und die "3" bekommen, weil z.B. sein Gehvermögen von der Tagesverfassung abhängt. Man sollte sich im Zweifelsfall immer für den schlechteren Wert entscheiden.

Nach der vollständigen Einschätzung des Bewohners in allen Kriterien, werden die punkte addiert. Anhand der daraus resultierenden Zahl, kann man die Dekubitusgefahr einschätzen.

Dabei ist folgende Einteilung zu beachten:

25 - 21 Punkte: geringes Risiko
20 - 16 Punkte: mäßig gefährdet
15 - 09 Punkte: hohes Risiko
09 - 00 Punkte: sehr hohes Risiko

==> Bitte beachtet, dass diese Einteilung keine starre Einteilung ist. In jeder Literatur findet man eine andere Einteilung. Im Zweifelsfall immer nach der Einteilung in der Praxiseinrichtung halten.

Allgemeines[Bearbeiten]

  • nach längerer Anwendungszeit der Norton-Skala vor allem im Krankenhaus, erweitert
  • Schwächen unverändert vorhanden
  • Im Altenheim angewendet durch den Punkt Alter verfälscht (endet bei >60)
  • Der Punkt Alter ist hoch reliabel durch genaue Definition, im Altenheim allerdings dadurch geringe Validität
  • Der Medizinische Dienst der Spitzenverbände (MDS) rät bei demenziell veränderten Menschen von der Verwendung der Norton-Skala ab.

siehe auch[Bearbeiten]



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