Niedrigschwelliges Betreuungsangebot

Aus PflegeWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Niedrigschwellige Betreuungsangebote werden Projekte bezeichnet, die durch die soziale und die private Pflegeversicherung sowie durch Bund, Länder und Kommunen gefördert werden (§ 45 c SGB XI). Für die Anerkenung als förderungsfähiges niedrigschwelliges Angebot sind die Länder zuständig. Die Förderung wurde 2001 durch das Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz (PflEG) eingeführt und zuletzt 2008 durch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz (PfWG) auf jährlich insgesamt 50 Mio Euro aufgestockt.

Es handelt sich um Betreuungsangebote, die zwischen häuslicher Versorgung und professioneller Tagespflege stehen. Dabei betreuen ehrenamtliche Helfer Pflegebedürftige mit erheblichem Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung in Gruppen oder im häuslichen Bereich, sie entlasten die pflegenden Angehörigen und unterstützen sie beratend. Damit eine bestimmte Qualität gesichert ist, müssen die ehrenamtlichen Helfer durch Fachkräfte angeleitet und unterstützt werden.

Die Angebote richten sich insbesondere an gerontopsychiatrisch veränderte Menschen (Demenzpatienten) sowie an Menschen mit psychischer Erkrankung oder geistiger Behinderung, bei denen nach Feststellung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung neben dem in der Pflegeversicherung bereits zu berücksichtigenden verrichtungsbezogenen Hilfebedarf (§§ 14 und 15 SGB XI) noch ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist.

Der Klassifizierung der Angebote als niedrigschwellig liegt die Annahme zugrunde, dass pflegende Angehörige Hilfen von außen leichter annehmen, wenn diese nicht teilstationär oder stationär, sondern in einem familiäreren Rahmen stattfinden.

Durch diese Art von Angeboten soll auch das Potenzial an Personen genutzt werden, die Interesse an einer sinnvollen helfenden Tätigkeit haben und geeignet und bereit sind, in ehrenamtlichen Betreuungsgruppen mitzuwirken.

Weblinks[Bearbeiten]

Nordrhein-Westfalen]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martha Meyer: Pflegende Angehörige in Deutschland. Ein Überblick über den derzeitigen Stand und zukünftige Entwicklungen. Hamburg, Lit-Verlag, 2006. ISBN 3-8258-9921-7
  • Peter Sauer u.a. (Hrsg.): Niedrigschwellige Hilfen für Familien mit Demenz. Erfahrungen, Beispiele, Perspektiven. Frankfurt am Main, Mabuse, 2007. ISBN 978-3-938304-92-1
  • Tania-Aletta Schmidt, Birgit Wolff: Handbuch Niedrigschwellige Betreuungsangebote. E-book bei vincentz.net, 2008 2. Auflage.