Neurologie

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Definition[Bearbeiten]

Die Neurologie ist das Fachgebiet der Medizin, das sich mit Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und der Nerven (ZNS und PNS) befasst, ensprechender Facharzt ist der Neurologe. Sein wahrscheinlich wichtigster diagnostischer Schritt ist die Erhebung des Neurologischen Status der Patienten.

Das Gebiet ist traditionell mit der Psychiatrie verknüpft, die sich mit Leiden befasst, deren neurologische Ursache unklar, unbekannt oder gar nicht vorhanden ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Daten aus der Geschichte zur Neurologie, die deren Entwicklungsschritte erklären können:

  • Erste Trepanationen (Eröffnungen des Schädels) sind bereits ungefähr aus der Zeit 10.000 v. u. Zeitrechnung durch Knochenfunde bekannt. Weltweit wurden mehrere Hundert geöffnete und teilweise wieder verheilte Schädel gefunden.
  • Erste Texte, die neurologische Symptome beschreiben, stammen aus der Zeit des 14. Jahrhunderts v. u. Z. aus Ägypten.
  • Pythagoras (570-510 v.u.Z.) beschreibt erstmals das Gehirn als Sitz des Denkvermögens, der Empfindungen und der Seele.
  • Aristoteles (384-322 v. u. Z.) vermutet das Denken und die Seele im Herzen. Diese Theorie wirkt noch heute in Redewendungen wie sich etwas "zu Herzen" (und nicht zu Hirn oder Kopf) nehmen.
  • Leonardo da Vinci, um 1500: Er füllt heißes Wachs in das Schädelinnere Verstorbener. Seine Wachsabdrücke zeigen ein verästeltes, aber zusammenhängendes Gebilde. Damit widerlegt da Vinci die bis dahin gültige "Ventrikeltheorie", die im Gehirn noch streng voneinander getrennte Kammern vermutete.
  • Thomas Willis (1621–1675) injiziert im 17. Jahrhundert in die Arterien des Gehirns Tinte, um dort die Blutzirkulation zu erforschen. Er stellt fest, dass sich die Nervensysteme von Mensch und Tier kaum unterscheiden.
  • Phineas Gage, 1848: Eine Eisenstange schießt ein Loch in einen Teil seines vorderen Stirnhirns. Gage überlebt den Arbeitsunfall. Aus den Wesensveränderungen lernt man: »Moralische« Verhaltensweisen werden vorn im Stirnhirn verarbeitet, Sprache und Bewegung offensichtlich in Hirnarealen, die bei Gage intakt geblieben sind.
  • Monsieur Tan, Tod 1861: der Pariser Chirurg Paul Broca seziert dessen Gehirn und findet eine geschädigte Region im unteren Stirnlappen. Dieses Broca-Areal gilt auch heute noch als wichtiges Sprachzentrum.
  • Roger Sperry (1913–1994) kann an den Folgen der in den Jahrzehnten zuvor vielfach durchgeführten Lobotomie bei Epilepsie- und anderen Therapieversuchen zeigen, dass die linke und rechte Hirnhälfte unterschiedliche Aufgaben haben.
  • Benjamin Libet (1916–2007), Versuche in den siebziger Jahren zum freien Willen.
  • Eleanor Maguire weist 1997 erstmals nach, dass jahrelanges Training Teile des Hippocampus wachsen bzw. schrumpfen lässt.
  • Giacomo Rizzolatti* (mit der Arbeitsgruppe Luciano Fadiga, Leonardo Fogassi*, Vittorio Gallese*, Giuseppe di Pellegrino. *u. a. 2007 Grawemeyer Award) - beschreiben Spiegelneuronen, die uns eine Handlung, die wir bei anderen sehen, im eigenen Kopf "nacherleben" lassen.

Literatur[Bearbeiten]

Lehrbücher

Neuroanatomie

  • Werner Kahle: Taschenatlas der Anatomie Bd. 3: Nervensystem und Sinnesorgane. Thieme, Stuttgart 1976, ISBN 3-13-492203-7

Neurobiologie und Neurogenetik

  • Thomas Herdegen (Hrsg.): Klinische Neurobiologie. Molekulare Pathogenese und Therapie von neurobiologischen Erkrankungen. Spektrum, Heidelberg 1997, ISBN 3-8274-0069-4
  • Olaf Rieß (Hrsg.): Neurogenetik. Molekularbiologische Diagnostik neurologischer Erkrankungen. Springer, Berlin 1998, ISBN 3-540-63874-1

Elektrodiagnostik

  • Bernhard Neundörfer: EEG-Fibel. Das EEG in der ärztlichen Praxis. Gustav Fischer, Stuttgart 1995, ISBN 3-437-00807-2

Neuropsychologie

  • Wolfgang Hartje, Klaus Poeck: Klinische Neuropsychologie. Thieme, Stuttgart 1997, ISBN 3-13-624503-2

Neurologische Rehabilitation

  • Peter Frommelt, Holger Grötzbach (Hrsg.): Neuro-Rehabilitation. Blackwell, Berlin 1999, ISBN 3-89412-321-4

Geschichte

Weblinks[Bearbeiten]