Motilitätstest nach Tinetti

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Der Multimorbidität und den oft sehr komplexen Krankheitsbildern älterer Patienten, den Alterssyndromen, steht immer wieder die Forderung nach einem möglichst einfachen, wenig zeitaufwendigen diagnostischen Verfahren gegenüber, damit dieses auch in der allgemeinen Arztpraxis bei möglichst vielen Personen durchgeführt werden kann und die Patienten nicht zu sehr belastet werden.

Sturz oder Bewegungsmangel seien als Beispiele für gravierende Einschränkungen im Alter genannt, die nicht zwangsläufig vorhanden sind, wenn aber - dann wirken sie sich auf das gesamte Verhalten und Erleben der alten Person aus. In der Pflege ist die Aufgabe zur Beratung von kranken Personen unumstritten. Diese Beratung setzt aber erst einmal die Kenntnis von einem Zustand voraus, der Prävention oder Prophylaxe oder eigenes Tätigwerden (nach der Beratung) sinnvoll erscheinen läßt.

Im geriatrischen Assessment wird in einem ersten Schritt (Screening) gefragt (mittels Fragebogen) ob Einschränkungen z. B. beim Sehen und Hören, Beweglichkeit oder Ernährung, beim emotionalen Befinden, der soziale Unterstützung oder Aktivität auftreten.

Sind Problembereiche vorhanden, sollte ein umfassenderes Basis-Assessment als zweiter Schritt folgen. Auch hierfür ist der Zeitaufwand gut überschaubar - ca. 45-60 Min.


In diese Testreihe gehört der Motilitätstest nach Tinetti. Seine Aussagen können zwar allein betrachtet werden, gewinnen aber vor dem Hintergrund der unklaren Genese von Alterssyndromen ein anderes diagnostisches Gewicht, wenn alle Test berücksichtigt werden können.

Er überprüft: Verständnis einer einfachen Alltagsaufgabe, die Fähigkeit allein aufzustehen und sich hinzusetzen. Stand ohne Sicht(Gleichgewicht). Wenige Schritte zu gehen, umfassendes Gangbild, Standfestigkeit, Sturzrisiko.

Das Ergebnis gibt Hinweise auf: Neuromuskuläre Defizite, Gangstörungen, auch zur Verlaufskontrolle

Zeitaufwand: ca. 2 - 5 Min.

Materialien: Beliebige Hilfsmittel (Gehhilfen) dürfen verwendet werden

Auswertung: Art und Sicherheit. Maximal 20 Punkte.

Testgüte: - Angabe fehlt -. Das Verfahren ist sehr verbreitet.


Genaue Anweisungen und ein Muster findet sich bei AGAST (1997) im Anhang - siehe Literatur.


siehe auch[Bearbeiten]

ATL Sich Bewegen, Mobilität, Nürnberger Altersinventar, Sturz

Literatur[Bearbeiten]

Arbeitsgruppe Geriatrisches Assessment AGAST (1997) Geriatrisches Basisassessment. Red.: M. Bach u. a. - 2., aktualisierte Aufl - München, MMV(Schriftenreihe Geriatrie-Praxis). ISBN 3-8208-1309-8. S. 43 - 44.