Morbus Parkinson

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Morbus Parkinson (Schüttellähmung)
Symptomkomplex aus Akinese, Rigor, Ruhetremor und Posturaler Instabiliät (Störung der Ausgleichsbewegung, des Gleichgewichts). Die Morbidität von M. Parkinson beträgt ca. 1% aller über 60jährigen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der englische Chirurg und Paläontologe James Parkinson hat (1817) diese Krankheit als „Schüttellähmung“ beschrieben. 1884 hat der französische Neurologe J.M.Charcot die Bezeichnung „Parkinsonsche Krankheit“ eingeführt. Anfang der 60er Jahre wurde der Mangel an Dopamin als biochemisches Korrelat des Morbus Parkinson nachgewiesen.

Epidemiologie[Bearbeiten]

Das Parkinson – Syndrom gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. In Deutschland leiden ca. 150.000 bis 200.000 Menschen daran. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Das durchschnittliche Alter bei Diagnosestellung ist 55 Jahre. Nur 5 – 10% der Erkrankungen treten vor dem 40. Lebensjahr auf. 1% der 60-jährigen und 3% aller 80-jährigen leiden unter dem Parkinson – Syndrom.

Pathophysiologie[Bearbeiten]

Die degenerative Veränderung in einer bestimmten Region im Mittelhirn, der sog. Substantia nigra führt zu dieser Krankheit. Die Substantia nigra ist wegen des hohen Eisen- und Melaningehaltes ihrer Zellen dunkel gefärbt . Bei Parkinson–Patienten ist diese Region nicht wie normalerweise schwarz, sondern ausgeblichen. Nervenzellen der Substantia nigra bilden den Botenstoff Dopamin (Vorläufersubstanz der Hormone Adrenalin und Noradrenalin), der für die Erregungsübertragung von Nervenimpulsen dieser Zellen zu einer anderen Gehirnregion (Striatum) zuständig ist. Substantia nigra und Striatum gehören zu den Basalganglien, einem Netzwerk im ZNS, welches als Schaltzentrale für die Koordination der Bewegungsabläufe dient. Das Absterben (Ursache noch nicht bekannt) der Substantia nigra führt zur Störung des Gleichgewichtes zwischen Dopamin (zu wenig) und dem Gegenspieler des Dopamins Azetylcholin (relativ zu viel).

Formen des Parkinson-Syndroms[Bearbeiten]

Idiopathisches Parkinson-Syndrom[Bearbeiten]

(primäres Parkinson-Syndrom, Paralysis agitans) (idiopathisch = Ursache unbekannt, ca. 75%),

  • Unklare Erkrankungsursache. Die pigmenthaltigen Nervenzellen der Substantia nigra gehen, aus bis heute nicht geklärten Gründen, zugrunde, im Gefolge dieses Melaninverlustes sind Dopamin, aber auch Noradrenalin und Serotonin vermindert.
  • diskutiert werden folgende Ursachen:
    • genetisch bedingter Enzymmangel
    • gestörte Entgiftungsfähigkeit des Gehirns
    • Umwelteinflüsse und oxidativer Stress

Symptomatisches Parkinson-Syndrom[Bearbeiten]

(sekundäres Parkinson-Syndrom)

  • Parkinson-Symptomatik aufgrund von
    • Hirnarteriosklerose (Mangeldurchblutung) ca. 20% der Fälle,
    • Vergiftungen z.B. Methanol, Kohlenmonoxid,
    • Nebenwirkungen von Medikamenten ("medikamentöses Parkinsonsyndrom") z.B.
      • Neuroleptika (z.B. Haloperidol®),
      • Antidepressiva (z.B. Lithium®),
      • Antihypertensiva (z.B. Reserpin®),
    • Gehirntumor.
  • Atypische Parkinson-Syndrome (PS im Rahmen anderer neurodegenerativer Erkrankungen).
  • Folge ist der Verlust des Gleichgewichts zwischen Dopamin (zu wenig) und Azetylcholin, dem Gegenspieler des Dopamins (relativ zu viel)$
    • Parkinson-Plus-Syndrome
      • Erkrankungen die neben Parkinson-Symptomen auch weitere Erscheinungen zeigen. Diese Krankheiten betreffen nicht nur das bei Parkinson betroffene System, sondern mehrere Systeme gleichzeitig (Multisystematrophie). Die Erkrankung führt in diesen Fällen auch zur Zerstörung der Dopamin-Rezeptoren, sodass die adäquate Parkinson-Therapie nicht richtig wirksam sein kann.

Symptome eines Parkinsonkranken[Bearbeiten]

Mögliche Warnzeichen werden meist anderweitig interpretiert, dazu gehören:

  • Leistungsabfall,
  • Störungen des Gleichgewichts – Neigung zum Stolpern,
  • Missempfindungen (z.B. Riechstörungen),
  • Schmerzen im Nacken, Rücken, Armen, Beinen,
  • Beim Gehen fehlendes Abrollen auf einer Seite,
  • Das fehlende Mitschwingen eines Armes,
  • Das In-den-Stuhl-Fallen beim Hinsetzen,
  • Eingeschränkte oder fehlende Mimik und Gestik,
  • Veränderung des Schriftbildes (immer kleiner werdende Buchstaben).

Parkinson - Symptome treten auf , wenn der Dopamin-Gehalt um 70 bis 80% abgesunken ist. Charakterisieren mehrere Krankheitssymptome ein Krankheitsbild, spricht man von einem Syndrom.

Ein Parkinson-Syndrom kann schon mehrere Jahre vor der manifesten Symptomatik erkannt werden. Einschränkungen, die einem Morbus Parkinson vorausgehen, findet man bei Männern etwa drei und bei Frauen mehr als sieben Jahre vorher, fanden Wissenschaftler der Harvard School of Public Health heraus.[1]

Parkinson Trias[Bearbeiten]

Als Symptom des PS tritt die sog. Parkinson – Trias auf :

  • Hypo/ Akinese :
    • Allgemeine Bewegungsarmut mit starrer Mimik (Maskengesicht),
    • fehlende Mitbewegung der Arme beim Gehen,
    • kleinschrittiger Gang,
    • Verlangsamung aller Bewegungen (Bradykinese),
    • gebückte Haltung mit leicht gebeugten Knien,
    • Schwierigkeiten beim Starten (Losgehen) und Stoppen (Stehenbleiben),
    • monotone leise Stimme,
    • immer kleiner werdende Schrift (Mikrographie).
  • Rigor (lat. Starre) :
    • erhöhter Muskeltonus,
    • der Widerstand bleibt während der ganzen Bewegung gleich,
  • Tremor (lat. Zittern) in Ruhe, sog. Ruhetremor :
    • Betrifft vor allem die Hände, gelegentlich aber auch den Kopf und selten die Beine.
    • Besonders typisch ist die „Pillendrehbewegung“ – hierbei betroffen sind die Daumen- und Zeigefingermuskeln.

Weitere mögliche Symptome[Bearbeiten]

  • Vegetative Störungen : Erhöhte Drüsensekretion
    • verstärkter Speichel- und Tränenfluss,
    • vermehrtes Schwitzen,
    • verstärkte Talgsekretion („Salbengesicht“)
    • chronische Obstipation
    • Blasenstörungen
    • oberflächliche Atmung
  • Psychische Störungen
    • geistige Verlangsamung (Bradyphrenie; bei meist erhaltener Intelligenz),
    • depressive Verstimmung mit Antriebslosigkeit (Apathie),
    • Überempfindlichkeit und Gereiztheit
    • Antriebsmangel
    • Die Bradyphrenie und die fehlende emotionale Reaktion (Maskengesicht) trägt dazu bei, dass Parkinson-Patienten den Eindruck eines psychisch kranken oder abgebauten Menschen machen.
  • Persönlichkeit: Parkinsonpatienten werden oft charakterisiert als:
    • gewissenhaft
    • präzis
    • akkurat
    • ängstlich
    • zurückhaltend
    • schamhaft
    • schnell resignierend
    • subdepressiv
    • Diese Eigenschaften verstärken sich häufig im Laufe der Erkrankung
  • emotionale Verstärker: die körperlichen Symptome können durch folgende Einflüsse wesentlich verstärkt werden:
    • Kummer
    • Stress
    • Freude
    • Beobachtung
    • Zeitdruck

Allgemein[Bearbeiten]

  • Erkrankung tritt im Erwachsenenalter auf, selten im 4 Lebensjahrzehnt
  • 2/3 der Patient sind innerhalb von 5 Jahren schwer behindert
  • Krankheit kann sich über mehr als 20 Jahre hinziehen
  • Einschränkung der Willkürmotorik
  • Blepharospasmus

Charakteristische Körperhaltung[Bearbeiten]

  • Fehlende Armbewegung
  • Schlurfender Gang
  • Gebeugte Haltung
  • Ausdrucksloses Gesicht
  • Kleinschrittiger Gang
  • Leicht gebeugte Arme und Beine
  • Rigor = Tonuszunahme von Agonisten und Antagonisten
  • Tremor = Grobschlägiger langsamer Ruhetremor v.a der Hände, der sog. Münzenzählertremor

Phasen mit erheblichen Einschränkungen[Bearbeiten]

Dank der modernen medikamentösen Therapie gelangen Parkinson-Patienten nur selten in diese Phasen.

Späte Krankheitsphase[Bearbeiten]

  • Wirkung der Medikamente lässt nach
  • Akinese und Rigor nehmen zu
  • Patient kann ohne Hilfe nicht mehr aufstehen oder gehen
  • Patient fällt hin, wenn er versucht zu gehen
  • ==> extreme Frakturgefährdung, Bettlägerigkeit
  • Kauen und Schlucken sind eingeschränkt
  • ==> Nahrungsaufnahme über Magen- oder PEG-Sonde
  • Blasenentleerungsstörung
  • ==> suprapubischer Blasenkatheter
  • bei vollständiger Unbeweglickeit extreme Dekubitus-, Pneumonie-, Kontraktur-, und Thrombosegefahr

Akinetische Krise[Bearbeiten]

  • lebensbedrohlicher Zustand
  • Ursachen
    • Unterbrechung der Medikation für längere Zeit aus diversen Gründen
    • Exsikkose (Austrocknung des Körpers)
    • Infektionskrankheiten
    • Narkose
  • Symptome
    • starker Rigor
    • totale Akinese
    • Unfähigkeit zu sprechen
    • Unfähigkeit zu schlucken
    • hohes, zentrales Fieber
  • Folge: Tod, wenn der Patient nicht rechtzeitig adäquat behandelt wird

Diagnosestellung[Bearbeiten]

Die Diagnose lässt sich nur klinisch, also über die Symptome stellen. Treten zwei der drei Kardinalssymptome (Trias) auf, so gilt die Krankheit als diagnostiziert. Eine weitere Möglichkeit zur Abklärung ist das Geben von L-Dopa (siehe medikamentöse Therapie). Verbessern sich die Symptome, handelt es sich um Parkinson.

Therapie[Bearbeiten]

Parkinson – Syndrom ist eine fortschreitende Erkrankung und nur Symptome können therapiert werden :

  • medikamentöse Therapie (Ziel der Therapie ist den Dopaminmangel direkt oder indirekt auszugleichen und so die Beschwerden zu lindern ) :
    • L - Dopa ( Levodopa® ) mit Decarboxylasehemmern werden in Dopamin umgewandelt, bei Akinese, Rigor, Ruhetremor,
    • MAO - B - Hemmer (hemmen zentralen Abbau von Dopamin im Gehirn), bei Akinese,
    • COMT-Hemmer (reduzieren Abbau von L-Dopa in der Blutbahn)
    • Dopaminagonisten ( stimulieren direkt Dopaminrezeptoren ),
    • Anticholinergika bei Ruhetremor, Rigor,
  • Physiotherapie ( Bewegungstherapie ) , Indikation : Rigor, Akinese,
    • fördert die Beweglichkeit, Körperstabilität und Reaktionsfähigkeit,
  • Logopädie ( Sprechtherapie ),Verbesserung der Sprechstörung,
    • Training der Muskel für das Stimmvolumen, der Atemtechnik und der klaren Aussprache,
  • Ergotherapie zur Verbesserung der Feinmotorik, und evtl. vertraut machen mit technischen Hilfen ( spezielles Ess-Besteck ),
  • Psychotherapie,
  • Ernährungsberatung :
    • kalorien- und flüssigkeitsreiche Kost,
    • abhängig von der Medikamenteneinnahme ggf. eiweißarme Kost
  • Tiefenhirnstimulation,
    • wenn die Medikamente nicht mehr helfen, Indikation bei Rigor und Tremor.
    • Bei der Tiefenhirnstimulation werden über eine Elektrode elektrische Impulse an die betroffene Hirnregion gegeben.
    • Die Steuerung erfolgt über ein unter die Haut eingepflanztes Gerät in der Größe eines Herzschrittmachers.
  • Hilfsmittel-Versorgung - z. B. Rollator, Protektoren, Rufanlage

Tiefe Hirnstimulation[Bearbeiten]

Seit vielen Jahren werden auch neurochirurgische Behandlungsmöglichkeiten eingesetzt. Eine seit Anfang der Neunziger Jahre sehr erfolgreiche Methode ist die Tiefe Hirnstimulation, bei der dem Patienten ein Impulsgenerator („Hirnschrittmacher“) eingesetzt wird[2][3]. Er erzeugt elektrische Impulse und leitet sie über dünne Kabel, je nach Lokalisation der Krankheitsursache und entsprechender Platzierung der Stimulationselektroden, in die jeweiligen Basalganglien Nucleus subthalamicus, Globus pallidus oder den vorderen Thalamus, wodurch dort überaktive Fehlimpulse wirksam unterdrückt werden können. Dieses Verfahren kommt bei Parkinson-Syndromen, daneben aber auch Dyskinesien und essentiellem Tremor in Frage, wenn die medikamentöse Therapie ihre Grenzen erreicht hat oder aus anderen Gründen nicht oder nur eingeschränkt einsetzbar ist.

Bei dem Eingriff zur Elektrodenplatzierung handelt es sich um eine schwierige und nicht ungefährliche Stereotaktische Gehirnoperation, die rund sechs bis zwölf Stunden dauert und sowohl im Vorfeld als auch während der Operation genaueste Planung und Kontrolle anhand von radiologisch gewonnenen räumlichen Bilddaten und elektrisch abgeleiteten neurophysiologischen Messwerten erfordert. Die Wirkung ist zumeist positiv. Es können jedoch eine vorübergehende oder länger andauernde Dysarthrie (Störung der Sprechmotorik) und ein meist auf ein Jahr begrenzter abnorm gesteigerter Antrieb auftreten. Durch die Verletzung der Hirnrinde können in seltenen Fällen auch Epilepsien ausgelöst werden. Ein entscheidender Vorteil der Methode gegenüber früheren „ablativen“ (zerstörenden) Verfahren, die bei diesen Krankheitsbildern heutzutage keine Anwendung mehr finden, liegt allerdings in der nahezu vollständigen Reversibilität.

Die Implantation des batteriebetriebenen Impulsgenerators selbst und dessen Kabelverbindung zur Stimulationselektrode wird in der Regel erst in einem zweiten chirurgischen Eingriff mehrere Tage nach der Elektrodenplatzierung vorgenommen. Das Gerät wird dabei, je nach seiner modellabhängigen Größe und der Physiognomie des betreffenden Patienten, in einer hierzu präparierten Hauttasche oberhalb des Brustmuskels oder im Bauchraum eingenäht. Nach dem zweiten Eingriff folgt eine Phase in der die Stimulationseinstellungen des Impulsgebers individuell an die Symptome des Patienten angepasst und im Gerät programmiert werden. Sie kann durchaus mehrere Wochen in Anspruch nehmen und während dieser Zeit können auch noch vereinzelt oben genannte Nebenwirkungen (wie Dysarthrie, Dyskinesie, Dystonie) auftreten, weil sich das Gehirn des Patienten erst noch an die Stimulation von außen „gewöhnen“ muss.

Die Patienten erhalten anschließend ein spezielles Kontrollgerät, welches ihnen ermöglicht selbstständig den Ladungszustand der Batterie regelmäßig zu überprüfen, den Stimulator bei Bedarf ein- und auszuschalten sowie bei einigen Modellen (nach vorheriger fachlicher Einweisung) auch die Stimulationseinstellungen des Impulsgebers innerhalb bestimmter voreingestellter Grenzbereiche selbst der jeweiligen Situation entsprechend anzupassen. Diese Kontrollgeräte arbeiten transkutan mittels magnetischen Impulsen. Je nach Einstellung des Impulsgenerators und ihrer Kapazität, halten die als Energiespeicher verwendeten Primärzellen („Batterie“) das Gerät etwa zwei bis fünf Jahre kontinuierlich in Betrieb. Sie sind fest im hermetisch gekapselten inerten Titan-Gehäuse des Gerätes eingebaut und somit praktisch untrennbar mit dem Gerät verbunden. Da sie sich deshalb weder einfach austauschen, noch bei den bisher verwendeten Geräten auch transkutan wieder aufladen lassen, ist nach entsprechenden Spannungsverlust durch die mehrjährige kontinuierliche Entladung die korrekte Funktion des Impulsgenerators nicht mehr gewährleistet. Zur Fortsetzung der Tiefen Hirnstimulation ist dann ein weiterer kurzer operativer Eingriff nötig, bei dem das alte Gerät entfernt und durch ein komplett neues ersetzt wird.

Forscher des Forschungszentrums Jülich und der Universität Köln arbeiten an der Entwicklung eines Hirnschrittmachers, der die Parkinson-Symptome nicht nur unterdrücken, sondern sie korrigieren und das Gehirn wieder normal funktionieren lassen soll.[4] Für diese Idee erhielten sie 2005 den Erwin-Schrödinger-Preis.

Mögliche Komplikationen[Bearbeiten]

  • Sturz
  • Aspiration von Flüssigkeit oder Nahrung
  • L - Dopa-Spätsyndrom (Kooperation zum Arzt fördern ! )
    • Die Wirkung von L - Dopa lässt mit der Zeit nach, häufig muss die Dosis im weiteren Verlauf der Erkrankung erhöht werden.
    • L – Dopa kann sog. Dyskinesien (unwillkürliche Zuckungen und ruckartige Bewegungen) hervorrufen.
    • ( „off / on„–Phasen)
      • meint eine plötzlich eintretende Wirkungslosigkeit des Medikamentes, das dann später ebenso abrupt wieder wirksam werden kann
    • es können Muskelkrämpfe (Dystonie) auftreten.
  • Rigor
    • fortschreitende Muskelspannungen (Rigor) können durch ein “Freezing“ (eine “Einfrierreaktion“ beim Gehen)
    • aber auch durch ein “ Festhaken “ beim Sprechen äußern.
    • Schluckbeschwerden,
    • Harninkontinenz,
    • hyperaktive Blase und
    • Obstipation können auftreten.
  • Depression - das Risiko scheint relativ hoch zu sein. Beobachtungen mit Angehörigen und Ärzten im Einverständnis der betroff. Person austauschen.
  • Psychose
    • grundsätzlich alle Parkinson–Medikamente können bei Parkinson–Kranken (10-30 %) eine Psychose verursachen.
    • Etwa jeder fünfte Parkinson–Patient entwickelt nach langjähriger Erkrankung Zeichen eines geistigen Abbaus (Demenz) mit Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, verlangsamtem Denken und verarmter Assoziationsfähigkeit.

Eine Heilung der Parkinson–Erkrankung ist zur Zeit nicht möglich. Auch das Fortschreiten dieser Krankheit kann (noch) nicht aufgehalten werden. Bei gut eingestellter Therapie sowie aktiver und gesunder Lebensweise ist die Lebenserwartung eines Parkinson–Patienten annähernd gleich der des Gesunden. Bis zu einer Pflegebedürftigkeit verstreichen im Schnitt ca. 20 Jahre.


Pflege[Bearbeiten]

Schwerpunkte[Bearbeiten]

  • Psychosoziale Unterstützung (Gespräche, Kontakt zu Selbsthilfegruppen, strukturierter Tagesablauf)
  • Umgebung gestalten (Raum schaffen, Stolpersteine entfernen, Haltegriffe montieren, etc.)
  • Kleidung, Körper- und Hautpflege unterstützen (Selbständigkeit fördern, gründliche Körperhygiene, schweissdurchlässige Kleidung)
  • Essen und Trinken unterstützen (Zeit lassen, Spezialgriffe für Essbesteck, Mundhygiene nach dem Essen, etc.)
  • Ausscheidung unterstützen (Obstipationsprophylaxe, Toilettenstuhl im Zimmer bei nächtlichem Harndrang)
  • Bewegung unterstützen (Weiterführen der Übungen der Physiotherapie)
  • Schlafen unterstützen (häufige Lagerung bei nächtlicher Akinese, Schlafrituale, etc.)
  • Medikation unterstützen (pünktliche, oft minutengenau Einnahme), keine zusätzlichen Medikamente, auch keine "harmlosen", wenn keine ärztliche Verordnung vorliegt. Veränderungen beobachten und beurteilen (Überbewegungen, Muskelkrämpfe, nächtliche Störungen)

weitere Tipps und Tricks[Bearbeiten]

  • allgemein
    • Patient eine größtmögliche Selbstständigkeit belassen, ihr/ihm Zeit und Ruhe für seine Tätigkeiten geben.
    • Patienten leiden an mangelndem Selbstbewußtsein, es ist durch Zuwendung und Gespräche zu stärken.
    • Dem Patient stets realistische Ziele setzen, damit der Patient nicht den Mut verliert und seine eigenen Erfolge sieht.
    • Bei erreichten Zielen den Patient loben (positive Verstärkung), aber kein unehrliches, übertriebenes Verhalten an den Tag legen.
    • Die Intelligenz der oft teilnahmslos aussehenden Menschen nicht unterschätzen und sie nicht wie kleine Kinder behandeln.
    • Ermüdet der Patient bei Übungen , sollte eine Pause eingelegt werden und erst wieder geübt werden, wenn die Konzentrationsfähigkeit des Patient wieder hergestellt ist
    • Vor der Entlassung den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe herstellen.
  • Körperpflege/Kleidung
    • Patienten leiden an mangelndem Selbstwertgefühl und verlieren das Interesse an Ihrem Aussehen -> Wecken des Interesses an altersgemäßer gepflegter Kleidung.

- schweißdurchlässige, leichte Kleidung wählen - HITZESTAU vermeiden - bei starkem Schwitzen die Kleidung auch tagsüber mehrmals wechseln ( Gefahr einer Lungenentzündung)

> An- und Auskleidehilfe

    • Kleidungsstücke mit Reißverschluss oder Klettverschluss verwenden
    • Festes Schuhwerk

siehe auch[Bearbeiten]

Parkinson - Medikamente
Parkinson - Hilfsmittel
WIKIPEDIA Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einem Text, der aus der freien Enzyklopädie Wikipedia übernommen wurde. Eine Liste der ursprünglichen Autoren befindet sich auf der Versionsseite des entsprechenden Artikels.

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50777
  2. Charité – Klinik für Neurologie, AG Bewegungsstörungen: „Hirnschrittmacher“ gegen die Parkinson-Erkrankung – Eine Patientenaufklärung (Kupsch, A.; Ulm, G.; Funk, T.) [PDF]
  3. dPV e. V. – „Club U40 im Internet“: Hirnschrittmacher gegen die Parkinson-Erkrankung (Kupsch, A.; Ulm, G.; Funk, T.)
  4. Handelsblatt: Gezielt aus dem Takt gebracht

Weblinks[Bearbeiten]