Münchhausensyndrom

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Das Münchhausen-Syndrom ist ein nach dem Lügenbaron benanntes uneinheitliches Bild, bei dem lebhafte Beschwerden erfunden werden, um Einweisung ins Krankenhaus zu erreichen. Meist bestehen akute Krankheitsbeschwerden, von denen eine plausible und dramatische Vorgeschichte erzählt wird. Die Btreffenden lügen oft, auch hinsichtlich Namen und Biografie. Bevorzugte Beschwerdenkomplexe sind heftige Leibbeschwerden (akutes Abdomen), Berichte über Blutungen aus Magen oder Lungen, Kopfschmerzanfälle, Bewusstseinsverluste oder seltsame Anfälle. Diese Patienten scheuen auch schmerzhafte diagnostische Eingriffe und Operationen nicht und verlassen gewöhnlich heimlich das Krankenhaus.

  • Lapartomophilie. Besondere Art des Münchhausens-Syndroms, wobei durch falsche Schilderung von Leibbeschwerden immer wieder Bauchoperationen herbeigeführt werden.
  • Haemorrhagia hysterionica. Wobei Blutungen aus Magen, Darm, Lunge, Niere, Ohr, Nase, usw. willkürlich hervorgerufen werden.
  • Dermatitis autogenica. Wobei der Kranke mit Neigung zu allergischen Dermatosen absichtlich das Ihnen bekannte Allergen einnehmen. Auch Selbstbeschädigung der Haut durch Kratzen, Säuren, Laugen oder Ätzmittel.
  • Erweitertes Münchhausen-Syndrom/Münchhausen in Vertretung. Bei denen Mütter an ihren Kindern Symptome künstlich erzeugen und/oder sie vortäuschen oder aggravieren, um das Kind in Kliniken aufnehmen zu lassen und invasive medizinische Eingriffe bis hin zu Operationen zu provozieren. Die Mütter, die ihre Kinder durch ihr Verhalten diesen Eingriffen aussetzen und auch letale Komplikationen in Kauf nehmen, erscheinen nach außen hin als besonders fürsorglich und besorgt.

Die Diagnoseerfassung ergibt sich aus der Symptomatik. Die Symptomatik umfasst:

  • ein zwanghaftes Erzählen von Halbwahrheiten Pseudologia phantastica
  • eine ausgeprägte Beziehungsstörung
  • ein sogenanntes "Krankenhauswandern"
  • ein dissoziales Verhalten

Psychopathologie[Bearbeiten]

Den selbstmanipulierten Krankheiten liegt keine einheitliche psychopathologische Störung zugrunde. Die größere Gruppe der Patienten ist den schweren Persönlichkeitsstörungen zuzuordnen. Allen selbstmanipulierten Krankheiten ist allerdings eine schwere Störung des Körper-Selbst und Körpererlebens eigen, die sich unter anderem in den autoaggressiven Handlungen ausdrückt.