Leistungen der Pflegeversicherung

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Pflegesachleistungen[Bearbeiten]

Pflegesachleistungen erbringen Beschäftigte von ambulanten Pflegeeinrichtungen, die mit der Pflegekasse einen Versorgungsvertrag abgeschlossen haben. Der Anspruch auf häusliche Sachleistungen umfasst monatlich in der Pflegestufe I bis zu 384 Euro, Pflegestufe II bis zu 921 Euro und Pflegestufe III bis zu 1.432 Euro sowie in besonderen Härtefällen bis zu 1.918 Euro.

Neu ab 1.7.2008:

  • Pflegestufe I: 420 Euro (statt bisher 384 Euro)
  • Pflegestufe II: 980 Euro (statt bisher 921 Euro)
  • Pflegestufe III: 1.470 Euro (statt bisher 1.432 Euro)

ab 1.1.2010:

  • Pflegestufe I: 440 Euro
  • Pflegestufe II: 1.040 Euro
  • Pflegestufe III: 1.510 Euro

Pflegegeld[Bearbeiten]

Versicherte erhalten Pflegegeld, wenn die Pflege durch selbst beschaffte Personen, z. B. Angehörige, in geeigneter Weise übernommen wird. Gezahlt werden dann in der Pflegestufe I monatlich 205 Euro, Pflegestufe II 410 Euro und Pflegestufe III 665 Euro.

Ab 1.7.2008 gelten geringfügig erhöhte Pflegegeldsätze:

  • Pflegestufe I monatlich 215 Euro
  • Pflegestufe II monatlich 420 Euro
  • Pflegestufe III monatlich 675 Euro.

ab 1.1.2010:

  • Pflegestufe I monatlich 225 Euro
  • Pflegestufe II monatlich 430 Euro
  • Pflegestufe III monatlich 685 Euro.

Kombinationsleistungen[Bearbeiten]

Versicherte erhalten neben nur teilweise in Anspruch genommenen Sachleistungen anteiliges Pflegegeld. Entscheidet sich ein Versicherter für die Kombinationsleistung, ist er 6 Monate lang an diese Leistung gebunden.

In der Regel reicht allerdings ein Zweizeiler des Pflegedienstes, das keine Leistungen erbracht wurden um die gesamte Summe des Pflegegeldes ausgezahlt zu bekommen.

Zusätzliche Pflegegeldleistungen[Bearbeiten]

Pflegebedürftige erhalten ergänzende Leistungen, wenn sie neben dem Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung zusätzlich einen erheblichen Betreuungs- bzw. Beaufsichtigungsbedarf haben und eine dauerhafte erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz festgestellt wurde. Für zusätzliche Betreuungsleistungen werden 100 € im Monat (Grundbetrag) bzw. 200 € im Monat (erhöhter Betrag) erstattet.

Verhinderungspflege[Bearbeiten]

Bei Krankheit bzw. Erholungsurlaub der Pflegeperson oder in Krisensituationen werden die Kosten der professionellen Ersatzpflegekraft für längstens vier Wochen im Jahr übernommen (bis zu 1.470 Euro, seit 2010 bis zu 1.510 Euro). Wird die Pflege durch einen Angehörigen übernommen, der bis zum 2. Grad verwandt (z. B. Eltern, Kinder, Enkel) oder verschwägert (z. B. Schwiegereltern, Schwiegerkinder) oder im gemeinsamen Haushalt (z. B. Lebensgefährte) ist, kann Verhinderungspflege bis zur Höhe des Pflegegeldes der entsprechenden Pflegestufe übernommen werden.

Auf Nachweis können notwendige höhere Kosten bis zu 1.470 Euro (ab 2010: 1.510 Euro) im Kalenderjahr übernommen werden (z. B. Verdienstausfall).

Wird die Verhinderungspflege durch Bekannte oder Freunde durchgeführt, besteht die Beschränkung auf das Pflegegeld nicht. Hier werden auf Nachweis bis zu 1.470 Euro (ab 2010: 1.510 Euro) im Kalenderjahr übernommen.

Anspruch auf Verhinderungspflege entsteht erst nach Ablauf der ersten 6 Pflegemonate.

Teilstationäre Pflege[Bearbeiten]

Je nach Pflegestufe zahlt die Pflegekasse bis zu 420 Euro, 980 Euro bzw. 1.470 Euro in der Tages- oder Nachtpflege, wenn die häusliche Pflege nicht ausreichend erbracht werden kann. Neben der teilstationären Pflege können zusätzlich Pflegesachleistungen erbracht werden. Je nach Umfang der teilstationären Pflege und der Pflegesachleistungen, also in welcher Höhe der jeweils zur Verfügung stehende Höchstbetrag ausgeschöpft wurde, kann ggf. ein anteiliges Pflegegeld gezahlt werden.

Ab 1.1.2010 gelten folgende Sätze:

  • Pflegestufe I monatlich bis zu 440 Euro
  • Pflegestufe II monatlich bis zu 1.040 Euro
  • Pflegestufe III monatlich bis zu 1.510 Euro.

Kurzzeitpflege[Bearbeiten]

Kann die häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt werden und reicht die teilstationäre Pflege nicht aus, trägt die Pflegekasse die Kosten für die vorübergehende vollstationäre Unterbringung in zugelassenen Kurzzeitpflegeheimen. Die pflegerische und medizinische Versorgung sowie die soziale Betreuung übernimmt die Pflegekasse für höchstens vier Wochen und 1.470 Euro (ab 2010: 1.510 Euro) im Kalenderjahr.

Die Kurzzeitpflege ist oft im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt nötig, damit sich die Angehörigen auf die neue Situation einstellen können.

Anspruch auf Kurzzeitpflege besteht mit Feststellung des Pflegebedarfs.

Pflegehilfsmittel und technische Hilfen[Bearbeiten]

Werden unter bestimmten Voraussetzungen übernommen, soweit sie nicht von der Krankenversicherung oder von einem anderen Leistungsträger gewährt werden, wenn sie die Pflege erleichtern oder zur Linderung der Beschwerden der Pflegebedürftigen beitragen oder eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen (z. B. Pflegebett, Hausnotruf, Lagerungsrollen).

Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegepersonen[Bearbeiten]

Häusliche Pflegetätigkeit erfordert einen sehr hohen Einsatz der Pflegepersonen. Diese Leistungsbereitschaft wird anerkannt und gefördert: Für ehrenamtliche, das heißt, nicht erwerbsmäßig pflegende Personen, zahlt die Pflegekasse unter bestimmten Voraussetzungen die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Grundvoraussetzung ist, dass wöchentlich mindestens 14 Stunden gepflegt wird und eine erwerbsmäßige Tätigkeit mit nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich ausgeübt wird. Pflegepersonen sind bei dem Gemeinde Unfallversicherungsverband (GUVV) gesetzlich unfallversichert. Die Beiträge entrichtet die Pflegekasse.

Vollstationäre Pflege[Bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2002 zahlen wir in der Pflegestufe I 1.023 Euro, in der Stufe II 1.279 Euro, in der Stufe III 1.432 Euro und in Härtefällen 1.668 Euro (max. 75 Prozent des individuellen Heimentgeltes) für die pflegerische und medizinische Versorgung sowie die soziale Betreuung in vollstationären Einrichtungen. Unterkunft, Verpflegung und Zusatzleistungen muss der Pflegebedürftige selbst tragen.

Die Höchstbeträge für Pflegestufe III und Härtefälle wurden wie folgt angepasst:

  • ab 1.7.2008: 1.470 Euro (Pflegestufe III), 1.750 Euro (Härtefall)
  • ab 1.1.2010: 1.510 Euro (Pflegestufe III), 1.825 Euro (Härtefall)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]