Kreatinin

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Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels, sowie ein Parameter zur Bestimmung der Nierenfunktion

Die menschliche Muskulatur ist zur Erfüllung ihrer Aufgaben auf ATP (Adenosin-tri-Phosphat) angewiesen. Da sie dies nur in begrenztem Umfang speichern kann, überträgt sie energiereiche Phosphatreste auf Kreatin, das somit zum Kreatinphosphat umgewandelt wurde. Wenn die ATP-Speicher der Muskulatur entleert sind, kann sie auf die dort gespeicherte Energie zurückgreifen, in dem sie den Phosphatrest vom Kreatinphosphat auf Adenosin-di-phosphat überträgt (dies wird also wieder zu ATP). 1,5% bis 2% des Kreatins der Muskulatur wird täglich zu Kreatinin abgebaut und über die Niere ausgeschieden.

Da das Kreatinin normalerweise nur glomerulär filtriert wird und nicht, wie z. B. Harnstoff, im Tubulus zusätzlich in den Urin sezerniert wird, läßt sich an Hand der Kreatinin-Clearance die Filtrationsleistung der Niere beurteilen. Erst bei hohen Kreatinin-Konzentrationen im Blut kommt es zu einer tubulären Sekretion und die Kreatinin-Clearance ist nicht mehr aussagekräftig.

Dem Fehlglauben, man bräuchte die Clearance erst bestimmen, wenn das Krea erhöht ist, kann man nur widersprechen, da es einen sog. "Kreatinin-blinden" Bereich der Filtrationseinschränkung gibt. Das soll heißen, daß die Filtrationsleistung der Niere schon abgenommen hat, aber das Krea, und noch extremer beim Harnstoff, im Normbereich liegen.

Weil das Kreatinin in der Muskulatur entsteht und diese sich ja bekanntlich im Alter zurückbildet, genauso wie ab ungefähr dem 30. Lebensjahr die Filtrationsleistung der Niere abnimmt, kommt es nicht zu einem Kreatinin-Anstieg.

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