Fraktur

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Fraktur bedeutet Knochenbruch. In der schriftlichen Dokumentation wird Fraktur häufig mit einer Raute (#) abgekürzt. (Um Verwechslungen vorzubeugen: In der Typographie gibt es auch FRAKTUR - Schriften.)

Beispiele:

Allgemeine Frakturenlehre

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definition

Die Fraktur stellt eine Kontinuitätsunterbrechung des Knochen oder des Knorpels dar

Die Frakturen lassen sich aufgrund ihres Entstehungsmechanismus in verschiedene Typen unterteilen

[Bearbeiten] Frakturzeichen

[Bearbeiten] Traumatische Fraktur

Wird durch eine einmalige, plötzliche, auf den gesunden Knochen direkt (Stoss, Schlag, Schuss) oder indirekt (Biegung, Stauchung, Scherung, Torsion, Abriss) einwirkende Gewalt hervorgerufen.

Fragmente, Kontamination der Wunde Durch Kleidung und Pulverrückstände.

[Bearbeiten] Indirektes Trauma

Kommt sehr häufig vor. Der Knochen bricht nicht an der Einwirkungsstelle, sondern entfernt davon. Mögliche Arten einer solchen Gewalteinwirkung sind:

Beispiele:

[Bearbeiten] Pathologische Fraktur

Vollständige Kontinuitätsunterbrechung eines pathologisch veränderten Knochens ohne Gewalteinwirkung. Schwächung der Knochenstruktur durch entzündliche Veränderungen, benigne oder maligne Tumoren und generalisierte Knochenerkrankungen (Osteoporose).

[Bearbeiten] Ermüdungsfraktur

Ohne äußere Gewalteinwirkung auftretender Bruch infolge chronischer Knochengewebsschwächung durch redzidivierende Mikrotraumen (z.B. Marschfraktur im Bereich des Mittelfußes).



[Bearbeiten] Spiralfraktur

Sie wird durch eine Torsionseinwirkung (Torsion=Verdrehung) verursacht; mit oder ohne Torsionskeil Beispiel ist die Unterschenkelfraktur beim Skifahren

[Bearbeiten] Plurifragmentäre Fraktur

Sie wird auch Trümmerfraktur genannt. Besteht aus mehr als fünf Fragmenten

[Bearbeiten] Abrissfraktur

Sie entsteht durch Zugkräfte an Sehnen- oder Seitenbandansätzen; die Frakturlinie verläuft mehr oder weniger senkrecht zur einwirkenden Kraft.

[Bearbeiten] Kompressionsfraktur

Entsteht bei axialer Druckkraft am spongiösen Knochen.

[Bearbeiten] Intraartikuläre Fraktur

Eine Gelenkfraktur. Die Frakturlinie reicht bis in die Gelenkfläche; führt durch die eventuelle Stufenbildung zur Inkongurenz der artikulierenden Flächen; Gefahr der posttraumatischen Arthrose

[Bearbeiten] Abscherfraktur

Bei hoher kienetischer Energie verbleibt dem Knochen keine Zeit zur Verformung: Es kommt zur "glatten" queren Fraktur. Hierzu gehören Meisselfrakturen (am Radiusköpfchen)und die sogenannten "flake fracture" am Talus und an der Patellarückfläche

[Bearbeiten] Luxationsfraktur

Gelenkfraktur mit Ausrenkung des betroffenen Gelenkes. Es erfordert eine sofortige Behandlung.

[Bearbeiten] Kombinationsfraktur

Bei einen Supinationstrauma, Abscherfraktur am Malleolus med. und Abriss am Malleolus lat.


[Bearbeiten] Frakturformen beim Kind


[Bearbeiten] Frakturdislokation

[Bearbeiten] Nach AO-Klassifikation

Die AO-Klassifikation besteht primär aus vier Zahlen oder Buchstaben zur Beschreibung eines Knochenbruches. Weitere Codes beschreiben den assoziierten Haut-, Weichteil- und vaskulärnervösen Schaden.

[Bearbeiten] 1. Nummerierung der Körperregion

[Bearbeiten] 2. Position innerhalb der Region

[Bearbeiten] 3. Bewertung der Fraktur nach Kompliziertheit, Prognose

[Bearbeiten] Beispiele


[Bearbeiten] offene Frakturen

Offene Luxationsfraktur, erkennbar sind mehrer Hautschichten und die Gelenkskapsel

komplizierte Frakturen wegen des Infektionsrisikos aufgrund der offenen Verbindung zwischen Knochen und Außenwelt. Man unterscheidet vier Schweregrade:

  1. Grad  : Durchspießung der Haut durch ein Knochenfragment von innen nach außen. Die Weichteilschädigung ist minimal, das Infektrisiko gering
  2. Grad : Verletzung von außen nach innen mit Kontakt des Knochens zur Außenwelt. Absterben der devitalisierten Haut, deutlich erhöhtes Infektrisiko.
  3. Grad  : Erhebliche Devitalisierung der Weichteile, vor allem Muskulatur, durch direkte Gewalt oder indirekt durch Knochensplitter. Meist nach rasanter Gewalteinwirkung, zusätzlich Nerven- und Gefäßschäden. Sehr hohes Infektrisiko
  4. Grad  : Totale oder Teilamputation des betroffenden Gliedmaßes

[Bearbeiten] Frakturheilung

Der Knochen ist zur organtypischen Regeneration fähig. Knochendefekte werden durch neugebildetes Knochengewebe ersetzt.

Vorraussetzungen


Man unterscheidet primäre, sekundäre und Spaltheilung

[Bearbeiten] Störung der Knochenbruchheilung

Verzögerte Knochenbruchheilung (Bruch nach 20 Wochen nicht knöchern ausgeheilt) und Pseudarthrose (Falschgelenkbildung)

Ursachen:

Bei der Pseudarthrose unterscheidet man zwischen atropher und hypertropher Form:

[Bearbeiten] Prinzipien der Frakturbehandlung

  1. Einrichtung des Bruches in der gewünschten Stellung (Reposition)
  2. Ununterbrochene Ruhigstellung des Bruches bis zur knöchernen Ausheilung (Retention)
  3. Wiederherstellung der Funktion durch Übungsbehandlung (Rehabilitation)

Diese Therapieziele lassen sich je nach Frakturlokalisation und –typ sowie Lebensalter des Patienten auf konservative oder operative Weise erreichen. Die konservative Frakturbehandlung entspricht den Prinzipien.

Zu beachten:

[Bearbeiten] Osteosyntheseverfahren

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