Krankenhaus

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Krankenhaus
Charité in Berlin
Stationsflur
Dienstzimmer
Pausenraum auf Station

Ein Krankenhaus, eine Klinik ist eine Einrichtung, in der durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten, Leiden oder Körperschäden festgestellt, geheilt oder gelindert werden sollen oder Geburtshilfe geleistet wird und in der die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden können[1]. Neben der stationären Behandlung werden Patienten im Krankenhaus auch ambulant oder teilstationären behandelt. Etwa 2000 Krankenhäuser aller Größenordnungen gibt es in der BRD mit ca. 800.000 Beschäftigten; davon waren 2009 im Pflegedienst 302.000 beschäftigt (auf Vollzeitkräfte umgerechnet, also sind es um einiges mehr an Personen).

Krankenhäuser in Deutschland befinden sich in kommunaler, staatlicher, kirchlicher oder privater Trägerschaft. Auch die großen kirchlichen und nichtkirchlichen Wohlfahrtsverbände wie DRK, Malteser und Caritas und einige Berufsgenossenschaften betreiben Krankenhäuser.

Es wird in der staatlichen Krankenhausplanung nach verschiedenen Anforderungs- und Versorgungsstufen unterteilt in:

Weitere gebräuchliche Bezeichnungen für das Krankenhaus sind Klinik, Hospital und Spital (z.B. Schweiz). Einrichtungen die sich auf die Versorgung sterbender Patienten spezialisiert haben, nennen sich Hospiz. Kurkliniken werden auch Sanatorium oder Reha-Klinik genannt. Viele Krankenhäuser unterhalten eine Krankenpflegeschule.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Berufsgruppen im Krankenhaus

  • ÄrztInnen
  • Gesundheits- und Krankenpflegekräfte (Pflege)
  • Psychologen
  • Physiotherapeuten, Medizinische Bademeister, Ergotherapeuten (Physikalische Therapie)
  • Medizinisch-Technische Assistenten, Laboranten (Röntgen, Labor)
  • ApothekerInnen
  • SozialarbeiterInnen (Sozialdienst)
  • Krankenhausseelsorger und -seelsorgerinnen
  • Verwaltungspersonal, kaufmännische Angestellte
  • Hausmeister, Handwerker, technisches Personal, Gärtner
  • Köche, Küchenpersonal
  • Reinigungspersonal (wird meist durch Fremdfirmen gestellt)
  • ggf. Wachdienst (gelegentlich durch Fremdfirmen)

[Bearbeiten] Geschichte und Namen

auch: Krankenanstalt (veraltet), Klinik, Klinikum (als Oberbegriff meherer Fachkrankenhäuser eines Betreibers, z. B. auch: Universitätsklinikum/Lehrkrankenhaus), Lazarett (Militärkrankenhaus), Hospital oder Spital. Die ersten Einrichtungen, die sich um Kranke kümmerten sind aus Indien bekannt. Die ersten Lehrkrankenhäuser jedoch stammen aus Persien. Im Mittelalter diente ein (immer kirchlich orientiertes) Krankenhaus auch als Armenhaus oder Unterkunft für Pilger (Hospital, Hospiz). Der Begriff stammt vom lateinischen Wort hospes. Meist wurde die Pflege von Mönchen, Nonnen und deren HelferInnen geleistet (daher auch der französ. Name Hôtel-Dieu). Im 18. Jahrhundert kamen die ersten Krankenhäuser in unsereem heutigen Wortverständnis auf. So wurde im Jahre 1710 die Charité im preussischen Berlin als Pestkrankenhaus gegründet.

Viele Krankenhäuser sind organisatorisch in verschiedene Abteilungen und dieses wieder in Stationen, Tageskliniken (teilstationär) und Ambulanzen (Sprechstundenbereiche) für . . . unterteilt. Eine Abteilung entspricht meist einer medizinischen Fachrichtung (oder Subspezialität) und wird intern evtl. als Klinik bezeichnet, z.B.: Chirurgische Klinik, Klinik für Innere Medizin, - für Gynäkologie, Radiologie, Urologie usw. Abrechnungstechnisch kann diese Bezeichnung auch durchaus zutreffen, weil es in einem Krankenhaus in den verschiedenen Klinika auch verschiedene Kostensätze gibt.

Eine besondere Form der Poliklinik ist in Südafrika der Phelophepa-Gesundheitszug, der in medizin. unterversorgten Gebieten kostengünstig, z. T. kostenlose, Versorgung bietet bei: Augenärztl. Diagnostik und Versorgung, Hautkrankheiten, Krebsuntersuchungen und Diabetesvorsorge und viele anderre Dienstleistungen. Dies ist unter den gegebenen politischen Verhältnissen dort verständlicherweise nur durch Spenden/Sponsoren finanzierbar.

[Bearbeiten] Einnahmen, Finanzierungssystem

= Asset management (Management des Finanzvermögens eines Unternehmens). Die Finanzierung kann monistisch oder wie bei öffentlichen Häusern in Deutschland üblich über eine Duale Finanzierung durch die öffentliche Hand (Investitionszuschüsse der Länder) und der verschiedenen Krankenkassen erfolgen. Stichworte sind hier Benchmarking, Pflegesatzverhandlungen, DRG. Seit dem 01. Januar 2004 sind die German-Diagnosis Related Groups (G-DRG) als Entgeltsystem verpflichtend eingeführt. Zu diesen Einnahmen kommen noch zusätzliche sonstige Leistungen (z.B. Wahlleistungen für Unterkunft, Cafeteria).

[Bearbeiten] Stationen

Eine der wichtigen Arbeitseinheiten jeder Klinik sind die Bettenstationen. Station (Hauptartikel) ist der übliche Begriff für eine Arbeitseinheit, auf der die versorgten Personen (Patient) auch über Nacht bleibt. Sie umfassen die PatientInnen, das Personal und die Räume mit einer typischen Ausstattung. Meist werden Stationen je nach versorgten medizinischen Fachdisziplinen unterschieden und benannt. Ein besonderes Charakteristikum der Stationen sind häufig auch die geschlechtsspezifische oder alterstypische Zusammensetzung der Patientinnen.

Die pflegerische Leitung der Station hat in der Regel eine berufserfahrene und dazu weitergebildete Fachkraft (Stationsleitung. Sie untersteht einer Abteilungs- oder Pflegedienstleitung. Die ärztliche Leitung wird meist Stationsärztin / -arzt genannt, die evtl. disziplinarisch einem Ober- oder Chefarzt der Fachrichtung unterstellt ist.

Stationsgrößen betragen heute überwiegend nach der Zahl der Patienten zwischen 20 bis 30 "Betten" (als statistisches Maß). Intensiveinheiten oder Belegstationen sind häufig kleiner.

[Bearbeiten] Qualitätsberichte ab 2005

Qualitätsberichte wurden von Krankenhäusern erstmals in 2005 für das Berichtsjahr 2004 vorgelegt (§137 Sozialgesetzbuch V). Sie werden alle zwei Jahre neu aufgelegt. Jeder Interessierte kann unter www.g-qb.de bei ca. 2.000 Krankenhäusern nachlesen

Dargestellt wird das Leistungsspektrum der Krankenhäuser; eine direkte Beurteilung der Behandlungs- und Versorgungsqualität ist für den Leser zur Zeit nicht möglich. Dies kann sich in den nächsten Jahren durch die zusätzliche Veröffentlichung von z. B. Komplikationsraten ändern.

[Bearbeiten] Risiken im Krankenhaus

Eine Auswertung von zahlreichen Studien ergab, dass pro Jahr im Krankenhausbereich mit 5-10% unerwünschter Ereignisse, 2-4% Schäden, 1% Behandlungsfehler und 0,1% Todesfälle, die auf Fehler zurückgehen, zu rechnen ist. Bei jährlich 17 Millionen Krankenhauspatienten entspricht dies 850.000 bis 1,7 Mio unerwünschten Ereignissen, 340.000 Schäden (vermeidbare unerwünschte Ereignisse), 170.000 Behandlungsfehler (mangelnde Sorgfalt) und 17.000 auf vermeidbare unerwünschte Ereignisse zurückzuführende Todesfälle. Der gesamte ambulante Bereich ist darin nicht enthalten. (Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, "Kooperation und Verantwortung", BMG 2007)

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Definition nach § 2 Nr. 1 des deutschen Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG)

[Bearbeiten] Siehe auch:

[Bearbeiten] Literatur

  • Arnold, Michael; Klauber, Jürgen; Schellschmidt, Henner: "Krankenhaus-Report 2002". Schattauer, Stuttgart 2002. ISBN 3-7945-2219-2 (erscheint jährlich)
  • Gesundheitswesen Schweiz 2007-2009 (Hrsg. Gerhard Kocher/Willy Oggier), Hans Huber, Bern, 2007, 442 S.,€ 24.95. ISBN 3-456-84422-0
  • Florian F. Grossmann: Rationierung von Pflege bedingt höhere Patientensterblichkeit. In: Die Schwester/Der Pfleger 44: 11/2005 S. 886-888 (In Basel wurden am 30. September 2005 im Rahmen einer internationalen Konferenz die Ergebnisse der schweizerischen RICH-Nursing Studie und die Ergebnisse einer internationalen Spitalergebnisstudie (IHOS) vorgestellt. Die bisher erst in einzelnen Ländern ausgewerteten Patientenaustrittsdaten zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen Personalanhaltszahlen / Arbeitsbelastung und einer höheren Mortalität der Patienten. Demgegenüber zeigte sich, dass in Spitälern mit mehr und besser ausgebildetem Pflegepersonal die Mortalität niedriger lag.)

[Bearbeiten] Weblinks



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