Kleidung

Aus PflegeWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die geeignete Kleidung unterstützt zusätzlich die Schutzfunktion der Haut

Es wird häufig unterschätzt, wie gravierend der Verlust oder die Einschränkung dieser Fähigkeit für das persönliche Selbstwertgefühl sein kann.

All dies klingt vielleicht wie eine Selbstverständlichkeit. Wie wenig es jedoch Eingang in die Pflegewissenschaft und -praxis gefunden hat, belegt eine Literaturanalyse zur Pflegepraxis im Spiegel der Fachpresse, die das KDA im Jahre 1992 durchgeführt hat. Von den 1.600 ausgewerteten Beiträgen beschäftigte sich nur einer explizit mit Kleidungsfragen,


Die Bedeutung und Funktion der Kleidung[Bearbeiten]

  • Schmücken des Körpers
  • Modebewußtsein
  • Kleidung ist eine zweite Haut
  • Ausdruck momentaner psychischer Bedürfnisse
  • Schutz des Körpers vor Kälte und Wärme (vor Witterung, Nässe, Hitze, Kälte)
  • Schutz vor Schmutz und Verletzungen (Spezialkleidung mit Funktion, Sicherheitsschuhwerk)
  • Ausdruck von Gruppenzugehörigkeit (zb: Uniform, Fussballtrikot)
  • Ausdruck von Freude / Trauer

Kleiderwahl[Bearbeiten]

Körperpflege und Kleidung sind immer Ausdruck einer inneren Haltung. Im Laufe seines Lebens entwickelt der Mensch seinen eigenen Kleidungsstil. Der stärkt sein Selbstbewusstsein nach dem Motto: So kann ich mich bei dem und dem Anlass gut sehen lassen: „Das lässt mich gut aussehen“. Die Kleider werden Teil der Identität, sorgen für seine persönliche Würde in den verschiedenen Alltagssituationen. So kann jede gesundheitliche Beeinträchtigung, der Verlust von Mobilität, eine Sehbeeinträchtigung, sogar der Verlust des Ehepartners dahin führen, daß der Mensch sein Interesse am eigenen Aussehen verliert und sein Selbstwertgefühl schwindet. Mit seiner Körperpflege und seiner Kleidung drückt der Mensch sein momentanes Befinden, sein Geschlecht aber auch seine Individualität aus.


Faktoren der Kleiderauswahl[Bearbeiten]

  • Klima (Temperatur, Feuchtigkeit)
  • Zweckmäßigkeit (Arbeit, Sport, Freizeit, Schlafen)
  • soziale Zugehörigkeit (Mode)
  • persönliches Befinden
  • kulturelle/religiöse Brauchtümer (Kopftuch-Vorschrift)
  • Geschlecht (Hose oder Kleid, Pumps)

Bei der Kleiderwahl des verwirrten Bewohners kommt der Pflegeperson eine beratende Funktion zu. Die Auswahl der geeigneten Kleidung sollte jeden Tag neu zusammen mit dem Bewohner getroffen werden. Auch beim Kleiderkauf müssen die Bewohner oder die Angehörigen richtig beraten werden.


bevorzugte Kleidung[Bearbeiten]

Für den alten und kranken Menschen in den Einrichtungen ist es wichtig tagsüber (normale) Straßenkleidung zu tragen. Das Nachthemd, oder das hinten offene Krankenhemd, erinnern ständig an Krankheit und läßt den Bewohner sich auch so fühlen und handeln. Häufig bevorzugen ältere Personen dunkle Kleidungsstücke, die jedoch bei Aktivitäten außerhalb der Einrichtung ungeeignet sind. Hierfür sind hellere Farben zu bevorzugen. Orientierte Bewohner wählen die Kleidung nach ihrem individuellen Geschmack, nach ihrer Gewohnheit und ihrer Befindlichkeit.

Material[Bearbeiten]

Bei der Kleidung sollte auf leicht zu reinigende Stoffe in freundlichen Farben, mit möglichst hohem Tragekomfort. Hier sind moderne synthetische Stoffe, sogenannte Funktionskleidung, denen aus Naturfasern mittlerweile überlegen. Die Verschlüsse müssen der Erkrankung und den Ressourcen des Bewohners angepasst sein. Besonders bei inkontinenten Menschen sollten die Verschlüsse leicht und schnell zu öffnen sein.


leicht zu öffnende Kleidungsverschlüsse[Bearbeiten]

  • Reißverschluß
  • Klettverschluß
  • große Knöpfe
  • Magnetverschluß
  • Druckknopf

bettlägerige Menschen[Bearbeiten]

Bei bettlägerigen Bewohnern wirkt sich das Wechseln der Nachtkleidung nach der morgendlichen Körperpflege in andere Kleidung (z. B. Trainingsanzug) meist positiv auf die Psyche und Gesundheitsempfindung aus. Das bekleiden eines bettlägrigen zu Pflegenden mit "normaler Tagesbekleidung", steigert das Selbstwertgefühl und kann bei der Aktivierung eine starke positive Auswirkung haben.

Einschränkungen und mögliche Hilfen[Bearbeiten]

Einschränkungen mögliche Hilfen
Feinmotorik Anziehhilfen (Klettverschluß)
Lähmungen Zuerst die betroffene Seite anziehen, dann die gesunde Seite
Sehschwäche festgelegte Ordnung, nicht durcheinander bringen
Gelenkfixierung (wie Lähmung) Zuerst die betroffene Seite anziehen, dann die gesunde Seite
Tremor Anziehhilfen (Klettverschluß)
geistige Behinderung kleinschrittige Anleitung
Adipositas, extrem groß, extrem klein Sondergrößen (angepaßte Kleidung)
Rollstuhl angepaßte Kleidung
Inkontinenz praktische Kleidung
Ödeme orthopädische Schuhe






siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]


Weblinks[Bearbeiten]