Intelligenter Fußboden

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Bei einem intelligenten Fußboden handelt es sich um ein technisches Assistenzsystem in Form eines sensitiven Bodenbelags, der die Position und das Bewegungsverhalten von Personen erkennt und analysiert. Damit kann das System zur Prävention, zur Notfallhilfe sowie zum Aktivitätsmonitoring beitragen.
Unter der Bezeichnung SensFloor wurde ein solcher Fußboden zwischen 2009 und 2012 im Rahmen eines Projektes des Bundesministerium für Bildung und Forschung entwickelt. Eine Variante des fest installierten intelligenten Fußbodens ist die mobile Sensormatte.

Beide Assistenzsysteme bedingen aber, dass im Hintergrund ständig Angehörige oder Mitarbeiter verfügbar sind, die bei Alarmierung schnell vor Ort erscheinen.

Eingebauter Bodenbelag[Bearbeiten]

Im intelligenten Fußboden befinden sich Sensoren in Form von Mikroelektronikmodulen, die schachbrettartig in die gesamte Fläche integriert sind. Jedes Modul ist mit den vier angrenzenden Chips durch elektrisch leitfähige Fäden verbunden, über die die gewonnenen Informationen an eine Datenschnittstelle übertragen werden. Von dort werden andere angeschlossene Systeme (wie Freisprechtelefon, Alarm- oder Beleuchtungsanlagen) informiert, wo sich eine Person in einem Raum aufhält oder in welche Richtung sie geht. Ein Bodenbelag, in dem einzeln steuerbare Leuchtdioden eingearbeitet sind, kann als Leitsystem dienen. Da die elektronischen Chips und ihre Verbindungen wasser- und hitzebeständig sind, kann der Fußboden auch in Nasszellen eingesetzt werden.

Weitere Funktionen sind beispielsweise, dass sich das Licht anschaltet, sobald bei Dunkelheit jemand im Zimmer den Boden betritt; gefährliche Geräte werden abgeschaltet, wenn die Wohnung verlassen wird. Es hat den Vorteil, dass für die einzelnen Funktionen keine weiteren Geräte nötig sind, die der Bewohner zum Teil immer bei sich tragen muss. So wird der Notruf automatisch ausgelöst, falls der Bewohner stürzt und aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen kann. Ein Deaktivierungsmodus setzt bei Bedarf die Alarmfunktion außer Betrieb, wenn sich beispielsweise Angehörige oder Besucher mit im Raum bewegen.

Mobile Sensormatte[Bearbeiten]

Eine Sensormatte funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie der sensitive Fußboden, arbeitet aber mit einer Batterie und gibt Alarmsignale über Funk an ein entsprechendes Empfängergerät weiter. Sie kann daher überall im Raum (vor das Bett, vor Türen) platziert werden, muss aber wegen der möglichen Stolpergefahr rutschfest aufliegen und einen flachen Rand aufweisen. Manche Matten können auf die in stationären Einrichtungen vorhandene Rufanlage programmiert werden. In der Regel verfügt die Matte ebenso wie der intelligente Fußboden über eine Deaktivierungsfunktion.
Die Sensormatte eignet sich nicht für die Verwendung im Freien und darf keinen hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Als mobiles elektronisches Gerät sind einige Modelle nur spritzwassergeschützt und nicht wasserdicht. Die Matte darf außerdem nicht geknickt, sondern nur an dafür vorgesehenen Stellen gefaltet werden. Ein Batteriewechsel kann bei einigen Modellen nur durch Techniker des Herstellers vorgenommen werden.

Hochempfindliche Sensormatten, die jeden Atemzug registrieren, werden zur Überwachung von Säuglingen eingesetzt, für die ein besonderes Risiko für den plötzlichen Kindstod besteht.

Kosten[Bearbeiten]

Für die Ausstattung einer 60 m²-Wohnung mit SensFloor werden etwa 12.000 Euro veranschlagt. An den Kosten beteiligt sich die Pflegeversicherung nicht. Die Kosten erscheinen im Vergleich zu einer Pflegeheimunterbringung bei Pflegestufe III gering. Folgekosten (zum Beispiel für Wartung, Reparaturen, Updates) sind in der Berechnung aber nicht ausgewiesen. Außerdem gehen mit einem Aufenthalt in einer stationären Pflegeeinrichtung weitere Dienstleistungen einher, die selbst ein intelligenter Fußboden nicht erbringen kann.

Die Preise für Sensormatten bewegen sich zwischen 400 bis 800 Euro.

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