Integrative Validation

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Die Integrative Validation (IVA)® nach Nicole Richard ist eine verbale, nonverbale und paraverbale Kommunikationsform, die sich auf die Gefühlsebene konzentriert. Sie ist eine Weiterentwicklung der Validation® nach Feil und im Unterschied hierzu erkennt Richard an, dass dem Verhalten von Menschen mit Demenz pathologisches Geschehen zugrunde liegt. IVA versteht sich daher auch nicht als Therapie zur Bewältigung ungelöster Lebensaufgaben und -probleme, sondern als eine Methode zum Umgang mit Demenzkranken, mit der Überforderung und Isolation vermieden werden kann. Oberstes Prinzip hierbei ist es, dass die Gefühle und Antriebe, die der Demenzkranke ausdrückt, immer ernstzunehmen sind. Die zentralen Aspekte der IVA sind also die Ressourcen der Menschen mit Demenz. Integrative Validation bedeutet, sich auf die Sichtweise der Realität des Gegenübers einzulassen, und nicht diese zu korrigieren. Ziel ist es, Ich-Identität und das Gefühl von Zugehörigkeit zu unterstützen.

Die Integrative Validation kann ihre Effekte und Möglichkeiten - wie alle Interventionsmöglichkeiten, die auf Nähe, Beziehungsgestaltung und Vertrauen basieren - am besten in der Teamarbeit entfalten. Dennoch wird von der Position ausgegangen, dass jede Begegnung zählt und jeder wertschätzende Satz Bedeutung hat.

Methodik der IVA[Bearbeiten]

Nach der IVA kann nun folgendermaßen vorgegangen werden:

Beispiel: Ein Bewohner hämmert mit einer Gabel auf dem Esstisch; er befindet sich in seiner Erlebenswelt an seiner Werkbank.

1. Schritt:
Gefühle und Antriebe wahrnehmen z.B.: Fleiß, Genauigkeit, Fachwissen, Pflichtbewusstsein

2. Schritt:
mit direkten kurzen Sätzen Gefühl oder Antrieb validieren durch verbalisieren
z.B.: „Sie haben viel zu tun.“ "Sie sind ein fleißiger Mensch." "Sie kennen sich aus." "Sie machen Ihre Arbeit genau." "Sie sind ganz bei der Sache." "Sie wissen, was Ihre Pflicht ist."

3. Schritt:
durch Sprichwörter, Liedtexte, Verse etc. allgemein validieren
z.B.: „Ohne Fleiß kein Preis.“ "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen."

4. Schritt Einbindung der Biografie (zur weiteren Verallgemeinerung der Inhalte)

Die Schritte brauchen allerdings nicht als starres Muster verstanden werden. Eine Methode ist immer ein "Brückengeländer", z. B. über einem Fluss, sie soll gerade zu Beginn der Arbeit Sicherheit geben. Mit zunehmender Routine benötigt es dann das eher "erlernte Festhalten" an einer Methode nicht mehr. Grundlegend entscheidend ist das Menschenbild des Begleitenden (innere Sicherheit) und konzeptionelle Rahmenbedingungen der Einrichtung, bzw. des Teams (äußere Sicherheit).

Buch zum Thema: "Integrative Validation nach Richard® - Wertschätzender Umgang mit demenzerkrankten Menschen", Autorin: Nicole Richard, ISBN: 978-3-00-047342-5. Weitere Informationen bei www.integrative-validation.de