Iatrogene Erkrankungen

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Iatrogen
(im Sinne von: Ursache liegt im/beim Arzt) - (iatros = griech. Arzt;) Bei der Versorgung oder Diagnostik der Erkrankung durch den Arzt verursachte Komplikation.

Als iatrogene Erkrankungen werden unerwünschte gesundheitliche Folgen einer ärztlichen Behandlung bezeichnet. Sie führen zu einer erhöhten Morbidität und auch zu Mortalität. Das bedingt u. a. steigende Behandlungskosten.

Als Ursache für die Zunahme iatrogener Erkrankungen wurden in einer Studie aus Portugal im Jahr 2007, spezielle Risikofaktoren gefunden.

  • In 60 Prozent der Fälle waren es Arzneimittel-Assoziierte Ereignisse,
  • in 25,6 % technische Fehler bzw. Vorkommnisse bei invasiven Untersuchungen.

Risikofaktor Arzneimittel[Bearbeiten]

  • In Abhängigkeit von der Anzahl der eingenommenen Medikamente (mehr als drei), kommt es nicht selten zu Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten.
  • Bezüglich der Dosierungsfehler liegen in der Regel Unter- und Überdosierungen vor, die zur Unwirksamkeit bzw. Intoxikation führen können.
  • Arzneimittelinteraktionen sind Unverträglichkeiten der Arzneimittel untereinander. Innerhalb einer nötigen lebensrettenden Maximaltherapie sind diese Interaktionen nicht immer vorhersehbar.
  • Applikationsfehler und falsche Indikation waren seltener, wurden aber auch beobachtet.

Risikofaktor technische Fehler[Bearbeiten]

Schlussfolgerungen[Bearbeiten]

Auch bei größter Sorgfalt können nicht alle Erkrankungen vermieden werden, weil sie durch nicht vorhersehbare technische Komplikationen und nicht beeinflussbare Arzneimittelinteraktionen bzw. Nebenwirkungen verursacht werden. „In knapp der Hälfte der Fälle liegt keine schuldhaft durch medizinisches Personal verursachte Komplikation vor, sondern es handelt sich um schicksalhaft mit der Behandlung verbundene Ereignisse.“

Literatur[Bearbeiten]

  • Madeira S, et al. The diseases we cause: Iatrogenic illness in a department of internal medicine. Euro J Med 2007; 18:391-9 (Quelle dieses Beitrags)


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