Iacov Levi Moreno

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Iacov Levi Moreno (eingedeutscht Jakob Levy, 1879 - 1974) wurde als ältestes von 6 Kindern jüdischer Eltern in Bukarest (Rumänien) geboren. Die Familie zog 1849 nach Wien und später nach Deutschland. Mit 13 Jahren ging er später alleine nach Wien zurück, um in einer befreundeten Familie als Hauslehrer zu arbeiten und seine eigene Schulausbildung am humanistischen Gymnasium fortzusetzen. Nach seinem Medizinstudium und der Ausbildung zum Psychiater arbeitete unter anderem als medizinischer Betreuer eines riesigen Flüchtlingslagers in Wien-Mitterndorf.

In New York arbeitet er in Gefängnissen, Erziehungsanstalten und psychiatrischen Einrichtungen, in denen er seine psychodramatischen Konzepte erprobte und weiterentwickelte. Erste Ansätze des Psychodramas reichen zurück in Morenos Schüler- und Studentenzeit.

Heutzutage hat das Psychodrama keine große Bedeutung als eigenständige, abgegrenzte Therapierichtung, ist aber sein indirekter Einfluss dennoch um so größer, weil grundlegende Konzepte von vielen anderen Therapieansätzen (ggf. leicht modifiziert) übernommen wurden. So stammt z.B. der Begriff Humanistischer Psychologie, die Begegnung, von Moreno (bereits 1915 erschien dessen Schrift "Einladung zu einer Begegnung"). Auch das Konzept der Empathie, einer der drei Kernaspekte in Carl Rogers klientenzentrierter Psychotherapie wurde erstmals von Moreno thematisiert, ebenso wie die Hervorhebung des "Hier und Jetzt" für das Erleben des Klienten und die therapeutische Arbeit. Ferner sind wesentliche Aspekte der heutigen Gruppenpsychotherapie und der interaktionellen, systemischen Therapie bereits Jahrzehnte zuvor von Moreno vorweggenommen worden.