Hundertjähriger

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Hundertjährige Menschen oder die Hundertjährigen, 100jährigen werden in der Gerontologie oft (englisches Wort ist Centenarian) als Begriffe für die Gruppe der Personen verwendet, die hundert Jahre alt oder älter sind.

Oft werden diese Personen nach möglichen Gründen ihrer Langlebigkeit (engl. longevity) gefragt. Oder es werden die Orte oder Gegenden untersucht, in denen besonders viele Hundertjährige gelebt haben oder leben, um mögliche Faktoren zu finden, die diese Lebensdauer bei mehreren Personen begünstigt haben, können. Aus zunächst relativ unsystematischen Befragungen entstanden wissenschaftliche Untersuchungen, in die viele Parameter wie Blutwerte, Ernährungsgewohnheiten, genetische Ausstattung usw. einfließen. Beispiele sind Orte in Italien, Kasachstan und Japan. Auch in Deutschland gibt es seit den 1970er Jahren Untersuchungen zu dem Thema Hochaltrigkeit, die in der Gerontologie viel beachtet wurden.[1]

Unterscheidung des Fachbegriffs von der Umgangssprache: der oder die Hundertjährige ist dagegen im Alltag zunächst die Einzelperson, die gerade ihren 100. Geburtstag, als hohen "runden" Geburtstag, feiert. In der Wissenschaft kommt es erst durch die Zusammenfassung von (systematischen wissenschaftlichen) Untersuchungsergebnissen bei vielen Hundertjährigen zu generellen Aussagen über das Altern von hochaltrigen Personen. So über das Forkhead-Box-Protein O3 (FOXO3, dafür ältere Bezeichnungen sind unter anderem FOXO3A und FKHRL1), einem Transkriptionsfaktor in Tieren und Pilzen, der im Mensch vom FOXO3-Gen kodiert wird. Das FOXO3-Gen wird in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen z. B. als Alters-Gen, Greisen- oder Methusalem-Gen bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beispiel Japan

In Japan leben zur Zeit (2009) 40.399 Menschen, die hundert Jahre oder älter sind. Zum Vergleich: In Deutschland sind es rund 6.000. Die Zahl der über Hundertjährigen hat sich dort in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt. 86 Prozent der über Hundertjährigen in Japan sind Frauen.

Es gibt einen japanischen nationalen Feiertag „Tag der Senioren“. Die älteste lebende Japanerin ist 2009 114 Jahre alt.

Die Zahlen der Statistiken zeigen, dass die Lebenserwartung in Japan dank verbesserter medizinischer Versorgung und hohen Lebensstandards gewachsen ist und auch noch weiter wächst.

Japan gehört zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung der Welt. Für Frauen beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung dort zur Zeit 86 Jahre, für Männer 79 Jahre – in Deutschland für Männer etwa gleich hoch und 83 für Frauen. Durchschnittliche Lebenserwartung heißt ja, dass die Hälfte der Personengruppe dieses Alter nicht erreicht - aber die andere Hälfte älter wird.

Auch in Japan gibt es eine demografische Entwicklung mit ähnlichen Problemen wie in Deutschland. Während früher die alten Menschen meist bei ihren Kindern lebten, leben Senioren heute oft allein oder, wenn sie versorgt werden müssen, in Heimen. Noch leben 40 Prozent der Älteren bei ihren erwachsenen "Kindern".

Meist wird in Japan Langlebigkeit mit bestimmten regionalen Ernährungsgewohnheiten in Verbindung gebracht.

[Bearbeiten] Beispiel USA

In den Vereinigten Staaten (USA) gibt es als bekannte gerontologische Studien die New England Centenarian Study und die New England Supercentenarian Study (beide Studien an der Uni in Boston; als Supercentenarians werden die Personen gezählt, die über 109 Jahre alt geworden sind). Und die Fordham Centenarian Study (Fordham University ist die Jesuiten-Universität von New York) und die Saga Study des US National Institute on Aging.[2]

Ein Ergebnis hat dort die Forschungsrichtung stark beeinflusst. Über 99 Jahre alt wurden mehr Personen, die selbst bereits sehr alte Geschwister haben (und umgekehrt). Das führte dazu, dass in den USA vermehrt nach einer genetischen Ursache von Langlebigkeit geforscht wird.[3]

Inzwischen wird dort vermutet, dass es eine Variante des Gens FOXO3A ist, die die Langlebigkeit fördert.[4]

[Bearbeiten] Beispiele aus Deutschland

2009 gab es rund 10.000 Hundertjährige. Die Zahl der über Hundertjährigen hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt.[5] Es ist absehbar, dass sich diese Zahl in weiteren fünf Jahren erneut verdoppelt.

[Bearbeiten] Siehe auch:

[Bearbeiten] Medien

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen, Zitatnachweise, Zeitschriftenartikel

  1. Z. B. von H. Franke und Schmitt: Hundertjährige. Fränk. Verlagsdruckerei, Würzburg. 1971.
  2. Genetic Variation and Resilience in Human Aging: The Saga Study. In The Gerontologist, Volume48, IssueSpecial Issue III Pp. 1-770 (2008)
  3. Die New England Supercentenarian Study (Studie in Boston)
    Family link to long life BBC News vom 10. Juni 2002
    The secrets to longevity USA Today vom 22. Februar 2004
  4. Living longer thanks to the 'longevity gene' Physorg.com vom 3. Februar 2009
  5. HD 100 - Die Heidelberger Hundertjährigen-Studie; Rott u.a. Univ. HD, 28. Jan. 2011
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