Hormone

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Bei den Hormonen handelt es sich um vom Körper selbst produzierte Signalstoffe. Sie dienen der Regelung von Organfunktionen und Stoffwechselvorgängen.

Hormone können nach ihrer Funktion oder ihren chemischen Eigenschaften eingeteilt werden.


Definition: Hormon/-system[Bearbeiten]

Hormone sind Wirkstoffe, die von endokrinen Drüsen oder spezifischen Zellgruppen gebildet werden und somit direkt ins Blut gelangen. Die Hormone spielen eine wichtige Rolle bei der Fortpflanzung; beim Wachstum; beim Stoffwechsel und sie beeinflussen psychische Verhaltensweisen des Menschen. Das Hormonsystem wird vom zentralen Nervensystem gesteuert und arbeitet eng mit ihm zusammen. Nach ihren Aufgaben unterscheidet man bei den Hormonen zwischen:

  • Steuerhormonen
  • Transmittern
  • und Überträgern von Informationen


Einteilung nach chemischen Eigenschaften[Bearbeiten]

Hormone gehören biochemisch in vier verschiedene Klassen:

  • Steroidhormone
  • Tyrosinabkömmlinge
  • Peptidhormone


Steroidhormone[Bearbeiten]

Die Steroidhormone leiten sich von der Grundstruktur des Cholesterins ab. Zu den Steroidhormonen zählen die Androgene, Östrogene, Gestagene, Glukokortikoide, Mineralkortikoide und das Vitamin D. Ihre Eigenschaften:

  • hydrophob ("wasserscheu" also schlecht wasserlöslich und somit lipophil also gut fettlöslich). Daraus folgt:
    • leichte Passage von Zellmembranen (diese bestehen aus einer doppelten Phospholipidschicht)
      • Sie werden nicht auf Vorrat produziert und dann in Vesikeln gespeichert werden, da sie auch die Vesikelmembran leicht durchdringen könnten -> bei Bedarf ist stets eine Neuproduktion notwendig.
    • Zum Transport im Blut (das zum größten Teil aus Wasser besteht) werden sie häufig an Transportproteine gebunden.
    • Die Rezeptoren für diese Hormone befinden sich intrazellulär (innerhalb der Zelle), wohin sie aufgrund ihrer Fähigkeit zur leichten Passage der Zellmembran problemlos hingelangen können.

Tyrosinabkömmlinge[Bearbeiten]

Die Tyrosinabkömmlinge (auch Tyrosinderivate oder biogene Amine) leiten sich von der Aminosäure Tyrosin ab und werden in 2 Gruppen unterschieden (es wird sich gleich zeigen warum).

Schilddrüsenhormone[Bearbeiten]

Bei den Schilddrüsenhormonen handelt es sich ebenfalls um hydrophobe (also lipohile) Hormone. Sie haben also ähnliche, aus der hydrophobie resultierende Eigenschaften wie die Steroidhormone. Die Schilddrüsenhormone sind Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4).

Katecholamine[Bearbeiten]

Die Katecholamine gehören auch zu den Tyrosinabkömmlingen, sind jedoch hydrophil (also lipophob). Zu dieser Gruppe zählen Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. Die Eigenschaften der hydrophilen Hormone sind im Prinzip das Gegenteil jener der hydrophoben:

  • hydrophil ("wasserliebend" also gut wasserlöslich und somit lipophob also schlecht fettlöslich). Daraus folgt:
    • keine selbstständige Passage der Zellmembranen.
      • Produktion erfolgt auf Vorrat und sie werden in Vesikeln (Speicherbläschen) in den Zellen gespeichert.
    • Zum Transport im Blut sind keine Transportproteine notwendig.
    • Die Rezeptoren für diese Hormone liegen in der Zellmembran und sind somit für diese von außen gut zu erreichen. Eine Bindung an diese Rezeptoren löst die intrazelluläre Wirkung über einen sogenannten "Second messenger", also einen zweiten Boten (z.B. cAMP) aus.

Peptidhormone[Bearbeiten]

Die Peptidhormone bestehen aus Aminosäuren und sind ebenfalls hydrophil (daraus resultierende Eigenschaften entsprechend der o.g. Katecholamine). Die Synthese (das Zusammensetzen) dieser Hormone dauert relativ lange sodass sie auf Vorrat produziert und in Vesikeln gespeichert werden.

Beispiele:

Einteilung nach Funktion[Bearbeiten]

Hormone

Releasing- und Inhibiting-Hormone[Bearbeiten]

Diese Hormone werden alle im Hypothalamus gebildet und wirken auf die Hypophyse (dort beeinflussen Sie die Hormonfreisetzung). Eine Ausnahme hiervon stellt Somatostatin dar, das z.B. auch im Pankreas gebildet wird. Die Abkürzungen der Releasing-/Inhibiting-Hormone enden alle auf -RH bzw. -IH. Nach den alten Bezeichnungen enden sie auch -liberin bzw. -statin. Somit wissen wir bereits wenn wir z.B. TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon) lesen dass es sich um ein im Hypothalamus geblidetes Releasing-Hormon handelt, welches in der Hypophyse eine Hormonfreisetzung bewirkt.

Hormonliste[Bearbeiten]

  • CRH - Kortikotropin-Releasing-Hormon
  • GHRH - Growth-Hormone-Releasing-Hormon
  • GnRH - Gonadotropin-Releasing-Hormon
  • SM-S - Somatostatin
  • TRH - Thyreotropin-Releasing-Hormon
  • ACTH - Adrenokortikotropes-Hormon
  • ADH - Adiuretin-Hormon

Glandotrope Hormone[Bearbeiten]

Glandula bedeutet Drüse und -trop "wirkend auf".

Somit wirken die glandotropen Hormone (auch Tropine genannt) auf (Hormon)drüsen und bewirken dort eine Hormonfreisetzung. Diese Hormone stammen aus der Hypophyse, genauer aus dem Hypophysenvorderlappen (HVL). Zu erkennen sind sie am Wortbestandteil "-tropin" oder "Stimulierendes" ("S"). Somit wissen wir, wenn wir z.B. TSH (=Thyroidea-Stimulierendes-Hormon, Thyreotropin) lesen, dass es sich um ein Hormon aus dem HVL handelt welches in der Schilddrüse (Glandula thyreoidea) eine Hormonausschüttung bewirkt.

Effektorische Hormone[Bearbeiten]

Diese Hormone wirken direkt auf ein Zielorgan oder den Stoffwechsel. Sie lösen also einen Effekt aus (nicht nur eine weitere Hormonfreisetzung) Sie stammen größtenteils aus peripheren Hormondrüsen und verstreuten endokrinen (hormonbildenden) Zellen. Eine Ausnahme hiervon stellen Oxytocin und ADH dar, welche direkt im Hypothalamus gebildet, von dort über Axone in den Hypophysenhinterlappen transportiert und von dort ausgeschüttet werden. Die effektorischen Hormone bewirken meist eine negative Rückkopplung (teilweise auch positiv). Das bedeutet sie oder ihr Spiegel im Blut teilen dem Hypothalamus und der Hypophyse mit: "Es ist genug da" wodurch eine weitere Freisetzung von Releasing- und glandotropen-Hormonen gehemmt wird.

Allgemeine Wirkungsmechanismen[Bearbeiten]

3 Möglichkeiten:

  • Bindung des Hormons an einen Rezeptor
  • Wirkung des Hormons erfolgt im Zellkern
  • Anregung zur Bildung eines zweiten Botenstoffes durch Enzyme


Literatur[Bearbeiten]

  • Erica Jecklin: Arbeitsbuch Anatomie und Physiologie. Für Pflege- und andere Gesundheitsfachberufe. Urban & Fischer - Elsevier, 12. Auflage - 2004. ISBN 3-437-26980-1 (Ab Seite 171)

Siehe auch[Bearbeiten]