Hildegard von Bingen

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Hildegard von Bingen (vermutlich 1098 - 1179) war eine berühmte Benidiktiner-Nonne und Äbtissin. Sie verfügte für die damalige Zeit über großes medizinisches und kräuterheilkundliches Wissen.

Ihre ganzheitliche Auffassung vom Heilen lässt auch heute noch Lehren aus ihren literarischen Werken ziehen.

Leben[Bearbeiten]

Sie wurde als zehntes Kind von Hildebert und Mechtild von Bermersheim geboren. Seit ihrem fünften Lebensjahr wird von ihren Visionen berichtet. Mit acht Jahren kam sie unter die Vormundschaft von Jutta von Sponheim, die in einer Klause der Benediktiner gelebt haben soll. 1136 wurde sie deren Nachfolgerin als Äbtissin. Das Kloster Disibodenberg wurde in der Reformationszeit aufgelöst und verfiel zu Ruinen.

1141 begann sie mit dem Aufschreiben ihrer Visionen. 1147 setzte sich Bernhard von Clairvaux bei Papst Eugen II. dafür ein, dass ihre Gabe als Seherin anerkannt werde.

1150 gründete sie das Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen. Als Frau wird ihre Rolle als eine der ersten Naturforscherinnen, erste Ärztin, aber auch als Dichterin und Komponistin gewürdigt. Sie hielt öffentliche Predigten ab. Für die damaligen Zeit unerhört, führte sie einen der umfangreichen Briefwechsel mit den Mächtigen des Mittelalters, so auch mit Kaiser Friedrich Barbarossa und Papst Alexander III. Darin übte sie auch teils harsche Kritik an deren Lebenswandel.

Verehrung[Bearbeiten]

Hildegard v. B. wurde bereits zu Lebzeiten wie eine Heilige verehrt. 1228 wurde ein erster Antrag auf Heiligsprechung gestellt. Ob ein offizielles Heiligsprechungsverfahren danach irgendwann abgeschlossen wurde, ist unbekannt. Wahrscheinlich erfolgte die Heiligsprechung bereits vor 1590. Sie wird seit 1584 in Heiligen-Verzeichnissen aufgeführt.

Ihre Reliquien werden in Eibingen, einem Stadtteil von Rüdesheim am Rhein, neben einigen anderen Heiligen-Schädeln und a. Reliquien aufbewahrt. Das Hildegardisfest wird in Eibingen jährlich am 17. September gefeiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Tilo Altenburg: Soziale Ordnungsvorstellungen bei Hildegard von Bingen. Stuttgart 2007.
  • Alfred Haverkamp (Hrsg.): Hildegard von Bingen in ihrem historischen Umfeld. Internationaler wissenschaftlicher Kongress zum 900-jährigen Jubiläum. 13. bis 19. September 1998. Bingen am Rhein. Mainz 2000.
  • Barbara Newman: Hildegard von Bingen, Schwester der Weisheit. Herder Verlag, Freiburg, ISBN 3-451-23675-3.
  • Hermann Josef Roth: Missverstandene Klostermedizin. Spektrum der Wissenschaft, März 2006, S. 84 - 91 (2006), ISSN 0170-2971.
  • Christian Sperber: Hildegard von Bingen. Eine widerständige Frau. Aichach 2003, ISBN 3-929303-25-6.