Hildegard Peplau

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Kurzbiographie

Hildegard Peplau wurde am 1. September 1909 in Reading, Pennsylvania, geboren. Sie erhielt 1931 ihr Krankenpflegediplom. Ab 1936 leitete sie am Bennington College den Gesundheitsdienst und studierte gleichzeitig das Fach Interpersonale Psychologie, dass sie 1943 mit dem B.A. abschloss. Von 1943 bis 1945 war sie 1. Leutnant im amerikanischen Armee-Pflegecorps und arbeitete in der Neuro-Psychiatrie. Danach nahm sie ihr Studium wieder auf und erhielt 1947 ihren M.A. in psychiatrischer Krankenpflege und promovierte 1953 in Curriculumentwicklung. 1954 ging sie an die Universität nach Rutgers, wo sie ab 1960 als Professorin arbeitet. Am 17. März 1999 verstarb sie in Sherman Oaks California.

1952 schrieb Hildegard Peplau ihr Buch "Zwischenmenschliche Beziehungen in der Pflege", das vor allem die psychiatrische Krankenpflege revolutionierte, aber auch alle anderen Bereiche der Pflege beeinflusste. Ihre Definition von Pflege aus dem Jahr 1952 ist heute brandaktuell:

Die Pflege ist ein signifikanter, therapeutischer, interpersonaler Prozess. Sie wirkt in Kooperation mit den anderen menschlichen Prozessen, die dem einzelnen in der Gesellschaft Gesundheit ermöglichen. In spezifischen Situationen, in denen ein professionelles Gesundheitsteam gesundheitsbezogene Dienstleistungen erbringt, beteiligen sich die Pflegenden an der Organisation von Bedingungen, die die natürlichen fortlaufenden Tendenzen im menschlichen Organismus unterstützen. Die Pflege ist ein edukatives Instrument, eine die Reife fördernde Kraft, die darauf abzielt, die Vorwärtsbewegung der Persönlichkeit in Richtung auf ein kreatives, konstruktives, produktives, persönliches und gesellschaftliches Leben zu bewirken.

Siehe auch[Bearbeiten]


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Pflegemodell von Hildegard Peplau Psychodynamische Krankenpflege Definition für Pflege: "... die Pflege ist ein zielgerichteter Prozess, der zur Erlangung von Gesundheit im Zusammenhang mit bestimmten Personen und Situationen eine Folge von Handlungen notwendig macht. "...die Pflege ist eine Aufgabe. Darüber hinaus ist die Pflege eine die Reife fördernde Kraft und ein edukatives Instrument. Mittel einer wirkungsvollen Pflege kann einzelnen und sozialen Gruppen geholfen werden, ihre Fähigkeiten einzusetzen, um ihr Leben in einem erstrebenswerten Sinn zu verändern. Sehr wahrscheinlich ist der Pflegeprozeß therapeutisch und edukativ, wenn die Pflegekraft und der Patient dahin gelangen, einander kennen zu lernen und zu respektieren, und zwar als Person, die gleich und dennoch verschieden sind als Person, die sich gemeinsam an der Lösung der Probleme beteiligen. Quelle "Interpersonale Beziehungen in der Pflege" von Hildegard E. Peplau Verlag Recom; ISBN 3-315-00098-0 Zur Person Hildegard E. Peplau: · geb. 1909 in Pennsylvania · 1931 Krankenpflegediplom · 1936 Arbeit im Gesundheitsdienst · Studium der Psychologie · 1947 studierte sie Psychiatrische Krankenpflege · 1952 erscheinen ihres Buches "Zwischenmenschliche Beziehungen in der Pflege" · 1954 Arbeit an der Universität (bis zur Emeritierung1974) Logische Form der Theoriebildung: · Peplau benutzte zu ihrer Theoriebildung einen induktiven Ansatz. · Empirische Erfahrungen und Wahrnehmungen aus Pflegesituationen werden verallgemeinert und dann erforscht und überprüft. · Die einzelnen Konzepte sind zu einem größeren Konzept geordnet, die Beziehung zwischen den einzelnen Konzepten formuliert, sowie logische und vollständig. · In den Konzepten werden Verhaltensweisen beschrieben, die in der Krankenschwester-Patient- Interaktion auftreten. (E. T. Carey et al. 1992) 2

Die vier Phasen in der Beziehung zwischen Pflegekraft und Patient:

1. Orientierungsphase: · Der Patient hat das Bedürfnis nach Hilfe. · Die Pflegekraft hilft dem Patienten die Krankheit zu erkennen und zu verstehen. · Der Bedarf an Unterstützung wird festgestellt.

2. Identifikationsphase: · Der Patient identifiziert sich mit denen, die ihm helfen. · Der Patient gewinnt Vertrauen, er kann somit alte Gefühle wieder erleben und möglicherweise befriedigen, es können sich reifere Bedürfnisse entwickeln.

3. Nutzungs- oder Ausbeutungsphase: · Der Patient erlaubt sich seine Bedürfnisse und kann feststellen, ob sie wirklich befriedigt werden. · Die Pflegekraft gibt dem Patienten das Gefühl der ständigen positiven mütterlichen Fürsorge.

4. Ablösungsphase: · Der Patient befreit sich von seiner Rolle als Patient. · Er löst die Identifikation mit der Pflegekraft. · Der Patient macht Pläne für die Zukunft, neue Ziele werden definiert.

Diese vier Phasen sind zwar durchaus getrennt von einander zu sehen, aber sie überschneiden sich auch. Die vier Phasen sind somit als ein zusammenhängendes Ganzes zu sehen. Umfangreich ist die Darstellung der unterschiedlichen Rollen der Pflegeperson.

Sechs pflegerische Rollen nach Peplau:

1. Rolle der Fremden/der Unbekannten Respekt und Interesse wird hier von der Pflegeperson verlangt. sie sollte keine Vorurteile haben und den Patienten so akzeptieren wie er ist.

2. Rolle der Person als Ressource: Die Pflegekraft gibt alle nötigen Informationen über die Behandlung der Gesundheitsprobleme. Sie unterscheidet zwischen den reinen Informationsfragen und denen hinter denen emotionale Probleme stehen und ihr Ratgefragt ist.

3. Rolle als Lehrer: Die Basis ist die Überzeugung, dass der Patient unterstützt werden soll durch positive Erfahrungen zu lernen. Hier ergibt sich eine Kombination aller Rollen. Frau Peplau unterscheidet zwischen der pädagogischen Kategorie, dem Instruieren und Informieren und dem experimentellen Lehren, eigene Erfahrungen werden zu weiterem Lerninhalt.

4. Rolle als Führungsperson: Diese Rolle sollte im Sinne demokratischen Führungsstils wahrgenommen werden, der Patient als Partner und aktiv Beteiligter. Die Fähigkeit sich als demokratisch handelnde Führungsperson zu verhalten, wird bereits in der Ausbildung unterstützt.

5. Rolle als Ersatzperson/Stellvertreterrolle: Die Verhaltensweisen der Pflegepersonen verursachen beim Patient Gefühle, die ihn an andere Personen erinnern. In dieser Phase definieren beide die Bereiche: Projektion, Abhängigkeit, Unabhängigkeit und gegenseitige Abhängigkeit. Hierzu gehört ein hohes Maß an persönlicher Stärke, Sensibilität und Selbsterfahrung.

6. Rolle als Berater: Beratung ist die Reaktion auf die vom Patienten geäußerten Wünsche und Bedürfnisse. Der Patient soll verstehen, was mit ihm geschieht, so dass er diese Erfahrungen in sein Leben integrieren kann. Nach Peplau ist dies einer der wichtigsten Rollen in der professionellen Pflege. Lernen wird der Pflegekraft und dem Patienten in gleicher Weise möglich. Umso wichtiger ist es, dass sich die Pflegekraft ihrer Rolle bewusst ist, sie kann ihre Rolle wechseln, um den Patienten das Erlernen neuer Verhaltensweisen zu ermöglichen. Sie kann die Rolle aber auch behalten, wenn dies zu einer notwendigen Reduzierung der Angst führt. Zur Theorie von Frau Peplau gehört auch die Darstellung der Einflüsse auf Pflegesituationen, auf der Grundannahme von Bedürfnissen.

Sie geht ebenfalls auf psychologische Aufgaben ein, die ein Mensch lernen muss: · Sich auf andere verlassen · Befriedigung aufschieben · Sich selbst identifizieren · Fähig werden zu partizipieren

Einschätzung zur Bedeutung der Theorie: Frau Peplau wurde einer der bekanntesten Theoretikerinnen der Pflege. Ihre Bedeutung ist gerade für die psychiatrische Pflege hervorzuheben, aber sie hat auch wichtige Impulse für alle pflegerischen Bereiche gegeben. Auch die Entwicklung des Instrumentes des Pflegeprozesses ist ohne ihre Arbeit nicht vorstellbar. Sie hat als einer der Ersten die Person, aber auch die Individualität der Pflegenden in den Vordergrund gerückt, Bezug genommen auf die Notwendigkeit der Supervision für die Pflegekräfte unter Forderung der Selbstreflektion der Pflegenden.

Aufgaben und Ziele der Pflege nach Hildegard Peplau: Die wichtigste Aufgabe der Pflege ist die Unterstützung des Patienten bei der Wahrnehmung seiner Gefühle und die umfassende Hilfestellung bei der Lösung seiner Probleme. Der kranke Mensch ist so anzunehmen, wie er ist. Er braucht Beratung und die emotionale Kraft muss ihm in seiner jeweiligen Situation zur Verfügung gestellt werden können. Als Ziel der Pflege wird die persönliche Weiterentwicklung des Patienten verstanden, so dass er seine Krankheit als Chance zur Veränderung wahrnehmen kann.

Diese Aufgabe, Ziele und Inhalte sind zu verwirklichen durch Pflegende, die mit ihren eigenen Gefühlen und Problemen adäquat umgehen können und dadurch den Patienten helfen, mit seinen Problemen umzugehen. Die Dokumentation ist nur denkbar mit Einsatz des Problemlösungsprozesses, dazu gehören kommunikative Elemente, d. h. die Erziehungsaspekte stehen im Mittelpunkt. Pflege ist für Frau Peplau eigenverantwortlich in Absprache mit anderen Berufsgruppen tätig und ein wichtiges Mitglied des therapeutischen Teams. Dazu gehört auch, dass die Pflegenden sich gut versorgt wissen.

Quellen: · "Die Schwester/Der Pfleger", 9/1990, Seite 768-773 Bibliomed Verlag · "Psychiatrische Pflege heute", 2 (1996), Seite 186-191, Georg Thieme Verlag · "Pflegetheoretikerinnen und ihr Werk", Recom Verlag, 1992 · "Schulunterlagen von Frau Nerkamp, Simmern 2010