Heparin

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Heparin ist ein körpereigener Hemmstoff zur Blutgerinnung und besteht aus Polysacchariden. Es kommt in Mastzellen und basophilen Granulozyten vor, in der Medizin/Pflege wird Heparin meist fälschlicherweise als Überbegriff für Antikoagulantien verwendet.


Heparin[Bearbeiten]

  • hemmt die Wirkung von Thrombin
  • kann nicht künstlich hergestellt werden. Es wird aus Schweinedarm Mukosa gewonnen. Der Rohstoff kommt aus China und ist in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich. Verunreinigungen sind nicht selten.(siehe Deutsches Ärzteblatt, frontal 21)
  • kann nicht oral aufgenommen werden => muß entweder subcutan oder intravenös dem Körper zugeführt werden
  • gibt es in unfraktionierter und niedermolekularer Form wobei sich hier primär nur der Wirkungsort in der Gerinnungskaskade ändert.
  • wird meist als Thromboseprophylaxe verwendet

Therapeutische Applikation[Bearbeiten]

Heparin wird zur Thromboseprophylaxe bei langliegenden Patienten s.c. verabreicht. Hierbei wird in den meisten Fällen die niedermolekularen Heparine bevorzugt (clexane) da hier die Eliminationszeit höher liegt.

CAVE: Niereninsuffiziente Patienten sollten eher ein unfraktioniertes Heparin verabreicht bekommen, da es hier a) zu einer geringeren Belastung der Nieren kommt und b) es suffizientere Antidote gibt. Niedermolekulare Heparine, wie z.B. Clexane, werden bei Patienten mit einer Niereninsuffizienz schlechter ausgeschieden und können im Organismus kumulieren.

Heparin wird auch während der Aufsättigung mit Marcumar, bei Herzrhythmusstörungen, bei Verdacht auf Lungenembolie oder Thrombose, nach pv-Ablationen s.c oder mittels Perfusor über 24 Stunden i.v. injiziert. Die Dosierung von Heparin richtet sich nach dem Körpergewicht und wird über die PTT kontrolliert. Hierbei sind regelmäßige Gerinnungskontrollen unabdingbar!

Die Dosierung von Heparin wird in IE (Internationale Einheiten) angegeben. 1.000 IE vermögen 1l Schafs- oder Rinderblut bei 37 °C eine Stunde lang ungerinnbar zu machen.

Unerwünschte Wirkung[Bearbeiten]

Gegenanzeigen[Bearbeiten]

Kontraindikation[Bearbeiten]

  • bevorstehenden Operationen
  • offenen Wunden
  • Heparinallergie
  • heparininduzierte Thrombopenie (Typ II)
  • Lumbalpunktion
  • Periduralanästhesie
  • Abortus imminens

siehe auch[Bearbeiten]