Gummihose

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Definition[Bearbeiten]

Der Begriff "Gummihose" wird als als Umschreibung für „Windelhose“ oder „Windelüberhose“ verwendet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Aus aktueller Sicht ist der Begriff "Gummihose " obsolet. Schutzhosen sind heute aus PVC oder einem PE-beschichtetem Material. Die gängigen Bezeichnungen sind: Windelhose, Windelüberhose, Überhose und Krankenhose.Krankenhose, Schutzhose, Inkontinenzhose oder Schutzschlüpfer am gebräuchlichsten.

Historisches[Bearbeiten]

Früher wurden "Gummihosen" zusammen mit Stoffwindeln verwendet, was einen hohen Zeitaufwand für die Reinigung bedeutete. In n der Kranken- und Altenpflege wurde die Gummihose noch bis etwa 1985 häufig eingesetzt, bis sie durch die modernen Höschenwindeln immer mehr verdrängt wurde.

Eine der bekanntesten Gummihosen in den 70er Jahren dürften wohl die gelben Schwedenhosen gewesen sein, die von der Firma Johnson&Johnson GmbH hergestellt wurden. Für Babys wurden diese Schwedenhosen unter dem Namen Mölny® in den Größen 1-4 vertrieben und passten Kindern bis etwa 6 Jahren, für ältere Kinder und Erwachsene gab es dann die Septa® - Schwedenhosen ab der Kindergröße bis zur Größe "extra Groß" (52-56). Die Setpa® - Schwedenhosen waren aus einer Salben, Öl und Urinbeständigen Folie gefertigt, die seitlich mit drei Metalldruckknöpfen zu verschließen war. Die Folie selbst war nicht aus PVC (Polyvinylchlorid) sondern aus einem PE (Polyethylen) Material hergestellt, das sich etwas wachsähnlich anfühlte, daher auch ihre hohe Beständigkeit. Ab etwa 1988 wurden die Septa® - Schwedenhosen dann von der Firma Walter Roewer GmbH im Auftrag von Johnson&Johnson GmbH produziert und im Schnitt etwas abgeändert. Die Druckknöpfe wurden nun aus Kunststoff gefertigt und direkt mit der Folie verschweißt.

Da zunehmend die Höschenwindeln wie z.B. Pampers® in der Babypflege, oder z.B. Attends® in der Kranken- und Altenpflege die Stoffwindeln verdrängte, sank die Nachfrage nach Gummihosen beträchtlich. Gegen 1989 wurde die Produktion der Mölny® - Schwedenhosen und etwa 1992 die Produktion der Septa® - Schwedenhosen eingestellt. Heute sind nur noch einige Hersteller auf dem deutschen Markt, die Gummihosen in den verschiedesten Ausführungen anbieten. Die bekannteste Firma dürfte hier die Firma Herzlieb GmbH in Bad Berneck (Bayern) sein, die ihre Produkte unter dem Namen Suprima® vertreibt. Ein weiterer deutscher Hersteller ist die Firma tcsb® Silke Böhner e.K., ebenfalls aus Bayern. Diese Firma produziert Inkontinenz-Slips aus PVC sowie PU/PES (POLYPES).

Produkte[Bearbeiten]

Echte Gummihosen[Bearbeiten]

Gummihosen aus echtem Gummi gibt es heute kaum noch, da sie schon in den 60er Jahren durch die PVC-Schutzhosen abgelöst wurden. Früher bestanden diese Gummihosen häufig aus gummiertem Stoff, heute werden sie aus rotem Vollgummi in verschiedenen Ausführungen angeboten. Die Nähte der Gummihosen sind geklebt, genäht oder gelegentlich auch verschweißt und werden sowohl zum Knöpfen als auch zum Schlupfen angeboten. In der Krankenpflege und Inkontinenzversorgung spielen diese Hosen heute nur noch eine eher untergeordnete Rolle.

Latex-Schutzhosen[Bearbeiten]

Schutzhosen aus Latex spielen in der Krankenpflege und Inkontinenzversorgung fast keine Rolle, nur als Therapiebadehosen werden sie zum Schutz bei verordneten Bewegungstherapien im Wasser verwendet. Die Nähte dieser Latexhosen werden fast ausschließlich geklebt und als Schlupfhosen angeboten. Wegen dem hohen Allergierisiko (Latexallergie) kommen sie praktisch nicht zur Anwendung, hier werden häufig Hosen aus Neopren® gefertigt.

PVC-Schutzhosen[Bearbeiten]

Die PVC-Schutzhosen sind die wohl am weitesten verbreiteten Schutzhosen. Der PVC-Slip ist sozusagen der direkte Nachfolger der Gummihose. Die Nähte dieser PVC-Schuzhosen sind genäht oder auch verschweißt und werden sowohl zum Knöpfen als auch zum Schlüpfen angeboten. Das Folienmaterial ist meist 0,08 - 0,13 mm stark, bei Suprima teilweise 0.18 mmm, überwiegend sehr weich und besitzt eine glatte Oberfläche. Durch die Vielfalt der angebotenen Modelle findet fast jeder Anwender eine PVC-Schutzhose, die auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Schutzhosen aus anderen Materialien[Bearbeiten]

Nicht nur aus Gummi, Latex und PVC werdenGummihosen angeboten, heute kommen zunehmend auch andere Materialien zum Einsatz. Je nach Ausführung der Schutzhosen werden gerne Polyester (PET), Polyethylen (PE), Polyurethan (PU), Polyamid (auch als Nylon® bekannt), oder mit Naturkautschuk beschichtete Stoffe verwendet.

Druckknöpfe: Ja oder Nein[Bearbeiten]

Es gibt auch Gummihosen ohne Druckknöpfe, also zum Schlüpfen. Diese bieten im Vergleich zu den Knöpfhosen den Vorteil, dass sie eine größere Auslaufsicherheit bieten. Die Schlupfhosen werden daher bei stark einnässenden Kindern und bei inkontinenten Erwachsenen verwendet. Der Nachteil liegt natürlich darin, dass die Schlupfhosen schwerer zu wechseln sind, da man sich dazu halb ausziehen muss. Welche der Varianten nun eingesetzt wird, das hängt von den jeweiligen Bedürfnissen des Anwenders ab.

Schwedenhose[Bearbeiten]

Am bekanntesten ist sicherlich die sogenannte 'Schwedenhose'. Sie wird seitlich mit jeweils zwei oder drei Druckknöpfen aus Kunststoff oder nickelfreiem Metall verschlossen. Die Knöpfhose verfügt meistens über einen breiten Bund und Beinabschluß, der Straff am Körper anliegt. Innen besitzt sie je eine Tasche am Bauch- und am Rückenteil, in die eine Zellstoffeinlage (Vlieswindel) oder eine gefalltete Stoffwindel hineingeschoben und damit fixiert werden kann.

Anwendung und Pflege[Bearbeiten]

Gummihosen wurden ursprünglich als Nässeschutz über Stoffwindeln benutzt. Später wurden sie auch mit Einlagen aus Zellstoff bzw. Vlieswindeln verwendet, wobei die Windel nach der Benutzung dem Müll zugeführt wurde und nur die Gummihose gewaschen und wiederverwendet wurde. In der Babypflege werden Gummihosen heute kaum noch verwendet, da überwiegend Höschenwindeln oder modernere atmungsaktive Wickelhöschen bzw. Windelhosen eingesetzt werden. Gelegentlich werden Gummihosen in Altenheimen heute noch bei der Pflege von Inkontinenzpatienten verwendet; dann werden sie zumeist zusammen mit Vlieswindeln oder auch als verbesserter Auslaufschutz über Höschenwindeln getragen. Bei Bettnässen findet die Gummihose recht oft von Betroffenen jeden Alters Verwendung, bietet sie doch recht viel zusätzliche Sicherheit. Bei Uebernachtungen ausserhaus wie in Hotels, Gaststätten oder einfach im Urlaub ist die Gummihose für sehr viele Leute mit Blasenschwäche Pflicht, um keine bösen Ueberraschungen zu erleben.

Bei jüngeren Inkontinenzpatienten erfreut sich die klassische Gummihose gar zunehmender Beliebtheit nicht zuletzt deshalb, weil die heutigen Kleidungsgewohnheiten der jungen Generation mit der Jeans in vielen Variationen nach dünnen und nicht auftragenden Einlagen bzw. Windeln verlangen. Den optimalen Auslaufschutz im Oberschenkelbereich dazu bieten nur Gummihosen. Unter einer Lederhose empfiehlt es sich ohnehin, als Wäscheschutz immer eine Gummihose zu tragen, da Leder sehr aufwändig ist in der Reinigung. Die Gummihose wird also auch von jungen Leuten getragen und geschätzt .

Bei der Benutzung dieser Gummihosen sollte man möglichst wenig mit Creme zur Hautpflege arbeiten, da das verwendete PVC-Material durch Cremes aber auch durch den Einsatz von Weichspüler bei der Wäsche die Weichmacher in der PVC-Folie verliert und dadurch verhärtet. So wird die Gummihose unangenehm zu tragen, es können gar Risse entstehen, welche sie unbrauchbar machen. Bei guter Pflege kann eine Gummihose aus PVC jedoch mehrere Monate, manchmal auch ein Jahr und länger halten.

Aus Gummi (Naturkautschuk, Latex) gefertigte Gummihosen erfordern eine aufwendigere Pflege (Pudern des Materials), werden heute aber in der Baby- und Krankenpflege fast überhaupt nicht mehr eingesetzt, auch wegen möglicher Latexallergien.

Siehe auch:[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Wikipedia: [1]
  • Eneuresis - Zentrum: [2]